Darum gehts
- Die Migros hat ihr Restaurant-Personal nachgeschult, um fixe Portionsgrössen konsequent einzuhalten
- Grund für die Massnahme seien Tellerreste, die rund ein Fünftel der Lebensmittelabfälle ausmachen
- Die Preise bleiben unverändert
Die Migros-Restaurants gehören für viele zum Alltag. Als Zmittag holt man sich dort etwas vom Buffet oder bestellt ein fixes Menü. Es gibt Klassiker wie Cordon bleu, Bratwurst mit Zwiebelsauce und Pommes oder ein halbes Poulet. Meist kommt man mit unter 20 Franken davon. Entsprechend beliebt sind die über 200 Restaurants des orangen Riesen.
Doch wer jetzt schöpfen lässt, stellt fest: Es landet teilweise weniger auf dem Teller als noch vor wenigen Wochen. Der Grund: Die Migros-Köche haben in einigen Fällen grosszügiger aufgetischt, als es der Dutti-Detailhändlerin lieb war. Sie hat darüber im «Migros-Magazin» informiert. «Rund ein Fünftel der Abfälle entsteht auf den Tellern der Gäste. Darauf wurde rasch reagiert: Für die Ausgabe wurden klare Schöpfmengen definiert, um den Bedarf besser zu treffen», heisst es darin.
Migros reagiert auf Foodwaste-Analyse
Was sagt die Migros zu dieser Massnahme? Man habe kürzlich eine Foodwaste-Analyse durchgeführt, sagt Mediensprecher Tobias Ochsenbein gegenüber Blick. Als Reaktion habe die Migros nun die Mitarbeitenden sensibilisiert und nachgeschult, «damit die in den Rezepturen definierten Portionsgrössen konsequent eingehalten werden», so Ochsenbein.
Die Analyse habe gezeigt, dass teilweise grosszügiger geschöpft wurde als von den Portionsgrössen vorgegeben. Mit dieser Grosszügigkeit ist es nun aber vorbei. Der Migros-Sprecher wiegelt jedoch ab: «Die definierten Portionsgrössen wurden dabei nicht reduziert.» Zudem gelte: Wer mehr Hunger hat, könne bei der Ausgabe jederzeit eine grössere Portion verlangen. Mit welchen Portionsgrössen die Migros genau kalkuliert, bleibt allerdings ihr Geheimnis: Zu den genauen Gramm-Vorgaben schweigt sie.
Auch am Preis ändert sich laut dem Sprecher nichts. Primäres Ziel sei die Nachhaltigkeit. Dass die Migros dank der Sparmassnahme am Teller auch noch Geld spart, sei laut Ochsenbein lediglich «ein positiver Nebeneffekt».
Auch beim Buffet soll Abfall reduziert werden
Nicht nur bei den Tellergerichten will der orange Riese den Abfall reduzieren, sondern auch an den Buffets. Das ist nicht ganz einfach: Damit das Angebot attraktiv bleibt, darf die Auslage nicht leer wirken. Deshalb setzt die Migros auf Wiederverwertung: Kartoffeln vom Tagesmenü wandern am Folgetag in den Kartoffelsalat. Andere Reste werden über die Lebensmittelrettungs-App «Too Good To Go» verkauft. Auch an der Produktionsmenge schraubt sie, je nach Bedarf. Was dann noch übrig bleibt, wird zu Biogas.
Neben McDonald's ist die Migros der grösste Gastro-Player der Schweiz. Doch der Spardruck steigt: Zuletzt mussten mehrere Filialen – etwa in der Ostschweiz – schliessen. Der Trend ist klar: Viele Schweizerinnen und Schweizer greifen über Mittag lieber direkt im Supermarkt zu Fertigmenüs, Sandwiches oder Salaten. Die Nachfrage in den Restaurants sinkt spürbar. Darum pfeift die Migros nun ihre grosszügigen Restaurant-Köche zurück.