Darum gehts
- Karin Keller-Sutter verkündet Entscheid zu UBS-Eigenmittelanforderungen am Freitag
- Sergio Ermotti kämpfte öffentlich gegen strengere Kapitalvorschriften für die UBS
- Bis zu 25 Milliarden Franken zusätzliches Eigenkapital könnten gefordert werden
Karin Keller-Sutter (61) gegen Sergio Ermotti (65): Monatelang sorgte das Duell zwischen der Finanzministerin und dem UBS-Chef für Schlagzeilen. Wie kurz darf die Leine sein, damit sich das Horrorszenario einer Bankenrettung nicht wiederholt?
Der Bundesrat schlug am Freitag mehrere Massnahmen vor.
- Mehr Eigenkapital: Die UBS muss bis zu 26 Milliarden US-Dollar mehr Eigenkapital vorlegen, um künftige Krisen zu überstehen. Ob und wie viel Geld die UBS dafür neu beschaffen muss, ist unklar. «Es könnte auch deutlich weniger sein», so Keller-Sutter. Das liege in den Händen der Entscheidungsgremien der Bank. Für den Kapitalaufbau erhält die Bank lange Übergangsfristen.
- Mehr Geld: Für die UBS und andere systemrelevante Banken gelten künftig Mindestanforderungen an die Liquidität. Die Banken müssen sich besser dafür vorbereiten, damit sie im Krisenfall bei der Schweizerischen Nationalbank frisches Geld bekommen.
- Bussen für Banken: Im Nachgang zur CS-Krise geriet auch die Finanzmarktaufsicht (Finma) in die Kritik. Neu soll sie «früher und effektiver» Massnahmen anordnen. Zudem darf sie Bussen gegen fehlbare Banken verhängen.
- Krisenpläne verbessern: Für den Ernstfall sollen die Stabilisierungs- und Abwicklungspläne verschärft werden. Die Aufsicht darf anordnen, dass Mängel in den Plänen behoben werden.
- Boni-Rückforderung: Die Banken müssen neu dokumentieren, wer für welche Entscheidungen verantwortlich ist. Bei einem Fehlverhalten können Bonis zurückgefordert werden, im Extremfall droht ein Berufsverbot. Ein Boni-Verbot für Topmanager gibt es aber bewusst nicht.
Sie sei nicht die «Lehrerin der Nation», sagte Keller-Sutter. Doch wer Risiken eingehe, müsse Verantwortung übernehmen.
«Ich hoffe, sie bleibt.»
In den vergangenen Monaten liess Ermotti keine öffentliche Gelegenheit aus, gegen die strengeren Kapitalvorschriften anzukämpfen. Im März kamen in den internationalen Finanzmedien Gerüchte auf, die UBS könnte gar ihren Hauptsitz aus der Schweiz ins Ausland verlegen.
Die UBS übt heftige Kritik an einzelnen Massnahmen des Bundesrats zur Bankenstabilisierung: Die Grossbank lehnt die vorgeschlagene Erhöhung der Kapitalanforderungen «entschieden» ab. Denn diese sei «extrem», schrieb die UBS am Freitagabend in einer Stellungnahme.
Diese Änderungen würden zu Kapitalanforderungen führen, die weder verhältnismässig noch international abgestimmt seien. Bei einer Umsetzung der Massnahmen müsste die UBS rund 42 Milliarden Dollar an zusätzlichem harten Kernkapital (CET1) vorhalten. Davon würden 24 Milliarden bei der UBS AG anfallen und zusätzliche 18 Milliarden wären für die übernommene Credit Suisse nötig, hiess es weiter.
Die zusätzlichen 24 Milliarden an hartem Kernkapital für die UBS AG würde zu einer CET1-Kapitalquote auf Ebene der UBS Group AG konsolidiert von rund 19 Prozent führen.
An den Kapitalrückzahlungsabsichten für das laufende Jahr hält die Grossbank derweil fest. So will sie weiterhin die Dividende um rund 10 Prozent erhöhen und Aktien im Wert von bis zu 2 Milliarden Dollar im zweiten Semester zurückkaufen.
Gesamthaft beläuft sich die Summe der Kapitalrückzahlungspläne auf 3 Milliarden Dollar. Voraussetzung sei, dass die UBS ihr Ziel einer CET1-Kapitalquote von rund 14 Prozent beibehalte und ihre Finanzziele erreiche, schrieb die Grossbank.
Da keine der regulatorischen Änderungen vor 2027 in Kraft treten dürften, hält die UBS auch an ihrem Zielen für das nächste Jahr fest: Bis Ende 2026 will die Grossbank eine zugrundeliegende Rendite auf das CET1-Kapital von rund 15 Prozent und ein Kosten-Ertrags-Verhältnis von unter 70 Prozent erreichen. Die UBS werde ihre längerfristigen Renditeziele aktualisieren, sobald mehr Klarheit über den Zeitpunkt möglicher Änderungen bestehe, hiess es.
