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Blick erklärt in 100 Sekunden:Was macht den Schweizer Franken so stark?

Dollar gewinnt weiter
Warum man den Franken nicht abschreiben sollte

Der Franken büsst gegenüber dem Dollar weiter an Terrain ein. Beim Euro zeigt sich eine deutliche Trendwende. Welche Entwicklung Analysten beim Franken erwarten.
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Der Franken hat in den letzten Monaten etwas geschwächelt.
Foto: imago/Eibner

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Höhere Auslandszinsen drücken den Franken zum Dollar
  • Der Euro verlor wegen Frankreich-Sorgen 1,6 Prozent
  • Inflation, Risiken und Überschüsse stützen den Franken längerfristig
martin schmidt
Martin SchmidtRedaktor Wirtschaft

Der Dollar legt am Montag gegenüber dem Franken erneut leicht zu und liegt derzeit bei gut 83 Rappen. Das ist der höchste Stand seit Mai 2025. Der Franken schwächelt seit Anfang Juni. Das liegt in erster Linie an den höheren Zinsen im Ausland, die den Schweizer Franken weniger attraktiv machen.

Auch gegenüber dem Euro hat der Franken seit Juni deutlich an Wert verloren – bis am letzten Mittwoch eine kleine Trendwende eingesetzt hat. Plötzlich schwächelt der Euro. Auslöser war der deutliche Anstieg der Risikoprämien bei französischen Staatsanleihen. «Dieser Druck spiegelt im Wesentlichen die Besorgnis um die Tragfähigkeit der französischen Staatsfinanzen wider», schreiben die Analysten der Privatbankgruppe EFG International mit Sitz in Zürich.

Wieder der «sichere Hafen»

Innert weniger Tage büsst der Euro gegenüber dem Franken 1,6 Prozent ein. Der starke Rückgang unterstreicht erneut die Eigenschaft des Frankens als «sicherer Hafen», so die Analysten der Zürcher Privatbank UBP.

«Den Franken sollte man nicht abschreiben», kommt auch Thomas Stucki (63) in seiner Analyse am Montag zum Schluss. Die Zinsen in Franken seien immer tiefer als in anderen Währungen, so der Anlagechef der St. Galler Kantonalbank: «Niemand kauft und hält Franken wegen des Zinses.»

Mittel- und langfristig bestimmen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen den Frankenkurs. Den grössten Einfluss hat die Inflationsentwicklung in der Schweiz und in anderen Währungsräumen: Da die Teuerung in der Schweiz historisch gesehen deutlich niedriger als in den USA oder in der Eurozone ist, wertet das Geld im Ausland schneller ab. Als Folge muss der Franken aufwerten.

«Schwäche auf Zeit»

Auch seine Rolle als «sicherer Hafen» hat gemäss der Schweizerischen Nationalbank in den letzten 15 Jahren stark zur Frankenaufwertung beigetragen. Ein weiterer Faktor ist der grosse Leistungsbilanzüberschuss der Schweiz. Exportiert die Schweiz mehr, als sie importiert, müssen sich die Käufer im Ausland permanent Franken besorgen, damit sie die Waren und Dienstleistungen bezahlen können.

«Die Schwäche des Frankens ist eine Schwäche auf Zeit», schreibt Stucki. Denn: Auf absehbare Zeit dürften die geopolitischen Unsicherheiten nicht kleiner werden und der Inflationsdruck im Ausland kaum verschwinden. In der Eurozone ist die Inflationsrate erst im September gegenüber dem Vormonat um 0,6 Prozentpunkte auf 3,8 Prozent gestiegen.

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