Darum gehts
- Roberto Martullo führt seit 2025 die Schweizer Schuhmarke Künzli
- Neuer Luxusschuh «Künzli Mayfair» kostet 750 Franken pro Paar
- Sneaker-Verkauf stieg auf 50 %, zuvor 30 % der Verkäufe
Vor rund einem Jahr stürzte sich Roberto Martullo in sein unternehmerisches Abenteuer – dies per Übernahme der Schweizer Schuhmarke Künzli. In seiner neuen Rolle fühle er sich gut und spüre viel Wohlwollen gegenüber seiner Marke.
Bei den Turnschuhen habe er die Palette stark erweitert, und das Geschäft laufe gut. Früher habe der prozentuale Split zwischen orthopädischen Schuhen und Sneakers noch bei 70/30 gelegen, nun sei man bei 50/50.
Martullo sieht Adidas, Nike und Puma nicht als Konkurrenz
Anders als von vielen Beobachtern vermutet müsse er sich mit Künzli-Sneakern nicht gegen die Marketingriesen Adidas, Nike, Puma oder On durchsetzen. Er sieht die Benchmark anderswo: «Mit unserem Premium-plus-Approach spielen wir eher in der Liga von Bally.» Dies zeigt sich auch preislich, denn die in Portugal hergestellten Künzli-Echtleder-Sneaker gehen zu Preisen zwischen 300 und 400 Franken über den Ladentisch.
Dieser Artikel wurde erstmals im Angebot von handelszeitung.ch veröffentlicht. Weitere spannende Artikel findest du unter www.handelszeitung.ch.
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Zusätzlich zu den orthopädischen Schuhen und Sneakern will sich Martullo mit der Marke Künzli einen Namen bei Wander- und Golfschuhen machen. Und da wagt er jetzt erstmals auch einen Ausflug ins Hochpreissegment: «Kürzlich haben wir testweise unseren ersten rahmengenähten Schuh lanciert», verriet Martullo jüngst in einem Business-Talk im Zürcher Efficiency Club.
Auch der Edel-Treter hat fünf Streifen
Die edlen Treter namens «Künzli Mayfair» werden in Italien hergestellt und haben ihren ebenso edlen Preis: 750 Franken das Paar. Wer genau hinsieht, kann auch bei diesem Nobeltreter die fünf charakteristischen Künzli-Streifen ausmachen: «Sie liegen leicht oberhalb des Rists, nur für Kenner sichtbar», sagt Martullo. Der Preis im hohen dreistelligen Bereich sei durchaus angebracht, findet er: «Wer diesen Schuh gut pflegt, trägt ihn ein Leben lang.»
Geschäftlich ist der Gatte von Unternehmerin und SVP-Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher für vieles offen, auch für eine Auslandexpansion seiner Läden: «In fünf bis zehn Jahren könnte es Künzli-Shops in Deutschland, Frankreich und Italien geben.» Was es nicht geben wird, weiss Martullo ebenso: «Stilettos und Moonboots machen wir nicht. Das ist nicht Künzli-Style.» Und was einmal Künzli-Style war, nämlich Ballerinas, soll es auch nicht mehr geben: «Sorry, zu saisonal.»