Darum gehts
- Ein temporärer Blitzer an der A3 brachte 2025 rund 400'000 Franken ein
- 15'000 Fahrzeuge wurden geblitzt, Spitzenwert: 222 Kilometer pro Stunde
- Wöchentliche Einnahmen 80'000 bis 140'000 Franken, Mietkosten 7000 Franken
Bei der Geisterraststätte an der A3 in Obstalden GL am Walensee klingelt die Kasse. Das liegt nicht etwa daran, dass die seit 2002 geschlossene Raststätte wieder offen ist. Die Polizei hat auf dem Autobahn-Abschnitt einen temporären Blitzer aufgestellt, und zwar mit durchschlagendem Erfolg für die Kantonskasse: Die Bussen-Einnahmen während des Tests im letzten Jahr belaufen sich auf rund 400'000 Franken, wie zuerst die «Südostschweiz» berichtet hat. Damit brachte ein einziger Blitzer fast ein Viertel der gesamten Bussen-Einnahmen des Kantons aus dem Vorjahr ein.
Etwa 15'000 Fahrzeuge tappten in die semistationäre Radarfalle, deren Position immer wieder verschoben wurde. Der grosse Vorteil aus Sicht der Polizei: Während mobile Messgeräte vor Ort mit Personal überwacht werden müssen, arbeiten semistationäre Anlagen völlig autonom. Die Glarner Polizei setzte das Gerät im Rahmen von Tests verschiedener Messgeräte für Geschwindigkeitsübertretungen erstmals auf der A3 ein.
A3-Abschnitt sehr gefährlich – auch wegen Geisterraststätte
Beim Test hat die Polizei teilweise erhebliche Tempoüberschreitungen gemessen: Der krasseste Fall: Ein Lenker, der gemäss Polizei mit brutto 222 Kilometer pro Stunde über die Autobahn donnerte, wie die «Südostschweiz» schreibt. Ein Raserdelikt, das die Einleitung eines Strafverfahrens und den Entzug des Führerausweises zur Folge hatte.
Der Glarner Abschnitt der A3 ist wegen der Tunnel, einer Baustelle und des fehlenden Pannenstreifens alles andere als ungefährlich: Jahr für Jahr kommt es hier zu 40 bis 70 Unfällen. Am Sicherheitsthema scheiterte auch eine Wiedereröffnung der Geisterraststätte.
Der österreichische Unternehmer Heinz Peter Moravcik (85) kaufte das Gebäude 2013 und wollte ihm wieder Leben einhauchen. 2017 dann der Schock. Das Bundesamt für Strassen (Astra) hat den Parkplatz der Raststätte geschlossen – aus Sicherheitsgründen. Zu kurz ist der Streifen zum Einspuren, zu gross der Verkehr. Mit dem Auto kommt man fortan nicht mehr zum Gebäude. Nur noch zu Fuss über einen Wanderweg oder mit dem Velo.
Moravcik will die Immobilie mittlerweile ans Astra verkaufen, ruft dafür mit 1,5 Millionen aber einen Preis auf, der gemäss Astra «deutlich» über dem effektiven Wert liegt. Der Besitzer ist mittlerweile schwer krebskrank. Im Dezember erhob er schwere Vorwürfe: «Das Astra spekuliert nur auf meinen Tod, das ist schäbig», sagte Moravcik dem Blick. Das Bundesamt für Strassen wies den Vorwurf «entschieden» zurück.