Darum gehts
- Seit April 2025 müssen kritische Infrastrukturen Cyber-Angriffe innert 24 Stunden melden
- Bundesamt für Cybersicherheit erhielt 264 Meldungen, vor allem aus IT- und Finanzsektor
- Gesamtbilanz 2025: 65'000 gemeldete Cyber-Angriffe, 90% durch Bevölkerung, 10% Institutionen
Seit dem vergangenen April müssen Atomkraft- und Elektrizitätswerke, Spitäler, Behörden und Banken Meldung erstatten, wenn sie von einem Cyber-Angriff betroffen sind. Innert 24 Stunden ist das Bundesamt für Cybersicherheit über Attacken auf kritische Infrastrukturen in Kenntnis zu setzen. Nichtmeldungen können seit Oktober sanktioniert werden, es drohen bis zu 100'000 Franken Busse.
Bereits in den ersten gut zehn Monaten seit Bestehen der Pflicht hat das zuständige Bundesamt eine Flut von Meldungen erhalten: Bis letzten Donnerstag waren es 264, wie Sprecherin Gisela Kipfer auf Anfrage bekannt gibt. «Besonders betroffen sind der öffentliche Sektor, IT und Telekommunikation sowie der Finanz- und Versicherungsbereich.»
Keine Verstösse gegen Meldepflicht
Kipfer sagt, das Bundesamt für Cybersicherheit wisse von keinen Vorfällen, die nicht gemeldet worden wären. «Somit mussten wir auch keine Schritte einleiten.» Am häufigsten sind Attacken, die mit einer riesigen Datenmenge Websites und Server ausser Betrieb setzen, Angriffe mit Schadsoftware sowie Feldzüge auf persönliche Daten. Für die Meldungen besteht eine Plattform, über die betroffene Einrichtungen Attacken einfach festhalten können.
Das Bundesamt erfasst die Vorfälle und analysiert die Vorgehensweise der Urheber. Dies soll Reaktionen auf Angriffe ermöglichen und dazu beitragen, die Bedrohungslage einzuschätzen und präventiv gegen Gefahren vorzugehen.
Tausende von Betroffenen
Während zahlreiche sicherheitsrelevante Institutionen inzwischen dank Schutzmassnahmen vor elementaren Cyber-Attacken gefeit sind, steigt die Zahl von Attacken gegen Private und Firmen ohne systemrelevante Infrastruktur weiter an. 65'000 Meldungen erhielt das Bundesamt für Cybersicherheit im vergangenen Jahr, etwas mehr als 2024. Von falschen Anrufen im Namen der Polizei über Betrugsversuche mit Online-Anlagen bis zu Phishing-Angriffen. 90 Prozent der Meldungen gingen beim Bundesamt von Betroffenen aus der Bevölkerung ein, 10 Prozent kamen von Unternehmen, Behörden und Vereinen.