Preisexplosion in der Garage
So sparen Autofahrer zünftig Geld bei Ersatzteilen

Die Preise für Reparaturen und Ersatzteile sind extrem gestiegen. Mit diesen Tipps fahren Autofahrerinnen und Autofahrer deutlich günstiger.
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Die Wahl der richtigen Werkstatt kann einen riesigen Unterschied im Portemonnaie machen.
Foto: Shutterstock

Darum gehts

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Gian Signorell
Beobachter

Die Reparatur nach einem Blechschaden reisst immer öfter grosse Löcher ins Portemonnaie. Die Preise für Autoersatzteile klettern seit Jahren in mitunter schwindelerregende Höhen. Ein Grund für die Kostenexplosion ist die verbaute Technik. Laut Axa gehören Kameras und Sensoren inzwischen zur Standardausrüstung, der Ersatz eines Scheinwerfers kostet heute deshalb meist über 1300 Franken, fast 50 Prozent mehr als noch vor fünf Jahren. Die Reparatur eines durchschnittlichen Kollisionsschadens kostet heute mit knapp 3400 Franken – ebenfalls gemäss Axa – über einen Fünftel mehr.

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Das ist ein Beitrag aus dem «Beobachter». Das Magazin berichtet ohne Scheuklappen – und hilft Ihnen, Zeit, Geld und Nerven zu sparen.

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Doch die Technik erklärt nicht die gesamte Preisentwicklung. Ein sehr gut informierter Brancheninsider berichtet, dass die Hersteller während der Corona-Pandemie die Preise drastisch erhöhten – und sie danach nicht wieder senkten. Aus Angst vor geschäftlichen Nachteilen möchte die Quelle anonym bleiben. Während der Pandemie hatten unterbrochene Lieferketten einen Mangel herbeigeführt. «Ein extremes Beispiel ist etwa ein Dieselpartikelfilter. Das Bauteil verteuerte sich innert zehn Jahren von 1500 auf 4500 Franken», so die Quelle.

«Das können wir nicht bestätigen», schreibt Auto-Schweiz, die Vereinigung Schweizer Automobil-Importeure, auf Anfrage des Beobachters. Verantwortlich für die Preisentwicklung sei vor allem der starke Anstieg der Kosten für Rohstoffe und Energie. Auch die Lager- und Transportkosten seien stark gestiegen.

Bauteile doppelt so teuer wie im Ausland

Importeure würden den Vertragswerkstätten oft hohe Umsatzziele diktieren, die nur mit überteuerten Ersatzteilen erreicht werden könnten. Auch der Schweizer Zuschlag sei massiv, teilweise seien Bauteile doppelt so teuer wie im Ausland. Auto-Schweiz schreibt dazu, die Hersteller würden zwar Volumenziele mit den Vertragswerkstätten vereinbaren, die Preise für Originalersatzteile würden aber kaum variieren. 

Ein weiteres Problem liegt bei den Markengaragen. Diese werden von den Autokonzernen in der Regel dazu verpflichtet, ausschliesslich extrem teure Originalteile einzubauen, wie die Konsumentenzeitschrift «Saldo» berichtete. Für einen Parksensor habe eine Markengarage 177 Franken verlangt, während ein baugleiches Teil im Internet für 11 Franken erhältlich ist. Eine Originalbatterie für einen Renault kostete 313 Franken beim Händler, online gab es das gleiche Produkt für 80 Franken. Ein Originalzahnriemen schlägt gemäss «Saldo» mit 149 Franken zu Buche. Preis im Netz: ab gut 10 Franken.

Clever sparen mit freien Werkstätten

Wer die Fantasiepreise umgehen will, kann sein Auto von einer unabhängigen Garage warten und reparieren lassen. «Freie Werkstätten haben nicht nur tiefere Stundenansätze, sondern verbauen auch qualitativ gleichwertige Ersatzteile aus dem freien Markt, sogenannte OE-Teile», sagt Stephan Jäggi, Geschäftsleiter des Verbands freier Autohandel Schweiz (VFAS). Auf Autofit.ch findet man freie Garagen in der Nähe. 

OE-Teile – die Abkürzung steht für Original Equipment – sind qualitativ gleichwertige Ersatzteile, die auf dem freien Markt erhältlich sind. Oft werden diese Bauteile von denselben Herstellern produziert, die auch die teuren Originalteile für die grossen Autokonzerne liefern. Wichtig: Gemäss geltenden EU-Wettbewerbsvorschriften bleibt die Fahrzeuggarantie auch bei der Verwendung solcher Teile vollumfänglich bestehen. Unter dem Strich lassen sich so bei einem Service oder einer Reparatur oft 10 bis 30 Prozent der Kosten einsparen.

Reparieren statt ersetzen

Oft muss ein teures Teil auch gar nicht komplett ausgetauscht werden. Garagen mit dem Label «Green Car Repair» können beschädigte Komponenten fachgerecht reparieren. Dazu gehören Kunststoffteile, Scheiben und Scheinwerfer, aber auch kleinflächige Lackierungen und das Ausbeulen. Die Garagen findet man unter Greencarrepair.ch.

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