Neuer Besitzer spart radikal
Deutscher Hotelplan-Besitzer streicht rund 250 Stellen

Der Reisekonzern Dertour Suisse setzt nach der Übernahme von Hotelplan den Rotstift an. Bis Ende 2027 würden voraussichtlich rund 250 Stellen abgebaut, teilte der Kuoni-Besitzer am Dienstag mit. Auch 15 Filialen und die Marke Travelhouse werden beerdigt.
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Dertour hat Hotelplan vor drei Monaten übernommen.
Foto: imago images/Geisser

Darum gehts

  • Dertour plant Stellenabbau und Filialzusammenlegungen nach Hotelplan-Übernahme
  • Travelhouse-Marke wird eingestellt, Angebot von Kuoni-Spezialisten übernommen
  • Bis 2027 könnten bis zu 250 Stellen abgebaut werden
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Nathalie BennRedaktorin Wirtschaft

Knall beim Reiseriesen Dertour: Vor drei Monaten übernahm der Konzern die Hotelplan-Gruppe. Jetzt werden erste Umstrukturierungen vorgenommen, wie es in einer Mitteilung heisst. Dazu gehört auch ein grosser Stellenabbau: Die neue Organisation könne zu einem Abbau von bis zu 250 Stellen bis Ende 2027 führen, heisst es.

Der Stellenabbau betrifft vor allem die IT und den Einkauf, wie ein Dertour-Sprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP erklärte. Dabei wird auch das Vertriebsnetz verkleinert. Bis Ende 2026 würden voraussichtlich 15 Filialen «aus wirtschaftlichen Gründen» zusammengelegt. 

Viele Kuoni- und Hotelplan-Filialen nahe beieinander

Welche Reisebüros betroffen seien, werde später bekannt gegeben, sagte der Dertour-Sprecher: «Unter welcher Marke die Filialen künftig auftreten, wird für jeden Standort individuell geprüft.» Zum Reiseanbieter Dertour Suisse gehört unter anderem auch Kuoni. 

Und eine Blick-Auswertung von Anfang Oktober zeigt: An einigen Orten liegen Filialen der ehemaligen Konkurrenten direkt nebeneinander, etwa im Glattzentrum in Wallisellen ZH, an der Basler Gerbergasse, beim Zürcher Bellevue und an der Marktgasse in Bülach ZH. Konkret sind es 37 Filialen, die lediglich innerhalb einer kurzen Gehdistanz zueinander liegen.

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Filialen von Kuoni und Hotelplan, die weniger als 5 Gehminuten voneinander entfernt liegen, gibt es beispielsweise in Luzern, Solothurn, Bern, Morges VD, La Chaux-de-Fonds NE, Brig VS, Thun BE und Baden AG. Nur etwa die Hälfte aller 136 Filialen befindet sich exklusiv in einer Ortschaft oder in mehr als 15 Minuten Gehdistanz vom Standort der neuen Kollegen.

Auch Spezialanbieter Travelhouse wird beerdigt

Der Reisekonzern werde künftig voraussichtlich 120 Filialen in der Schweiz weiterbetreiben. Damit habe man das landesweit grösste Netz an Reisebüros, heisst es von Dertour. Das Personal der Filialen werden man auch bei der Zusammenlegung grossteils übernehmen können, so der Dertour-Sprecher: «Dort wird vor allem die Führungsstruktur verschlankt.»

Die Umbaupläne haben auch Konsequenzen beim Spezialreisen-Angebot: Hier verschwindet die Hotelplan-Marke Travelhouse, die in der Schweiz über sechs eigene Filialen verfügt. Das Reiseangebot von Travelhouse werde von den neun Kuoni-Spezialistenmarken übernommen.

Zudem wird die IT zusammengelegt. Grundlage dafür sei die technologische Plattform des deutschen Mutterkonzerns Dertour Group für Reservierung, Buchung, Einkauf und Produktion. Neu sollen neben den Dertour-Marken Kuoni und Helvetic Tours künftig auch die Marken Hotelplan und Migros Ferien vom gemeinsamen System profitieren. Der Einkauf von Dertour Suisse wird in Deutschland gemacht.

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