Darum gehts
- Sieben Eigentümer klagen wegen Baumängel in Neubau in Widen AG
- Dach ist undicht, Regenwasser staut sich, Keller wird feucht
- Klage eingereicht beim Bezirksgericht Bremgarten AG, Streitwert 400'000 Franken
Sieben Aargauer Wohnungsbesitzer erleben grad ihren ganz persönlichen Immo-Albtraum: Sie kratzen ihr Erspartes zusammen, nehmen eine Hypothek auf, ziehen voller Freude in den Neubau ein – und merken bald: «Mist, wir leben in einer Bruchbude!» Genau das ist den Bewohnern einer Neubausiedlung an der Schachenfeldstrasse 19 und 21 in Widen AG passiert.
Auf dem Papier ist der luxuriöse Neubau ein Vorzeigeprojekt: grosszügige Wohnungen, moderne Architektur, Minergie-P-Standard. Doch die Liste der Mängel wird immer länger. Jetzt haben die frustrierten Käufer die Geduld mit der Bauherrin AK Omega AG aus Reinach AG verloren – und zerren sie vor Gericht. Sie haben beim Bezirksgericht Bremgarten AG Klage eingereicht, wie die «Aargauer Zeitung» berichtet. Streitwert: 400’000 Franken.
Lange Liste mit Baumängeln
Die Vorwürfe sind happig und betreffen zentrale Teile der Liegenschaft. In der Klage werden 13 Baumängel aufgeführt – unter anderem an Dach, Fassade, Treppen, Lift und Entwässerung. Regenwasser staut sich auf Aussenflächen, weil das nötige Gefälle fehlt. Bei starkem Wind fliesst es über die offene Treppe ins Gebäude, im Winter gefriert es dort und wird zur Rutschgefahr. Zudem dringt Feuchtigkeit in den Keller ein.
Die klagenden Eigentümer dokumentieren sämtliche Mängel akribisch auf einer eigens dafür erstellten Website. Besonders gravierend sind die Probleme am Dach. Dieses sei undicht und entspreche nicht den geltenden SIA-Normen, halten die Eigentümer fest. Auch die Fassadenoberfläche sei uneben.
«Wir wurden immer wieder vertröstet»
Paul Brändli (77) ist einer der Eigentümer. Gegenüber der «Aargauer Zeitung» berichtet er von negativen Erfahrungen mit der Bauherrin. «Wir schrieben ihnen wegen Baumängel und Garantiearbeiten.» Meistens habe man aber keine Antwort erhalten. «Immer wieder wurden wir Eigentümer vertröstet, die Mängel würden behoben», sagt Brändli.
«Termine für Instandsetzungsarbeiten wurden verschoben. Dann passierte nichts mehr.» Zuletzt habe auch auf eingeschriebene Briefe niemand mehr geantwortet. Den Betroffenen bleibt nur noch der Gang vors Gericht. Für Paul Brändli ist klar: «Wir werden bis zum bitteren Ende weiterkämpfen.» Auch wenn das mühsam sei. Und die Kläger 12'000 Franken vorschiessen mussten.
Die Bauherrin AK Omega AG hingegen befindet sich auf Tauchstation. Auf Anfragen von Blick hat sie nicht reagiert und keine Fragen beantwortet.