Darum gehts
- Audi baut für umgerechnet 3,3 Milliarden Franken in Georgia sein erstes US-Werk
- 4500 Jobs, Produktionsstart im Jahr 2030 geplant
- Audi produziert bisher in Mexiko für den US-Markt
Gemeinsamer Auftritt im US-Wahlkampf: In der Nacht auf Sonntag verkündeten Audi-Chef Gernot Döllner (57) und Donald Trump (80) eine Mega-Investition. Im Bundesstaat Georgia baut die VW-Tochter für 4 Milliarden Dollar (3,3 Milliarden Franken) ihr erstes US-Werk.
Der US-Präsident kündigte an, dass Audi in Georgia künftig 200'000 Autos im Jahr bauen werde. Döllner dankte Trump auf der Bühne für die Unterstützung.
Der gemeinsame Auftritt und das Vorhaben ennet des grossen Teichs sorgt für scharfe Kritik aus den eigenen Reihen: VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo (51) wirft Döllner «aktive Wahlkampfhilfe» vor und sieht darin einen klaren Verstoss gegen die eigenen Konzernleitlinien. Wer die Rede von Trump gehört habe und habe wahrnehmen müssen, dass Döllner zum aktiven Teil dieser Veranstaltung geworden sei, müsse «vor Scham im Boden versinken», erklärt sie in einem internen Interview, das der Nachrichtenagentur dpa vorliegt.
Produktion in Mexiko
«Die USA sind einer der wichtigsten Premiummärkte der Welt, in dem wir unser Potenzial heute noch nicht voll ausschöpfen», sagte Döllner laut einer Mitteilung. «Für uns geht es darum, das Audi-Geschäft in den USA nachhaltig zu stärken – eine eigene Fertigung ist der Schlüssel dazu.»
Bisher produziert Audi in Mexiko für den US-Markt. Die Zölle machen dies aber zunehmend unwirtschaftlich. Für Trump ist die Verlagerung der Industrieproduktion in die USA ein entscheidendes Wahlkampfargument.
Doch auch Audi könnte profitieren. Die Planungen fücr das Werk seien schon vor drei Jahren angelaufen, berichtet das Fachblatt «Automobilwoche». Damals war noch Joe Biden (83) US-Präsident. Die Entscheidung sei auf Jahrzehnte angelegt und wirtschaftlicher Natur.
4500 Arbeitsplätze
Das US-Werk soll 4500 Arbeitsplätze in Georgia schaffen und 2030 in Betrieb gehen. Dann will Audi mit grossen SUVs wie dem Q7, Q8 und Q9 bei den US-Kunden punkten.
Die Zahlen zeigen den Ernst der Lage: Von Januar bis September 2026 brachen Audis US-Verkäufe um 16 Prozent ein. Ohne Werk vor Ort droht die VW-Tochter, den Anschluss zu verlieren – zumal auch das Geschäft in China kriselt. Der gesamte Konzern fährt wegen der Absatzprobleme einen strikten Sparkurs.