Darum gehts
- Durchschnittszins bei Säule-3a-Konten liegt bei 0,21 Prozent
- Zwischen dem Spitzenreiter und den Schlusslichtern liegt über eine Laufzeit von 30 Jahren ein Unterschied von mehr als 28'000 Franken
- Die grossen Schweizer Filial- und Kantonalbanken schneiden mit durchschnittlich 0,14 Prozent Zins besonders schlecht ab
Mit Einzahlungen in die dritte Säule sorgen viele Schweizerinnen und Schweizer für das Alter vor – und sparen dabei auch noch Steuern. Entsprechend beliebt sind 3a-Sparkonten. Doch die Zinssätze befinden sich im absoluten Sinkflug.
Aktuell gibt es im Schnitt noch 0,21 Prozent Zins, wie aus einer aktuellen Erhebung des Vergleichsdienstes Moneyland hervorgeht. Die Auswertung von 93 Säule-3a-Anbietern bringt zudem riesige Unterschiede zwischen den Banken zutage.
Heftige Zinsunterschiede
Während viele Banken nur noch tiefe 3a-Sparzinsen gewähren, gibt es noch wenige Lichtblicke: Die Westschweizer Caisse d'Epargne d'Aubonne zahlt Spitzenreiter-Zinsen von 1,0 Prozent. Die Cornèr Banca schnappt sich den zweiten Platz mit 0,7 Prozent. Platz drei teilen sich mit 0,65 Prozent die Crédit Agricole Next Bank, Hypo Vorarlberg Bank, Pilla und Tellco.
Diese Angebote stechen heraus. Denn die bittere Realität sieht anders aus: Bei 68 der 93 untersuchten Anbieter liegen die Zinsen bei 0,2 Prozent oder weniger. Ganz hart trifft es Kunden von Swiss Life und der Bank J. Safra Sarasin: Hier liegt der Zins gar bei 0 Prozent.
Zinseszinsen werden unterschätzt
Viele Sparer unterschätzen den Zinseszins-Effekt gewaltig, warnt Moneyland. Ein Rechenbeispiel zeigt, wie viel Geld durch die Lappen geht: Wer über 30 Jahre hinweg monatlich 500 Franken einzahlt, hat bei 0,05 Prozent Zins rund 181'353 Franken auf dem Konto. Wer aber bei 1 Prozent Zins gleich viel über die 30 Jahre einzahlt, hat am Ende einen Kontosaldo von 209'666 Franken. Das ist ein Unterschied von über 28'000 Franken!
Der Grund für den Zins-Absturz: Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat den Leitzins mehrfach gesenkt. «Diese Senkungen führen zu einem niedrigeren Zinsniveau. Davon sind mit zeitlicher Verzögerung auch 3a-Sparkonten betroffen», erklärt Moneyland-Geldexperte Ralf Beyeler. Im November 2023 lag der Durchschnittszins noch bei 0,27 Prozent, Anfang 2025 sogar bei 0,61 Prozent, also fast dreimal so hoch wie jetzt.
Experte rät zum Wechsel
Wer sein Geld bei den Grossbanken hat, schaut besonders tief in die Röhre. Die sechs überregionalen Filialbanken und die vier grössten Kantonalbanken zahlen im Schnitt nur mickrige 0,14 Prozent Zins. Bank Cler, Raiffeisen, Migros Bank und Valiant zahlen da noch am meisten, mit jeweils 0,2 Prozent Zinsen. Schlusslichter sind Postfinance und die Waadtländer Kantonalbank mit je 0,05 Prozent.
Beyeler rät deshalb dringend zum Handeln: «Die Unterschiede sind wirklich sehr gross. Da auf Vorsorgekonten in der Regel grössere Beträge liegen, sollte ein Wechsel geprüft werden. Wer jetzt wechselt, wird im Alter mehr Geld zur Verfügung haben.»