Als erste Gemeinde in der Schweiz hat sich Saas-Grund VS ins Handelsregister eintragen lassen. Mit diesem Schachzug entgeht die Gemeinde Saas-Grund Steuerforderungen von mehreren 100'000 Franken.
Diese hätte sie sonst im Rahmen der Nachlassstundung der Bergbahnen Hohsaas begleichen müssen. Der Schritt sei mit Zustimmung des Eidgenössischen Finanzdepartements erfolgt, bestätigte der Gemeindepräsident und Chef der Bergbahnen Hohsaas, Bruno Ruppen, einen Bericht der Zeitung «Walliser Bote».
Damit die Bilanz nicht negativ ist
«Wir mussten diesen Schritt tun, um den Vermögensübertrag von den Bergbahnen Hohsaas zur Einwohnergemeinde optimal über die Bühne bringen zu können», sagte Ruppen. Die Vermögensübertragung sei notwendig, damit die Gemeinde wegen der Nachlassstundung der Bergbahnen keine negative Bilanz ausweise.
Solche Vermögenstransfers seien unter Firmen steuerfrei, nicht jedoch zwischen einer Firma und einer Gemeinde. «Ohne den Eintrag ins Handelsregister hätten wir für diesen Transfer ein paar 100'000 Franken Steuern zahlen müssen», sagt Ruppen der Zeitung.
Der Eintrag ins Handelsregister erfolgte per 3. Juni 2020. Er wurde im Walliser Amtsblatt veröffentlicht. Als Zweck wurden dort die Aufgaben der Gemeinde aufgeführt. Als Personen eingetragen waren der gesamte Gemeinderat samt Gemeindeschreiber.
Gesparter Batzen wird gebraucht
Die Walliser Gemeinde kann das nun gesparte Geld gut gebrauchen. Der Corona-Lockdown hat den Bergbahnen Hohsass zugesetzt. Mindereinnahmen von netto 430'000 Franken stehen in den Büchern gemäss «Walliser Bote».
Die Bergbahnen laufen wieder, die Feriengäste sind da. Ruppen, der Chef der Bergbahnen Hohsaas, spricht von einem regen Betrieb und einer aktuellen Umsatzsteigerung um die 15 bis 20 Prozent. (SDA/uro)