Über 200 Jobs betroffen
Noble Winterthurer Privatklinik steht vor dem Aus

Der Privatklinik Lindberg in Winterthur ZH droht die Schliessung. Die Besitzerin plant eine Verlagerung stationärer Angebote nach Zürich und Schaffhausen. Für die gut 200 Angestellten läuft ein Konsultationsverfahren – «lächerlich», findet eine Direktbetroffene.
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Die Klinik Lindberg in Winterthur ZH steht vor dem Aus.
Foto: PD

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Privatklinik Lindberg in Winterthur könnte nach 120 Jahren schliessen
  • Swiss Medical Network plant Neuausrichtung, stationäre Angebote nach Zürich und Schaffhausen
  • Privatklinik mit 53 Betten, 94 Belegärzten, 123 Mitarbeitenden betroffen
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Der noblen Privatklinik Lindberg in Winterthur ZH droht die Schliessung. Die Eigentümerin Swiss Medical Network (SMN) denkt laut über eine Neuausrichtung nach. Stationäre Angebote sollen künftig stärker in Zürich und Schaffhausen gebündelt werden. Für Winterthur würde dies das Aus bedeuten – nach 120 Jahren. Das Portal Medinside hat zuerst darüber berichtet. 

Für die Mitarbeitenden beginnt nun eine Zitterpartie. Ein Konsultationsverfahren läuft bereits. Ideen zur Rettung sind gefragt. Ziel ist es, Kündigungen möglichst zu vermeiden. Die Privatklinik Lindberg verfügt über 53 Betten. Sie hat 94 Belegärztinnen und Belegärzte sowie 123 Mitarbeitende.

«Das Konsultationsverfahren ist lächerlich»

Für die Belegschaft, die am Donnerstag bei einer Sitzung informiert wurde, kommen die Pläne nicht aus heiterem Himmel. «Wir waren nicht überrascht», sagt eine langjährige Lindberg-Angestellte zu Blick. Und weiter: «Ich hatte schon länger das Gefühl, dass unsere Besitzer das Lindberg ausbluten lassen wollen.» So schloss Swiss Medical Network vor einigen Jahren unter anderem das klinikeigene Restaurant Trois Tilleuls, das in der Stadt Winterthur beliebt war. Seither hat das Lindberg nur noch ein Bistro. 

Das Konsultationsverfahren bezeichnet die Mitarbeitende deshalb als «lächerlich». Denn: «Vorschläge von den Ärztinnen und Ärzten wurden bisher immer wieder verworfen.» Obwohl das drohende Aus für sie absehbar war: Das mögliche Ende schmerzt. «Ich bin sehr traurig. Jeden Tag gehe ich gern zur Arbeit.» Das Lindberg gehöre zu Winterthur. «Ich bin stolz darauf, hier zu arbeiten.»

Kantonsspital prüft eine Nutzung

Das Kantonsspital Winterthur (KSW) prüft derweil, einen Teil der Privatklinik Lindberg für Palliative Care und die Akutgeriatrie zu nutzen, wie dieser in einer Medienmitteilung schreibt. Der Bedarf steigt rasant, die bestehenden Kapazitäten reichen nicht mehr. Man müsse sich «an die Bedürfnisse einer wachsenden und älter werdenden Bevölkerung anpassen», so KSW-Chef Guido Speck (57).

Auf Anfrage von Blick sagt ein Sprecher der Swiss Mediacal Network: Man sei «sich bewusst, dass die allfällige Neuausrichtung Auswirkungen auf die Mitarbeitenden am Standort Lindberg haben kann». Die nächsten Schritte würden deshalb mit dem Anspruch gestaltet, «die Versorgungsqualität dauerhaft auf hohem Niveau zu halten». Er bestätigt gegenüber Blick das Interesse des KSW, bestimmte Flächen der Klink zu mieten.

Swiss Medical Network ist eine der führenden privaten Klinik- und Spitalgruppen der Schweiz. Mit einem schweizweiten Netzwerk aus 21 Kliniken, Spitälern und über 80 ambulanten Zentren deckt die Gruppe ein breites medizinisches Spektrum ab.

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