Lidl nimmt Plastikmüll zurück
Discounter steigt in Sammelsack-Rücknahme ein

Es ist ein Megaprojekt, das nur zum Fliegen kommt, wenn alle Detailhändler mitziehen. Mit dem Einstieg von Lidl in das Recypac-Sammelsystem bekommt die Plastikrücknahme neuen Schub. Auch Denner steht in den Startlöchern.
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In gewissen Regionen der Schweiz bereits im Umlauf: Plastiksammelsäcke von Recypac.
Foto: Beat Brechbuehl

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Lidl testet Plastiksack-Rücknahme in Zürich und Schaffhausen seit Februar 2026
  • Rücknahme eine logistische Herausforderung, Rückgabestellen bis Ende Pilotphase ungewiss
  • Recybag will bis 2030 55 Prozent Kunststoff und 70 Prozent Kartons recyceln
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Ulrich RotzingerWirtschaftschef

«Ein Testlauf mit guten Chancen, national zum Fliegen zu kommen»: So bezeichnet Lidl-Schweiz-Chef Nicholas Pennanen (40) das Mega-Projekt Recybag. Das neue Plastiksammelsystem ist bereits in mehreren Verkaufsregionen von Coop und Migros installiert, der schweizweite Durchbruch fehlt dem Mega-Projekt allerdings noch. Bisher gibt es den Sammelsack vor allem in den Regionen Zürich und Basel.

Konnte man den Sammelsack für Getränkekartons (Milch, Süssgetränke etc.), Plastikverpackungen (Wurstwaren, Käse, Waschmittel) und andere Kunststoffverpackungen bislang nur in ausgewählten Lidl-Filialen kaufen, testet der Discounter nun auch die direkte Rücknahme der gefüllten Säcke. Pilotfilialen sind Wädenswil, Schlieren und Horgen im Kanton Zürich sowie Schaffhausen. «Im Anschluss an den Pilotversuch entscheiden wir über den Ausbau der Sammelstellen», sagt Pennanen.

Lidl hofft, dass Kunden mitziehen

Lidl gehört wie auch Migros, Coop, Nestlé und Emmi zu den Detailhändlern, die seit der Gründung von Recypac dabei sind, der Branchenorganisation hinter dem Recybag. Sie lancierte den violetten Sammelsack vor gut einem Jahr, weil der Grossteil des Plastikabfalls und Getränkekartons hierzulande immer noch in der Verbrennung landet.

Der Verkauf der Sammelsäcke, die je nach Grösse mindestens 1 Franken pro Sack kosten und den Abfallberg der Haushalte verringern sollen, ist weniger das Problem als die Rücknahme. «Diese ist eine logistische und strukturelle Herausforderung in den Filialen», sagt Pennanen. Das gehe von den Stellplätzen für die Sammelsack-Container bis zum Transport zu den Recyclingfirmen. «Es macht nur Sinn, wenn möglichst viele Konsumentinnen und Konsumenten mitziehen», so der Lidl-Chef. Immerhin sei nun kein Extraweg mehr zu einer Sammelstelle nötig. Ob der Kunststoffabfall von Lidl-Produkten oder von der Konkurrenz stammt, sei egal.

Discounter Denner testet ebenfalls

Lidl ist der erste Discounter, der den Sammelsack nun auch zurücknimmt. Aldi und die Migros-Discounttochter Denner stehen noch an der Seitenlinie. Die beiden verkaufen zwar in einzelnen Filialen Recybags, nehmen sie bislang aber noch nicht zurück. «Als Schweizer Discounter konzentrieren wir uns derzeit auf den Verkauf der Säcke und verweisen unsere Kundschaft an die offiziellen Rückgabestellen von Recypac», sagt ein Sprecher von Aldi. Eigene Rückgabe-Container gebe es keine.

Lidl führt Selfscanning ein

Der Discounter Lidl beginnt Ende April mit der Einführung von Selfscanning in den Schweizer Filialen, dem sogenannten «Scan&Go». Wie das Unternehmen bestätigt, können Kundinnen und Kunden künftig mit ihrem Handy Produkte im Laden scannen, in die Tasche räumen und beim Ausgang am Self-Checkout-Automaten bezahlen. Voraussetzung ist die Nutzung der Lidl-Plus-App. Handscanner, wie man sie von Coop und Migros kennt, will Lidl keine einführen. Mittlerweile gegen 1,5 Millionen Personen nutzen in der Schweiz die Lidl-Plus-App, mit der man neuerdings auch die Einkäufe bezahlen kann.

keystone-sda.ch

Der Discounter Lidl beginnt Ende April mit der Einführung von Selfscanning in den Schweizer Filialen, dem sogenannten «Scan&Go». Wie das Unternehmen bestätigt, können Kundinnen und Kunden künftig mit ihrem Handy Produkte im Laden scannen, in die Tasche räumen und beim Ausgang am Self-Checkout-Automaten bezahlen. Voraussetzung ist die Nutzung der Lidl-Plus-App. Handscanner, wie man sie von Coop und Migros kennt, will Lidl keine einführen. Mittlerweile gegen 1,5 Millionen Personen nutzen in der Schweiz die Lidl-Plus-App, mit der man neuerdings auch die Einkäufe bezahlen kann.

Auch bei Denner gibts derzeit nur vereinzelt Sammelsäcke zu kaufen. Aber, bestätigt ein Sprecher: «Wir arbeiten intensiv an den erforderlichen baulichen und logistischen Voraussetzungen.» Er kündigt für das zweite Quartal 2026 die Rücknahme von Plastiksammelsäcken in zehn Denner-Pilotfilialen in der Ostschweiz an.

Mit Lidl und Denner erhält das Plastiksack-Projekt nun neuen Schub. Die Branchenorganisation Recybag will bis 2030 ein «effizientes Recycling-System» aufbauen und Recyclingquoten von 55 Prozent für Kunststoffe und 70 Prozent für Getränkekartons erreichen.

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