Darum gehts
- Michel Péclard übernimmt ab 2027 die Insel Lützelau im Zürichsee
- Er plant unter anderem Glamping-Zelte und einen Boots-Shuttle bis Mitternacht
- Naturschutzorganisation Pro Natura schlägt Alarm: Die Pläne seien teilweise nicht mit den strengen Schutzvorschriften vereinbar
Michel Péclard (57) hat grosse Pläne für die kleine Insel Lützelau im Zürichsee. Ab 2027 übernimmt der Gastro-König die Bewirtschaftung des 33'800 Quadratmeter grossen Eilands. Damit hat sich der umtriebige Gastronom nach der benachbarten Ufenau bereits die zweite Insel im Zürichsee gesichert.
Seine Pläne verriet er Blick bereits Ende September: Die Küche soll saniert, das Abwassersystem erneuert werden. Das bestehende Plastikzelt will er durch ein Holzzelt mit neuem Holzboden ersetzen. Zudem plant er zwei Glamping-Zelte für Übernachtungsgäste. Auch den bestehenden Boots-Shuttle zwischen Rapperswil-Jona SG und der Insel möchte Péclard ausbauen. Gäste sollen die Insel künftig von 10 Uhr morgens bis Mitternacht erreichen und verlassen können.
Naturschützer schlagen Alarm
Doch noch bevor Péclard auf der Lützelau den ersten Gast bewirtet, droht ihm Ungemach. Denn bei seinen Plänen schaut ihm jemand ganz genau auf die Finger: die Naturschutzorganisation Pro Natura. Die Insel liegt mitten im streng geschützten Frauenwinkel, dem grössten Naturschutzgebiet am Zürichsee, das zahlreichen Tierarten einen Lebensraum bietet.
Pro Natura sieht insbesondere die geplanten Veranstaltungen und den nächtlichen Bootsverkehr kritisch, wie die «Linth Zeitung» berichtet. Beides sei mit den Schutzzielen nicht vereinbar, stellt Michael Erhardt, Geschäftsführer von Pro Natura Schwyz, klar. «Rambazamba ist aus Sicht des Naturschutzes nicht zulässig», sagte er gegenüber der Zeitung.
Auch Bauvorhaben sind auf der Insel enge Grenzen gesetzt: «Untersagt sind das Errichten und Ändern von Bauten und Anlagen aller Art», heisst es in der Schutzverordnung des Kanton Schwyz.
Péclard will Sitzplätze halbieren
Was sagt Péclard zum Argwohn seitens Naturschutz und Behörden? Die strengen Naturschutzvorschriften seien ihm durchaus bewusst, erklärt er gegenüber Blick. Der Gastronom ist in der Gegend aufgewachsen. Er habe sich darum über Jahre mit den Gegebenheiten auf der Insel beschäftigt.
«Wir machen nichts grösser», betont der Gastro-König mehrfach. Im Gegenteil: Statt heute rund 300 Sitzplätze soll es künftig nur noch 150 geben. Aus der Lützelau soll keine Partyinsel werden, stellt Péclard klar. «Daran haben wir keine Sekunde gedacht.» Stattdessen schwebe ihm ein kleines, herziges Restaurant vor.
Gewillt, die Pläne anzupassen
Und die geplanten Glamping-Zelte? Ob diese bewilligt werden, weiss Péclard noch nicht. «Camping gibts ja jetzt schon», argumentiert er mit Verweis auf die rund 30 Dauercamper auf der Insel. Ob er zusätzliche Zelte aufstellen dürfe, wisse er noch nicht.
Ähnlich sieht es beim Boots-Shuttle aus. «Das Angebot will ich gerne ausbauen», erklärt Péclard. Doch auch hier zeigt er sich kompromissbereit. Sollte der nächtliche Betrieb aus Naturschutzgründen nicht möglich sein, werde er darauf verzichten.
Generell sei er bereit, seine Pläne anpassen, sollten die Behörden Einwände haben, so der Gastronom. Die Lützelau werde ihren natürlichen Charakter behalten. «Die Tiere haben Vortritt», verspricht Péclard.