Für Spannung war vor dem heutigen Leitzins-Beschluss der Schweizerischen Nationalbank (SNB) gesorgt. Ökonomen sprachen von einer «Münzwurf»-Entscheidung. Jetzt ist klar: Die SNB senkt den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf ebenfalls 0,25 Prozent.
Es ist somit die fünfte Zinsreduktion in Folge. Im letzten Dezember sorgte SNB-Präsident Martin Schlegel (48) für eine Überraschung und senkte den Leitzins um 0,5 Prozentpunkte.
Die Gründe
Als Hauptgrund sieht die SNB die Inflation. Mit dem heutigen Zinsschritt möchte die Nationalbank dem schwachen Inflationsdruck und den erhöhten Abwärtsrisiken Rechnung tragen. Die Inflation soll «mittelfristig im Bereich der Preisstabilität bleiben», heisst es weiter.
«Die Inflation hat sich seit der letzten Lagebeurteilung wie erwartet entwickelt», gibt sich die SNB selbstsicher. Von 0,7 Prozent im November 2024 steht sie momentan bei 0,3 Prozent. Durch die Zinsanpassung verändert die Notenbank die Inflationsprognose kaum. «Ohne die heute beschlossene Senkung läge die Prognose in der mittleren Frist tiefer.» 2025 soll der Jahresdurchschnitt 0,4 Prozent betragen. Die Prognose beruht auf der Annahme, dass der SNB-Leitzins über den gesamten Zeitraum 0,25 Prozent beträgt.
Doch auch die Weltlage spielt in der Zinsentscheidung eine Rolle. «Die Unsicherheit für die Weltwirtschaft ist aktuell hoch», steht in der Mitteilung weiter. «Besonders handels- und geopolitisch kann sich die Situation womöglich schnell und markant verändern.» Das übt sich auch auf die Aussichten der Schweizer Wirtschaft aus. Die Entwicklungen im Ausland sieht die SNB weiterhin als Hauptrisiko.