Darum gehts
- Sam Altman betont bei Indien-Besuch Effizienz und Evolution der KI
- ChatGPT-Nutzer in Indien übersteigen wöchentlich 100 Millionen
- KI-Sektor verbraucht jährlich 1,1 Billionen Liter Wasser weltweit
Sam Altman (40) hat eine klare Botschaft: Künstliche Intelligenz sei nicht nur effizient, sondern auch ein natürlicher Schritt in der Evolution des Wissens, so der CEO der KI-Firma OpenAI bei seinem Besuch in Indien, wie Business Insider Polska berichtet. Im bevölkerungsreichsten Land der Erde überschritt die wöchentliche Nutzerzahl des KI-Tools ChatGPT die 100-Millionen-Marke. Damit ist es nun der zweitgrösste Markt für OpenAI – ein Meilenstein, wie Altman am India AI Impact Summit bekannt gegeben hat.
An einer Veranstaltung der indischen Zeitung «Indian Express» verteidigte Altman den Energieverbrauch von KI-Modellen gegen kritische Stimmen, die den Ressourcenaufwand infrage stellen – und zwar mit einer Aussage, die aufhorchen liess. Altman erklärte: «Es ist sehr unfair, den Energieaufwand für das Training eines KI-Modells mit dem Aufwand zu vergleichen, den ein Mensch betreiben müsste, um dieselbe Frage zu beantworten und Schlussfolgerungen zu ziehen. Denn auch Menschen verbrauchen Energie, und sie brauchen 20 Jahre, um das nötige Wissen zu erlangen – in dieser Zeit essen und trinken sie ständig.»
Kritik am Wasserverbrauch für ChatGPT
Altman zog zudem einen überraschenden Vergleich zwischen KI und der menschlichen Evolution. Die aktuelle Wissenschaft sei das Ergebnis eines jahrtausendelangen Prozesses, an dem Milliarden von Menschen beteiligt waren. «Ein wesentlich ehrlicherer Ansatz wäre, den Energieaufwand von ChatGPT für die Beantwortung einer einzelnen Anfrage mit dem tatsächlichen Energieaufwand eines Menschen zu vergleichen. Demzufolge hat die KI die Menschheit puncto Energieeffizienz wahrscheinlich bereits überholt», so Altman.
Auch auf die Kritik am grossen Wasserverbrauch von Rechenzentren ging Altman ein. Er wies Berichte zurück, wonach jede Anfrage an ChatGPT 65 Liter Wasser benötige. «Früher stimmte das. Wir nutzten Wasser zur Verdunstungskühlung in Rechenzentren, aber heute nicht mehr», stellte er laut Business Insider Polska am Event in Indien klar.
Dennoch bleibt der ökologische Fussabdruck des KI-Sektors ein Thema. Laut einem Bericht der britischen Government Digital Sustainability Alliance (GDSA) verbraucht die Branche bereits 1,1 Billionen Liter Wasser jährlich. Und dieser Wert soll sich laut Prognosen bis 2027 auf 6,6 Billionen Liter erhöhen. Als mögliche Lösung diskutieren Experten die Verlagerung von Rechenzentren ins Weltall. Dort könnten der Ressourceneinsatz minimiert und gleichzeitig die Effizienz durch Solarenergie gesteigert werden.
Dieser Artikel ist zuerst auf Business Insider Polska erschienen. Die Newsplattform gehört wie Blick zu Ringier.