Der Logistik-Milliardär wohnte in Schindellegi SZ
Klaus-Michael Kühne (†89) ist tot

Der milliardenschwere deutsche Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne ist tot. Der in der Schweiz wohnhafte Doyen wurde 89 Jahre alt. Er starb im Beisein seiner Frau Christine an seinem Wohnsitz im Schwyzer Schindellegi.
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Klaus-Michael Kühne spielte beim Schweizer Logistikkonzern Kühne+Nagel eine zentrale Rolle.
Foto: imago/Lars Berg

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Klaus-Michael Kühne stirbt mit 89 Jahren in Schindellegi SZ
  • Sein Vermögen: 21,5 Milliarden Franken, Platz sechs auf der Liste der reichsten Schweizer
  • Logistikunternehmen Kühne+Nagel setzte 2025 rund 28,1 Milliarden Franken um

Klaus-Michael Kühne ist in der Nacht auf Montag im Alter von 89 Jahren verstorben. Dies bestätigt der Schweizer Logistikkonzern Kühne+Nagel in einer Mitteilung. Zuvor berichtete das deutsche Manager Magazin unter Berufung auf Kühnes familiäres Umfeld über den Tod des deutschen Unternehmers. Er soll an seinem Wohnsitz im Schwyzer Schindellegi im Beisein seiner Frau Christine verstorben sein. Laut Bericht hatte sich Kühnes Gesundheitszustand bereits vor mehreren Tagen verschlechtert. Vor rund zehn Tagen war er von Mallorca nach Schindellegi zurückgekehrt. Dort soll er sich in ärztliche Behandlung begeben haben. Die genaue Todesursache ist bislang nicht bekannt. Seit vergangenem Jahr litt der Doyen der Logistikbranche allerdings an der Nervenkrankheit Polyneuropathie, die vor allem Nerven in den Füssen und Beinen schädigt, wie er gegenüber der «FAZ» sagte. Deshalb fiel Kühne das Stehen und Gehen zunehmend schwer.

Der Logistikriese Kühne+Nagel, mit dem der Unternehmer bis zuletzt eng verbunden war, äussert sich am Montagmorgen in einer Mitteilung zu seinem Tod : «Der Verwaltungsrat, die Geschäftsleitung sowie die Mitarbeiter der Kühne+Nagel International AG trauern um Klaus-Michael Kühne», heisst es darin. «Mit dem Tod von Klaus-Michael ist ein Visionär, ein grosser Unternehmer und eine eindrucksvolle Persönlichkeit von uns gegangen», lässt sich Verwaltungsratspräsident Jörg Wolle (69) zitieren. «Der Verwaltungsrat und das gesamte Unternehmen werden Klaus-Michael Kühne ein hochehrendes Andenken bewahren.» Auch der derzeitige Kühne+Nagel-CEO Stefan Paul (57) kommt zu Wort: «Die Nachricht vom Tod von Klaus-Michael Kühne macht uns alle tief betroffen. Im Namen der Geschäftsleitung und der Mitarbeiter von Kühne+Nagel sprechen wir seinen Angehörigen unser tiefstes Mitgefühl aus.»

Vermögen von 21,5 Milliarden

Kühnes Vermögen wird von der «Bilanz» auf 21,5 Milliarden Franken geschätzt. Der in der Schweiz wohnhafte Unternehmer schaffte es damit im jüngsten «Bilanz»-Ranking der 300 Reichsten im Land auf Platz sechs. Zu seinen Milliarden kam Kühne in erster Linie durch sein Mitwirken an Kühne+Nagel: 1958 trat er in das von seinem Grossvater mitgegründete Familienunternehmen ein und übernahm 1966 mit nur 29 Jahren die operative Führung. Im Mai 2026 wurde der Deutsche erneut in den Verwaltungsrat des Konzerns gewählt und hatte seit 2011 das Amt des Ehrenpräsidenten inne.

Noch relevanter als sein Verwaltungsratssitz ist aber Kühnes Rolle als Eigentümer: Seine Kühne Holding AG hielt Ende 2025 55,4 Prozent an Kühne+Nagel. Sämtliche Stimmrechte der Holding wurden direkt oder indirekt von Klaus-Michael Kühne gehalten. Damit kontrollierte er über die Holding die Mehrheit des Milliardenkonzerns. Zusätzlich hält die Kühne-Stiftung 4,7 Prozent am Schweizer Logistikkonzern. Im letzten Jahr setzte das an der Schweizer Börse SIX kotierte Unternehmen rund 28,1 Milliarden Franken um. Über seine Beteiligungsgesellschaft war Kühne mit Hapag-Lloyd auch bei einer der grössten Containerreedereien der Welt investiert. Daneben war Kühne grösster Einzelaktionär bei der Swiss-Mutter Lufthansa.

Seit 1975 lebte Kühne in der Schweiz. Sein Vater verlegte den Firmensitz von Kühne+Nagel einige Jahre zuvor ins Schwyzer Schindellegi. In einem Interview mit der «Bilanz» erklärte Kühne zu den Beweggründen seines Vaters, die Verlegung sei «in erster Linie wegen der politischen Situation in Deutschland» erfolgt. Man habe die Entwicklung in Deutschland unter dem damaligen Kanzler Willy Brandt mit grosser Sorge verfolgt. Insbesondere die hohen Sozialabgaben und die stärkere Mitbestimmung der Arbeitnehmer haben Kühnes Vater missfallen. Auch die steuerlichen Vorteile spielten beim Umzug eine Rolle, was Kühne offen zugab.

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