Kommentar zur Bankenaufsicht
Die Finma leistet sich Patzer – sie braucht mehr Kontrolle

Strenge Massstäbe für Banken, milde für sich selbst: Die Finanzmarktaufsicht verlangt nach mehr Macht. Aber ohne ein Update der eigenen Strukturen geht das nicht.
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Die Finma ist eine der mächtigsten Behörden in der Schweiz. Sie steht regelmässig in der Kritik.
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die Finma will nach dem Credit-Suisse-Kollaps mehr Kompetenzen erhalten
  • Prozesse und Verfahren der Finma dauern oft sehr lange
  • Die Behörde mit 700 Mitarbeitenden braucht eine stärkere Governance
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Beat SchmidWirtschaftsredaktor

Die Finanzmarktaufsicht (Finma) zählt zu den mächtigsten Behörden der Schweiz. Als Wachhund des Finanzplatzes kann sie Banken schliessen und Topmanager aus dem Verkehr ziehen. Nach dem Kollaps der Credit Suisse will sie ihre Kompetenzen nun nochmals ausdehnen: Sie will Bussen verhängen, früher bei Finanzinstituten einschreiten und Führungskräfte stärker in die Verantwortung nehmen.

Mit ihrer Überwachungstätigkeit macht sich die Finma bei Banken, Versicherern und Vermögensverwaltern naturgemäss unbeliebt. Popularitätspreise muss die Behörde keine gewinnen. Eine Aufsicht soll unbequem sein, wenn sie ihren Auftrag erfüllen will. Nach zwei Grossbankenpleiten innerhalb von nur zwei Jahrzehnten ist ihr Mandat unbestritten. Wenn Finma-Direktor Stefan Walter die UBS als ein «einzigartiges Klumpenrisiko» für die Schweiz bezeichnet, kann er das tun. Es gehört zu seinem Verständnis als harter, konfrontativer Finanzregulator, der bei amerikanischen und europäischen Notenbanken gedient hat.

Wer hohe Ansprüche an andere stellt, muss auch akzeptieren, dass die eigene Behörde genauer geprüft wird. Und hier zeigen sich erstaunliche Schwächen. Das beginnt mit der Kontrolle der Finma selbst: Parlament und Finanzdepartement lassen die Aufsicht faktisch an einer sehr langen Leine. Der Verwaltungsrat der Finma ist zu schwach aufgestellt, um eine Behörde mit über 700 Mitarbeitenden wirksam zu führen und zu kontrollieren.

Die Folge sind Abläufe und Prozesse, die den Anforderungen an eine moderne, professionell geführte Aufsichtsbehörde nur bedingt genügen. Bewilligungsprozesse und Untersuchungsverfahren dauern oft kleine Ewigkeiten. Für Irritationen sorgt auch die Personalpolitik von Stefan Walter. So verstrichen mehr als sieben Monate, bis er entschied, das zentrale Dossier der Bankenaufsicht doch intern zu besetzen, wie diese Woche bekannt wurde. Die Finma fordert mehr Macht. Umso dringlicher ist es, ihre eigene Governance zu stärken.

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