Darum gehts
- Studie zeigt: Fast 50 Prozent der Schweizer überschreiten ihr Ferienbudget
- Westschweizer geben 2700 Franken aus, Deutschschweizer 2400 Franken für Sommerferien
- 25 Prozent bleiben im Sommer in der Schweiz
Nach den Sommerferien ist vor den Herbstferien. Höchste Zeit, einen Blick auf das Ferienbudget zu werfen. Bei vielen Schweizerinnen und Schweizern ist das Ferienkässeli leerer als geplant, zeigt eine neue Studie zum Reiseverhalten, die Blick vorliegt. Durchgeführt hat sie das Marktforschungsinstitut Corespective im Auftrag der Bank Cler.
Die wichtigsten Erkenntnisse aus den Sommerferien zeigen, wie Herr und Frau Schweizer ihre Ferien verbringen.
Kostenfalle Restaurant
Fast die Hälfte der Schweizer gibt in den Ferien mehr Geld aus als geplant. Die Restaurants in den touristischen Orten sind teurer als erwartet. Viele unterschätzen vor der Reise die Preise vor Ort oder gehen doch häufiger auswärts essen. So ist das Geld schneller weg als gedacht. Auch tückisch: Für Shopping, Souvenirs sowie Ausflüge am Ferienort greifen viele tiefer in die Tasche als vorgesehen.
Trotz Mehrkosten entspannt
Überraschung: Die ungeplanten Kosten nehmen die Schweizer locker. Fast die Hälfte der Befragten gab an, sich über die zusätzlichen Ausgaben gefreut zu haben. In den Ferien wird wohl öfter nach dem Motto «Man gönnt sich ja sonst nichts» gelebt. Auch wenn das Budget überschritten wird, ist die Hälfte der Befragten überzeugt, ihre Finanzen im Griff zu haben.
Für die Sommerferien geht rund die Hälfte des gesamten Ferienbudgets drauf. Ein Deutschweizer gibt durchschnittlich 2400 Franken für die Auszeit aus, ein Westschweizer 2700 Franken.
Westschweizer verreisen länger
Ferien vergehen im Wimpernschlag. Im Schnitt gönnen sich die Deutschschweizer 13 Tage Sommerferien. Zwei Tage mehr erlauben sich die Westschweizer. Am längsten verreisen im Sommer alle, die nicht mehr arbeiten müssen. Rentner geniessen so durchschnittlich 17 Ferientage.
Badeferien am beliebtesten
Die Schweizer suchen in den Sommerferien Entspannung. Die meisten bevorzugen deshalb klassische Bade- und Erholungsferien. Nur jeder Zehnte nimmt laut der Studie eine Städtereise oder Aktivferien auf sich.
Sommerferien zu teuer
Wegen der sonnigen Tage und den langen Schulferien ist der Sommer besonders beliebt für eine Auszeit. Die grosse Nachfrage treibt aber auch die Preise von Flügen und Hotels in die Höhe – mit Auswirkungen für Leute mit kleinerem Budget. Jeder fünfte Befragte hatte demnach kein Geld für das Reisen im Sommer. Bei den unter 30-Jährigen war es gar über ein Drittel. Die Konsequenz: Viele verschieben ihre Ferien auf eine andere Jahreszeit.
Reise mit dem Partner
Die Schweizer reisen ungern allein. Jeder Dritte verbringt die Sommerferien ausschliesslich mit dem Partner oder der Partnerin, ein weiteres Drittel hat minderjährige Kinder dabei. Ein Fünftel verbringt die freie Zeit lieber mit anderen Erwachsenen – wie Familienmitgliedern, Freunden oder in einer Reisegruppe. Allein verreisen vor allem die über 60-Jährigen, von denen fast ein Fünftel eine Soloreise absolviert.
Mehrheit bleibt in Europa
«Daheim ist es am schönsten», dachte sich ein Viertel der Befragten und blieb diesen Sommer in der Schweiz. Der Rest hat der Schweiz den Rücken gekehrt. Trotzdem hat es sie nicht weit weg gezogen. Je ein Drittel der Befragten verbrachte seine freie Zeit in einem der Nachbarländer oder in einem anderen europäischen Land. Nur jeder Zehnte wechselte den Kontinent.