Darum gehts
- Neuer IEA-Bericht: Verknappung beim Diesel bis weit ins Jahr 2027 hinein
- Rekordpreise für Diesel-Tankfüllung von Verbrenner-Autos sinken nicht
- Iran-Konflikt und Ukraine-Krieg belasten Rohölmarkt
Dieser Bericht könnte für manchen Diesel-Fahrer das Fass zum Überlaufen bringen: Im neuen Ölmarkt-Report warnt die Internationale Energieagentur (IEA) vor Engpässen beim Diesel. Die Rede ist von «extremem Druck» auf den Diesel- und Heizölmarkt. Laut IEA bleibt die Versorgung wohl «bis weit ins Jahr 2027 hinein» knapp. In den Ländern, wo es welche hat, werden Notreserven bereits zugänglich gemacht.
Das heisst auch: Knappes Angebot bei anhaltend hoher Nachfrage bedeutet auf Rekordniveau verharrende Dieselpreise. Zwar seien die weltweiten Preise für den Verbrenner-Treibstoff gegenüber den im September erreichten Allzeithochs wieder leicht gesunken, doch lägen die Referenzpreise nach wie vor fast doppelt so hoch wie der Rohölpreis und ihr Vorkrisenniveau, heisst es im IEA-Bericht weiter.
Die Industriestaaten-Agentur geht nicht davon aus, dass der Preistreiber Iran-Konflikt in den nächsten Monaten beigelegt werden könnte. So könnten unmittelbar die Preise auch wieder steigen.
Dieselpreise verharren um Rekordniveau
Laut Touringclub TCS kostet der Liter Diesel derzeit 2.40 Franken im nationalen Schnitt. An vielen Tankstellen blättern Kundinnen und Kunden für den Liter allerdings 2.50 Franken und mehr hin. Die Spritpreise in der Schweiz sind nicht nur durch internationale Unsicherheiten an den Märkten und durch den Rohölpreis bestimmt, Einfluss haben auch die steigenden Frachtkosten für die Einfuhr, weil die Rheinpegelstände tief sind.
Avenergy, die Schweizer Organisation mit Mitgliedern von Agrola, Migrol, Socar bis Tamoil, macht keine Preisprognosen. Die Hauptfaktoren für die hohen Preise seien ohnehin nach wie vor der Irankrieg und, weniger ausgeprägt, der Ukrainekrieg. Auch die IEA betont, dass deswegen Raffinerie-Kapazitäten fehlen.
Gegenüber Blick hiess es bei Avenergy kürzlich: «Die Entwicklung der Rohölpreise hängt stark von der weiteren Entwicklung auf diesen Kriegsschauplätzen ab.» Aktuell kostet das Fass Rohöl mehr als 105 Dollar an den Märkten. Anfang des Jahres waren es noch 60 Dollar.
Wer kann, lässt sein Dieselfahrzeug in der Garage stehen. Bei immer mehr dürfte nun aber der Entschluss reifen, endlich auf ein E-Auto umzusteigen. Die Nachfrage nach Elektro-Flitzern zieht bereits massiv an.