Darum gehts
- Schweiz kann KI-Potenzial von 15 Mrd. CHF jährlich bis 2034 ausschöpfen
- Pharma- und Biotechnologie könnten 5-7 Mrd. CHF BIP-Zuwachs pro Jahr bringen
- Swiss sparte in 14 Wochen über 1 Mio. CHF durch KI-Lösung
Künstliche Intelligenz (KI) ist weltweit als Türöffner bekannt. So auch in der Forschung und Entwicklung: Allein in der Schweiz liegt das Innovationspotenzial bei 15 Milliarden Franken pro Jahr. Das zeigt eine neue Studie, die Google und Digital Switzerland bei Implement Consulting Group in Auftrag gegeben haben.
Konkret bedeutet das: Schöpft die Schweiz das Potenzial von KI im Bereich Forschung und Entwicklung richtig aus und steigert so die Effizienz, könnte dies bis 2034 jährlich 15 Milliarden Franken zum BIP beisteuern.
Aktuell scheint es umso wichtiger, dass die Schweiz das Potenzial auch nutzt: Denn die Forschungsaktivitäten in der Schweiz und auch sonst in Europa nehmen ab. Zudem springt in Europa bei Investitionen in Forschung und Entwicklung weniger heraus als beispielsweise in den USA.
Riesiges Potenzial in Pharma
Besonders gross ist das Potenzial in der Pharma- und Biotechnologie-Branche. Gemäss der Studie winkt dort ein BIP-Zuwachs von jährlich 5 bis 7 Milliarden Franken. Aber auch im Bereich der Lebensmittelproduzenten ist das Potenzial mit 3 bis 4 Milliarden enorm. Im Wirtschaftsingenieurwesen sowie in der Elektronik- und Chemiebranche geht die Studie von einem BIP-Wachstum von jeweils jährlich 1 bis 3 Milliarden Franken aus.
Insgesamt kann KI die Effizienz der Forschung und Entwicklung hierzulande um 10 bis 20 Prozent steigern. Das ist auch der Swiss gelungen, wie dieses Beispiel zeigt: Die Airline brauchte eine Möglichkeit, um Daten von Besatzung, Passagieren und Rotationen zu kombinieren. Mit Google Cloud konnte eine Plattform entwickelt werden, die den Betrieb nahezu in Echtzeit darstellt, Szenarien bewertet und Massnahmen vorschlägt, die Fluglotsen einfach umsetzen können.
In den ersten 14 Wochen konnte die Airline dank der neuen Lösung über eine Million Franken sparen. Die Hälfte der Swiss-Flüge werden mittlerweile durch das System optimiert.
KI-Aktionsplan soll kommen
In der Schweiz gibt es bisher keinen nationalen Plan zur Nutzung von KI. Anders in der EU: Der «EU AI Act» ist das erste umfassende KI-Gesetzt weltweit. Dieses reguliert den Umgang, die Entwicklung sowie den Einsatz von KI. Bestimmte Anwendungen sind gar komplett verboten.
Nun tüftelt Digital Switzerland an einem ähnlichen Vorstoss: «Gemeinsam mit unseren Partnern arbeiten wir an einem AI Action Plan, der auf Schweizer Werten basiert und konkrete Schritte für eine verantwortungsvolle und zugleich wirkungsorientierte Nutzung von KI definiert», erklärt Geschäftsführerin Franziska Barmettler (42).
Die CEO stellt die Studie und den Aktionsplan am 20. Januar im Rahmen des World Economic Forums vor. Unter anderem wird alt Bundesrat Alain Berset vor Ort sein.