Pfannen-Chef Ami Toren von Swiss Diamond
«Unsere Walliser Woks sind in China heiss begehrt»

Das Woks in China beliebt sind, ist klar – aber aus dem Wallis? Pfannenhersteller Swiss Diamond produziert in Siders. Geschäftsführer Ami Toren verrät, wieso seine Pfannen im Reich der Mitte so gefragt sind.
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Dieser Wok, hergestellt in der Schweiz, hat es den Chinesen angetan.
Foto: zVg

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Swiss Diamond produziert jährlich 2 Millionen Pfannen in Siders VS
  • Chinesische Kunden kaufen dreimal mehr als US-Kunden
  • 300 Franken für einen Wok, nur 3 Prozent Umsatz in der Schweiz
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Milena KälinRedaktorin Wirtschaft

Von Aussen sieht die Fabrik von Swiss Diamond im Industriegebiet von Siders VS fade aus. Was im Inneren hergestellt wird, lässt aber auf der ganzen Welt die Augen von Kochfans leuchten. An diesem Standort produziert die Firma zwei Millionen Pfannen pro Jahr.

Dass die Produkte aus dem Wallis so gefragt sind, liegt an einer Antihaftbeschichtung mit echten Diamantpartikeln, wodurch die Pfannen deutlich länger halten sollen als andere. Das hat sich auch im Reich der Mitte herumgesprochen. «Unsere Woks aus dem Wallis sind in China heiss begehrt», sagt Direktor Ami Toren (70) gegenüber Blick.

Für die Schweizer Firma ist Asien noch vor den USA der wichtigste Markt. «Nach China verkaufen wir dreimal so viel wie in den USA», so der Chef. Das überrascht, wenn man bedenkt, dass Swiss Diamond bereits seit 25 Jahren auf dem US-Markt präsent ist und ihre Waren erst seit 2013 nach China verschifft. 

Die Chinesen scheuen sich nicht, für eine Schweizer Pfanne tief in die Taschen zu greifen. Besonders der Wok für 300 Franken ist beliebt. «Chinesische Verbraucher haben weniger Vertrauen in lokal hergestellte Produkte. Sie schätzen deshalb importierte Ware sehr», erklärt Toren. Geholfen haben auch die in China so beliebten TV-Homeshopping-Sender.

In den Schweizer Küchen dominieren hingegen andere Marken: Hierzulande macht Swiss Diamond gerade mal drei Prozent des Umsatzes.

Verkäufe wegen US-Zöllen eingebrochen

Während das Geschäft in China rauscht, ist der zweitwichtigste Absatzmarkt für den Hersteller zur Herausforderung geworden: Die Verkäufe in die USA stocken – und kamen zwischenzeitlich fast komplett zum Erliegen. Schuld sind die US-Strafzölle. Hinzukommen die Stahlzölle, welche die Pfannen zusätzlich verteuern. «Da sich die Lage stabilisiert hat, arbeiten wir nun verstärkt daran, den Rückstand aufzuholen», so Toren. 

Bei der Rückeroberung des US-Markts soll nun auch die 365-Garantie-Kampagne helfen, die Swiss Diamond dort im November 2024 eingeführt hat. Wer mit der Pfanne nicht zufrieden ist, bekommt auch nach 364 Tagen den vollen Betrag zurückerstattet – ohne unangenehme Rückfragen. «Seitdem haben wir zehn Pfannen zurückerhalten und den Kunden den vollen Kaufpreis erstattet», so Toren. 

Für alle Kunden weltweit bietet der Pfannenproduzent gar eine lebenslange Garantie. «Das bedeutet, dass wir eine Pfanne ersetzen, wenn sie sich nach 40 Jahren verzieht oder die Beschichtung bricht», so der Chef. Zumindest sofern sich die Kunden an die Pflege- und Gebrauchshinweise halten. 

Teure Energiekosten in der Schweiz

Die Geschichte des Pfannenherstellers reicht weit zurück: Seit über 50 Jahren ist die Firma in der Beschichtungsindustrie tätig. Nach der Erfindung der speziellen Diamantbeschichtung im Jahr 2000 stieg das Unternehmen dann auch in die Produktion von Pfannen ein. In Siders arbeiten mittlerweile 30 Angestellte.

Am Standort in der Schweiz will die Firma trotz Mehrkosten festhalten. Doch nicht nur wegen der Löhne ist eine Produktion hierzulande teuer. «Energie kostet deutlich mehr als in vielen anderen Ländern», so der Chef. Und auch der Transport: Allein für einen Container von Siders zum nächsten Hafen bezahlt die Firma etwa 2800 Franken. Hinzu kommen noch die Kosten für die Seefracht.

Jetzt plant die Firma mit einer neuen PFAS-freien Beschichtung – also ohne synthetische Chemikalien – in weiteren Märkten durchstarten. 

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