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Kurz erklärt:So funktioniert ein ETF

Experte ordnet Investment ein
Jede Woche Cash aufs Konto – lohnt sich der neue ETF-Hype?

Jede Woche Bargeld aufs Konto klingt nach einem Traum. Nun schwappt der Anlage-Trend aus den USA nach Europa rüber: ETFs mit wöchentlicher Ausschüttung. Anlageexperte Nino Zebiri erklärt Blick, für wen sich das lohnt – und wo die Falle lauert.
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Ein neuer ETF-Trend tut sich in Europa auf: Wöchentliche Ausschüttungen.
Foto: Ground Picture

Darum gehts

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Bernadette HoggRedaktorin Wirtschaft

In den USA gibt es sie schon länger, seit kurzem auch in Europa: nicht jährlich, nicht monatlich, sondern wöchentlich ausschüttende ETFs. Seit einem Monat ist das Produkt des Anbieters HANetf auf der deutschen Handelsplattform Xetra gelistet; ein weiteres Produkt desselben Anbieters soll auch auf wöchentliche Ausschüttungen umgestellt werden, wie die «Wirtschaftswoche» berichtet.

Das hört sich zunächst gut an: Jede Woche kommt Geld auf das Konto. Aber bei ETFs ist es so: Wer regelmässig Ausschüttungen bekommt, verzichtet auf längerfristiges Wachstum. Ist es also überhaupt sinnvoll, in diesen neuen Trend zu investieren? Nino Zebiri, Anlagespezialist beim VZ VermögensZentrum, ordnet für Blick ein.

Was ist dieser neue ETF?

Das Ziel dieser sogenannten Income-ETFs ist nicht der langfristige Wertzuwachs, sondern ein regelmässiger Ertrag. Dazu betont Zebiri gegenüber Blick: Es handelt sich nicht um klassische passive ETFs, sondern um aktive Finanzprodukte. Konkret: Der ETF-Anbieter nutzt im Hintergrund komplexe Optionsstrategien, um jede Woche Geld flüssig zu machen. Dadurch kassiert er Prämien, verzichtet aber oft auf hohe Kursgewinne nach oben.

Wie viel Geld gibt es jede Woche?

Bloss ein paar Rappen jede Woche auf das Konto zu bekommen, ist nicht gerade einträglich. Genau das ist die Krux bei diesen Income-ETFs: «Man muss sich bewusst sein, dass es sich bei den wöchentlichen Ausschüttungen um einen sehr kleinen Betrag handelt», so Zebiri.

Damit die wöchentlichen Ausschüttungen eine sinnvolle Summe ergeben, muss man entsprechend einen hohen Betrag investieren. Der Anlageexperte nennt das Beispiel des in Europa zugelassenen ETFs: «Der schüttet pro Woche rund 0,2 Prozent des investierten Betrags aus. Bei 10'000 Franken entspricht das etwa 20 Franken pro Woche.»

Wie sinnvoll sind solche regelmässigen Ausschüttungen für Anleger?

Wer sein Geld an der Börse investiert, will daraus natürlich einen Ertrag. Mit einer langfristigen Perspektive ergibt es laut Zebiri aber mehr Sinn, das Geld für sich arbeiten zu lassen. «Um das Meiste aus seinem Geld herauszuholen, sollte man zudem am besten auf thesaurierende ETFs setzen», rät der Experte. Diese ETFs legen die Dividendenerträge automatisch wieder an.

«Dank des Zinseszinseffekts holt man so deutlich mehr heraus, als wenn die Erträge ausgeschüttet werden», so der Experte. Noch ein Nachteil der wöchentlich ausschüttenden ETFs: «Aufgrund ihrer Strategie sind sie deutlich teurer als klassische passive ETFs.»

Was sind die Vorteile?

Zebiri sieht nur einen Vorteil bei einem wöchentlich ausschüttenden ETF. Nämlich: «Dass man jede Woche einen kleinen Betrag ausbezahlt bekommt.» Das ist besonders für Dividendenjäger spannend, weil die Optionsprämie Steuervorteile bieten kann. Sein klares Fazit lautet aber: «Für langfristige Anleger ergeben sich durch die häufigeren Ausschüttungen keine Vorteile.»

Was sind die Risiken?

Für Zebiri ist die Komplexität ein klares Risiko. Der Anleger setzt indirekt selbst auf Optionsstrategien. «Anlegerinnen und Anleger sollten vor einem möglichen Kauf unbedingt die Funktionsweise des Anlageprodukts gut verstehen», warnt Zebiri. Denn es kann das Risiko bestehen, dass die Erträge in turbulenten Marktphasen rasch einbrechen.

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Und es besteht laut dem Anlageexperten noch eine Falle: «Abzuklären ist zudem, ob man wegen der Optionsstrategie auf allfällige Kursgewinne verzichten muss.» Auch wenn die Aktienkurse fallen würden, kann es «unter dem Strich ein Verlustgeschäft sein, denn es werden zwar Ausschüttungen getätigt, aber auf Kosten des ursprünglich investierten Geldes.»

Wie schaut es in der Schweiz aus?

In den USA sind ETFs mit wöchentlichen Ausschüttungen schon seit mehreren Jahren handelbar. In Europa ist der erste ETF mit wöchentlichen Ausschüttungen seit kurzem auf dem Markt. Und in der Schweiz? An der hiesigen Börse ist dieser ETF laut Zebiri noch nicht zugelassen.

Keine Empfehlung für Anleger

Dieser Artikel dient ausschliesslich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Meinungen und Einschätzungen beruhen auf sorgfältiger Recherche, können jedoch nicht die individuelle Prüfung und Beratung durch Fachleute ersetzen. Börsenentwicklungen sind von vielen Faktoren abhängig und nicht vorhersehbar. Investitionen in Aktien, Kryptowährungen und andere Finanzprodukte bergen Risiken, einschliesslich des möglichen Verlusts des eingesetzten Kapitals.

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