Darum gehts
- Tamedia streicht 34 Vollzeitstellen; 41 Mitarbeitende betroffen
- Betroffen sind fünf Newsrooms sowie der Print-Desk
- Gründe sind Werberückgang und Tech-Abfluss; KI soll helfen
Der Medienkonzern Tamedia baut ab und streicht 34 Vollzeitstellen. Insgesamt sind 41 Mitarbeitende betroffen. Besonders hart trifft es die Redaktionen. Wie das Medienunternehmen am Montag mitteilt, sollen in der Publizistik 30 Vollzeitstellen verschwinden, weitere vier beim Print-Desk. Betroffen sind die News-Redaktionen in Zürich, Bern, Basel, Lausanne und Genf.
Zu Tamedia gehören unter anderem der «Tages-Anzeiger», die «Berner Zeitung», die «Basler Zeitung» und die Westschweizer Titel «24 heures» und «Tribune de Genève». Von den 41 betroffenen Mitarbeitenden arbeiten 28 in den Redaktionen der Deutschschweiz, neun in der Romandie und vier beim Print-Desk.
Tamedia begründet den Abbau in einer Mitteilung mit dem fundamentalen Wandel im Mediengeschäft. Die Nutzung verändere sich, gleichzeitig sei der Werbemarkt stark rückläufig. Zudem würden immer mehr Schweizer Werbegelder zu internationalen Tech-Plattformen abfliessen.
Mehr Automatisierung und KI
Gleichzeitig will Tamedia seine Redaktionen neu organisieren. Aufgaben sollen gebündelt, administrative Arbeiten reduziert sowie Prozesse vereinfacht und stärker automatisiert werden. Eine zentrale Rolle sollen dabei künftig künstliche Intelligenz und Daten spielen.
CEO Jessica Peppel-Schulz spricht von einer «schwierigen Konsequenz» der neuen Marktrealität. «Hinter jeder Stelle stehen Menschen, die Tamedia mit ihrem Engagement geprägt haben.» Gleichzeitig müsse das Unternehmen wirtschaftlich tragfähig bleiben, um weiterhin in Journalismus, Marken und Produkte investieren zu können.
Für die betroffenen Angestellten beginnt nun eine Zeit der Unsicherheit. Bis Ende Oktober sollen sie in persönlichen Gesprächen erfahren, wer seinen Job verliert. In der Westschweiz läuft zunächst noch ein Konsultationsverfahren.
Für die Mitarbeitenden gilt ein Sozialplan. Vorgesehen sind unter anderem Unterstützung bei der beruflichen Weiterentwicklung sowie Möglichkeiten zur Frühpensionierung. Wo möglich, will Tamedia zudem interne Anschlusslösungen suchen.