Darum gehts
In wenigen Wochen ist es so weit: ein halbes Jahr unbezahlter Urlaub! Die bleichen Bürolistenhände werden sich daran gewöhnen müssen, nicht mehr faul auf der Computertastatur herumzuliegen. Sondern sich an den Lenker des Rennvelos zu krallen. Oder im Wörterbuch Italienisch–Deutsch zu blättern. In der Euphorie geht schnell vergessen: Das ist der Moment für ein Zwischenzeugnis. Natürlich rechnet niemand damit, dass sich in den paar Monaten alles ändert, wenn man weg ist. Aber wer weiss, vielleicht wird der Chef fristlos gekündigt, die Abteilung auf den Kopf gestellt oder jemand anders zeigt sich geschickter mit den täglichen Aufgaben.
Mit einem Zwischenzeugnis können sich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein Stück weit absichern. Es beweist schwarz auf weiss, wie zufrieden der Betrieb mit den Leistungen ist – und ist damit viel wert. Man braucht es nicht nur, um einen neuen Job zu finden. Sondern es hilft auch, wenn intern eine Stelle frei wird.
Zwischenzeugnisse sind zudem eine Art Versicherung für den Fall, dass später das Schlusszeugnis wesentlich weniger gut ausfällt. Dann müsste der Arbeitgeber beweisen, dass sich Leistung und Verhalten tatsächlich verschlechtert haben.
Lebenssituationen für ein Zwischenzeugnis
In diesen Situationen sollten Angestellte immer ein Zwischenzeugnis verlangen:
Interne Veränderungen
- Die Vorgesetzte wechselt: Die neue Chefin kann die Arbeit der letzten Jahre schliesslich nicht beurteilen.
- Interner Wechsel: Egal, ob man die Abteilung wechselt oder eine andere Rolle annimmt – alles, was zuvor war, soll dokumentiert sein.
- Änderungen in der Firma oder der Organisation: Egal, ob die Firma fusioniert, verkauft wird oder Abteilungen aufgelöst werden.
Berufliche Neuorientierung
- Neuen Job suchen, extern oder intern: Ein aktuelles Zwischenzeugnis erhöht die Chancen.
- Nach etwa fünf Jahren im gleichen Betrieb: Wer kann sich schon daran erinnern, was vor noch längerer Zeit war?
Längere Auszeit
- Elternzeit oder Pflegezeit: Zwischenzeugnis anfordern, bevor es losgeht.
- Sabbatical oder unbezahlter Urlaub.
- Langfristige Weiterbildung: Nicht nur wegen der Abwesenheiten, sondern auch, um das bisherige Aufgabenprofil festzuhalten – das kann wechseln mit den neuen Fähigkeiten.
Wissen, was wirklich drinsteht: Formulierungen im Arbeitszeugnis können versteckte Botschaften enthalten, die über Ihre berufliche Zukunft entscheiden. Der Beobachter deckt auf, was zwischen den Zeilen steht, und gibt Ihnen die Sicherheit für Ihren nächsten Schritt.
Wissen, was wirklich drinsteht: Formulierungen im Arbeitszeugnis können versteckte Botschaften enthalten, die über Ihre berufliche Zukunft entscheiden. Der Beobachter deckt auf, was zwischen den Zeilen steht, und gibt Ihnen die Sicherheit für Ihren nächsten Schritt.
Was im Zwischenzeugnis stehen soll
Beim Zwischenzeugnis gelten grundsätzlich die gleichen Regeln wie beim Schlusszeugnis. Angestellte haben einen Anspruch darauf. Es muss Art und Dauer des Arbeitsverhältnisses festhalten sowie die Leistung und das Verhalten der Arbeitnehmerin, des Arbeitnehmers wahr und wohlwollend beurteilen. Im Gegensatz zum Schlusszeugnis ist es in der Gegenwart abgefasst.
Wichtig: Am Schluss eines guten Zwischenzeugnisses dankt der Arbeitgeber für die geleistete Arbeit und wünscht sich, weiter mit der Arbeitnehmerin zusammenzuarbeiten. Falls dort nichts Derartiges steht, kann das bedeuten, dass das Arbeitsverhältnis entweder schon gekündigt ist oder man zumindest die Mitarbeiterin nicht sehr vermissen würde.
Das ist ein Beitrag aus dem «Beobachter». Das Magazin berichtet ohne Scheuklappen – und hilft Ihnen, Zeit, Geld und Nerven zu sparen.
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