Wer in der Business- oder First-Klasse fliegt, erhält dafür berechtigterweise in der Luft mehr Beinfreiheit, feineres Essen, mehr Aufmerksamkeit durch die Flight-Attendants. Und am Boden Zugang zu den exklusiven Lounges der Airlines.
Wo es der Passagier mit dem dicken Portemonnaie auch besser hat: an der Sicherheitskontrolle. Während sich die Fluggäste mit Holzklasse-Billett oft die Beine in den Bauch stehen, um endlich Handgepäck, Schlüssel und Gurt im Körbli durch den Scanner zu schicken, spazieren Business- und First-Passagiere einfach an der langen Schlange vorbei an eine eigene Kontroll-Linie.
Taxen sind klassenunabhängig
Ganz normal? Möchte man meinen. Aber ein genauer Blick auf die Airport-Taxen zeigt, dass hier die Economy-Fluggäste die zahlungskräftige Klientel subventionieren. Denn: Egal, in welcher Klasse man abhebt, zahlt der Passagier gleich hohe Flughafen-Taxen.
Konkret in Zürich-Kloten: 35 Franken, aufgeteilt auf 21 Franken Passagiergebühr, 13 Franken Sicherheitsgebühr und 1 Franken für das Programm für Passagiere mit eingeschränkter Mobilität.
Unter dem Strich trotzdem ungleich
Ein Flughafen-Sprecher schreibt auf Anfrage, diese Interpretation sei so nicht ganz zutreffend: Wenn keine Passagiere an den Linien für die Reichen anstünden, dürften sich manchmal auch die Holzklassen-Passagiere dort kontrollieren lassen. Und manchmal fertigten die Kontroll-Linien für Business und First auch Airline-Crews und Flughafenmitarbeitende ab.
Dies mindert zwar die Subventionierung des Komforts der Zahlungskräftigen durch die Holzklasse-Fluggäste. Unter dem Strich stehen pro Business- und First-Passagier aber trotzdem noch mehr Security-Mitarbeiter bereit als pro Economy-Passagier. 70 Jahre Flughafen Zürich
«Fluggesellschaften fordern das so»
«Flughafengebühren sind am Schluss immer eine Mischrechnung und werden für diverse Leistungen verwendet, die First-/Business und Economy-Passagiere gleichermassen in Anspruch nehmen», schreibt der Sprecher weiter. «Die Sicherheitskontrolle ist nur ein Teil der mit den Sicherheitsgebühren finanzierten Leistungen. Eine Differenzierung würde in vielen Bereichen kaum Sinn machen und wäre auch nicht praktikabel.»
Patrick Huber (60), Ex-Chefredaktor des Aviatikmagazins «Cockpit», meint, dass man dies als Subventionierung der Reichen durch die Holzklasse-Passagiere sehen kann. «Die Fluggesellschaften fordern das vom Flughafen so.» Er gibt aber auch zu bedenken, dass im Flugzeug selbst wohl jene, die vorne auf den teuren Plätzen sitzen, eher einen Aufpreis bezahlen, von dem die Economy-Passagiere profitieren.