Die UBS werde sich aktiv am der Vernehmlassung beteiligen und sich für regulatorische Änderungen mit einem angemessenen Kosten-Nutzen-Verhältnis einsetzen. Zudem will die Grossbank auch Massnahmen prüfen, um die negativen Auswirkungen extremer Regulierungen auf ihre Aktionäre zu mildern, hiess es. (SDA)
Die UBS übt heftige Kritik an einzelnen Massnahmen des Bundesrats zur Bankenstabilisierung: Die Grossbank lehnt die vorgeschlagene Erhöhung der Kapitalanforderungen «entschieden» ab. Denn diese sei «extrem», schrieb die UBS am Freitagabend in einer Stellungnahme.
Diese Änderungen würden zu Kapitalanforderungen führen, die weder verhältnismässig noch international abgestimmt seien. Bei einer Umsetzung der Massnahmen müsste die UBS rund 42 Milliarden Dollar an zusätzlichem harten Kernkapital (CET1) vorhalten. Davon würden 24 Milliarden bei der UBS AG anfallen und zusätzliche 18 Milliarden wären für die übernommene Credit Suisse nötig, hiess es weiter.
Die zusätzlichen 24 Milliarden an hartem Kernkapital für die UBS AG würde zu einer CET1-Kapitalquote auf Ebene der UBS Group AG konsolidiert von rund 19 Prozent führen.
An den Kapitalrückzahlungsabsichten für das laufende Jahr hält die Grossbank derweil fest. So will sie weiterhin die Dividende um rund 10 Prozent erhöhen und Aktien im Wert von bis zu 2 Milliarden Dollar im zweiten Semester zurückkaufen.
Gesamthaft beläuft sich die Summe der Kapitalrückzahlungspläne auf 3 Milliarden Dollar. Voraussetzung sei, dass die UBS ihr Ziel einer CET1-Kapitalquote von rund 14 Prozent beibehalte und ihre Finanzziele erreiche, schrieb die Grossbank.
Da keine der regulatorischen Änderungen vor 2027 in Kraft treten dürften, hält die UBS auch an ihrem Zielen für das nächste Jahr fest: Bis Ende 2026 will die Grossbank eine zugrundeliegende Rendite auf das CET1-Kapital von rund 15 Prozent und ein Kosten-Ertrags-Verhältnis von unter 70 Prozent erreichen. Die UBS werde ihre längerfristigen Renditeziele aktualisieren, sobald mehr Klarheit über den Zeitpunkt möglicher Änderungen bestehe, hiess es.
Die UBS werde sich aktiv am der Vernehmlassung beteiligen und sich für regulatorische Änderungen mit einem angemessenen Kosten-Nutzen-Verhältnis einsetzen. Zudem will die Grossbank auch Massnahmen prüfen, um die negativen Auswirkungen extremer Regulierungen auf ihre Aktionäre zu mildern, hiess es. (SDA)
Sie teile die Kritik nicht, so Finanzministerin Keller-Sutter. Eine stabilere Bank sei attraktiv. «Fremdkapital kann günstiger werden.» Es sei ein Entscheid der Bank, ob sie in der Schweiz bleibt oder nicht. «Ich hoffe, sie bleibt.» Die Schweiz könne der Bank auch viel bieten.
Die wenigsten Massnahmen kann der Bundesrat alleine treffen. Das Parlament wird mitreden – und kan noch viel verändern. Aber: «Am Schluss muss das Parlament der Bevölkerung in die Augen schauen», so Keller-Sutter.
«Absoluten Minimum»
Von den Parteien kamen gemischte Reaktionen. Die SP ist nur halbwegs glücklich. Zwar begrüsst sie die Massnahmen, will sie aber schneller umgesetzt sehen. Wegen der Bankenlobbyisten drohe auch eine Verwässerung der Vorlage im Parlament, so SP-Co-Präsident Cédric Wermuth (39). Grünen-Nationalrätin Franziska Ryser (33) sprach vom «absoluten Minimum».
Zustimmung gibt es bei Mitte und FDP. «Die Vorschläge des Bundesrates gehen in die richtige Richtung», schreibt die FDP. Sie lässt sich aber eine Hintertüre offen: «Die einzelnen Massnahmen werden noch im Detail geprüft.»
Kritik kommt vom Dachverband der Banken: Das Massnahmenpaket sei «überladen und geht zu weit: Verschiedene Massnahmen schiessen am Ziel vorbei und drohen den Finanzplatz und die Schweizer Wirtschaft zu schwächen.»
Eine Garantie, dass die Massnahmen tatsächlich eine weitere Bankenkrise verhindern, konnte auch Bundespräsidentin Keller-Sutter nicht geben. «Die Risiken im Bankwesen können sie nicht wegregulieren.»