Darum gehts
- Samih Sawiris plant ein 150-Millionen-Projekt am Urnersee mit Yachthafen
- Der Bund lehnt den Bootshafen in aktuellem Projektentwurf klar ab
- Hotel mit 150 Zimmern, Ferienwohnungen, 150 Mio. CHF Investitionsvolumen
Investor Samih Sawiris (69) hat am Ufer des Urnersees Grosses vor. Er plant auf dem Industrieareal der Halbinsel Iseleten in Seedorf UR eine luxuriöse Tourismusanlage. Samt eigenem Yachthafen, Ferienwohnungen, Bungalows und einem Hotel mit 150 Zimmern. Stolze 150 Millionen Franken lässt sich Sawiris dieses Projekt kosten. Und will das verschlafene Idyll mit seiner stillgelegten Sprengstoff-Fabrik zu einem Resort mit internationaler Ausstrahlung machen.
Zuletzt sah es gut aus, Swiris war auf Kurs mit seinem Herzensprojekt. Die Urnerinnen und Urner schickten eine Initiative bachab, die sein Millionenprojekt verhindern wollte. Der Weg für ein Luxusresort mit Hotel und Jachthafen am Urnersee schien frei.
Bootshafen? «Geht so nicht!»
Doch jetzt kommt der Dämpfer aus Bern! Der Bund erteilt dem Vorhaben in einem Vorprüfungsbericht eine deutliche Absage. Zwar stehe man einer «Transformation und Aufwertung» des Gebiets grundsätzlich positiv gegenüber, heisst es. Doch in der jetzigen Form sei die grundsätzliche Machbarkeit nicht gegeben, teilt die Urner Regierung mit.
Was technisch tönt, hat es in sich: «Für die Machbarkeit wären laut Vorprüfung namentlich die bauliche Dichte zu reduzieren, die Strasse alternativ (etwa in einem Tunnel) zu führen, auf den landseitigen Bootshafen zu verzichten», heisst es in der Mitteilung des Kantons. Zudem sollen die bauliche Dichte reduziert und die Hotelbauten denkmalgerecht und mit Abstand zu den historischen Gebäuden – darunter eine ehemalige Sprengstofffabrik – platziert werden.
«Wirtschaftliche Basis entzogen»
Der Kanton Uri kommt zum bitteren Schluss: «Die Umsetzung aller eingebrachten Massnahmen würde dem vorliegenden Projekt jedoch die wirtschaftliche Basis entziehen.» Heisst: Es lohnt sich nicht. Entsprechend gross ist die Enttäuschung beim Urner Regierungsrat. «Das Vorhaben bringt nicht nur volkswirtschaftlich, sondern auch landschaftlich, ökologisch und regionalpolitisch eine enorme Aufwertung für das Gebiet», sagt Landammann Christian Arnold (48, SVP). Auch die Einheimischen würden vom Projekt profitieren, weil der Zugang zum See verbessert wird.
Das Nein aus Bern zum Bootshafen trifft Sawiris besonders hart. Er ist das Herzstück der ganzen Anlage. Schon früher hatte der ägyptische Investor das Projekt nach Protesten verkleinert – am Hafen hielt er jedoch fest. «Wenn man das Projekt noch kleiner macht, ist ein Verlustgeschäft garantiert», sagte er im März 2024. Muss er sein Projekt nun definitiv beerdigen?
Eine Rest-Hoffnung bleibt. Doch das letzte Wort ist nicht gesprochen. Umweltminister Albert Rösti (58) will noch im Frühling vor Ort erscheinen. Sein Departement signalisiert Gesprächsbereitschaft. Sawiris selbst gibt sich gegenüber der NZZ kämpferisch: «Wir haben vom Bericht Kenntnis genommen und schauen nun gemeinsam mit den zuständigen Behörden, wie die offenen Punkte geklärt werden können.»