Darum gehts
«Das ist ein klarer Fall von Ungleichbehandlung», ärgert sich ein Beobachter-Leser. Beim Senioren-GA der SBB würden Männer systematisch benachteiligt: Frauen erhalten es bereits ab 64 Jahren, Männer hingegen erst ab 65.
Und das, obwohl mittlerweile für beide Geschlechter das gleiche Rentenalter gilt.
Das ist ein Beitrag aus dem «Beobachter». Das Magazin berichtet ohne Scheuklappen – und hilft Ihnen, Zeit, Geld und Nerven zu sparen.
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955 Franken mehr in der 2. Klasse
Ein Blick auf die Website der SBB bestätigt: Das «GA Senior:in» gibt es für Frauen ab 64 und für Männer ab 65. Männer müssen also ein Jahr länger als Frauen den vollen Preis eines regulären Erwachsenen-GA von 3995 Franken in der 2. Klasse oder 6520 Franken in der 1. Klasse zahlen. Das sind 955 Franken mehr in der 2. Klasse und 1570 Franken mehr in der 1. Klasse. «Ein klarer finanzieller Nachteil für betroffene Männer», findet der Beobachter-Leser.
Er beschwerte sich bei den SBB. Eine Mitarbeiterin des Kundendiensts konnte seinen Ärger nachvollziehen: «Es ist verständlich, dass diese Unterschiede als unzeitgemäss oder diskriminierend wahrgenommen werden, insbesondere da das Rentenalter für Frauen und Männer nun gleich ist», antwortete sie ihm per E-Mail.
Wieso gibt es dann diese Preisunterschiede?
Einheitliches Rentenalter erst ab 2028
Auf Nachfrage des Beobachters bei der zuständigen Alliance Swisspass heisst es, der Grund dafür sei die befristete Übergangslösung bei der AHV-Reform mit der schrittweisen Anpassung des Rentenalters für Frauen.
Tatsächlich gilt erst ab 2028 für alle das einheitliche Rentenalter 65. Es wurde nicht sofort nach dem Entscheid an der Urne eingeführt. In der Übergangszeit gibt es diverse Spezialfälle und Ausgleichsmassnahmen für die betroffenen Jahrgänge.
Die GA-Preise für Seniorinnen und Senioren passe man deshalb auch per 1. Januar 2028 an, sagt Sprecherin Sarah Trummer. Ab dann gibt es das Senioren-GA für alle erst ab 65.
Die Branche habe sich im Herbst 2023 bewusst für diese Lösung entschieden. «Eine frühere oder schrittweise Anpassung hätte einen erheblichen technischen und organisatorischen Aufwand verursacht und andere wichtige Branchenprojekte verzögert.»