Darum gehts
- 16 Prozent der Schweizer geben über ein Drittel fürs Wohnen aus
- 36 Prozent der Haushalte mit Einkommen bis 4000 CHF stark belastet
- 1038 Personen im August 2026 für die Comparis-Umfrage befragt
Das Leben in der Schweiz wird immer teurer! Es ist ein Fluch: Die Miete bezahlen, die Krankenkassenprämie überweisen und Lebensmittel einkaufen – und schon ist das Konto fast wieder leer. Um da nicht in die Miesen zu rutschen, hilft nur ganz viel Disziplin – und eine wichtige Faustregel: Gib nie mehr als ein Drittel des Einkommens fürs Wohnen aus.
Eine neue, repräsentative Umfrage des Vergleichsdienstes Comparis zeigt jetzt aber, dass das Wohnen für viele Schweizerinnen und Schweizer zur finanziellen Belastungsprobe wird. Konkret: Jeder sechste Erwachsene (16 Prozent) gibt mehr als ein Drittel seines Bruttohaushaltseinkommens fürs Wohnen aus. Und lebt damit auf zu grossem Fuss. Bei Mieterinnen und Mietern sind es gar 22 Prozent. Auf Dauer kann das fatal sein.
Jeder dritte Mieter zahlt über 2000 Franken
Wer wenig verdient, steckt besonders häufig in der Wohnkostenfalle. Bei Haushalten mit einem Bruttoeinkommen von höchstens 4000 Franken geben 36 Prozent mehr als ein Drittel fürs Wohnen aus. Zum Vergleich: Bei Einkommen über 8000 Franken sind es lediglich 6 Prozent.
Besonders happig: Fast jeder zehnte Geringverdienende zahlt monatlich mehr als 2000 Franken fürs Wohnen – also über die Hälfte seines Bruttoeinkommens. Insgesamt gibt in der Schweiz fast jeder dritte Mieter mehr als 2000 Franken pro Monat aus.
Die Folgen von überhöhten Wohnkosten haben es in sich. «Wer dauerhaft darüber liegt, muss bei anderen wichtigen Budgetposten sparen; möglicherweise sogar bei Gesundheitsausgaben oder der Vorsorge», warnt Comparis-Immobilienexperte Harry Büsser. Und dann wird es richtig bitter.
Auch Hausbesitzer geraten ins Schwitzen
Die Kostenfalle macht selbst vor Wohneigentümern nicht halt. Sieben Prozent geben laut der Comparis-Studie mehr als ein Drittel ihres Einkommens fürs Wohnen aus. Dabei prüfen Banken vor der Hypothekenvergabe eigentlich, ob sich Käufer ihr Eigenheim langfristig leisten können. Doch eine Trennung, Pensionierung oder ein Einkommensverlust kann die Rechnung nachträglich über den Haufen werfen.
Immerhin: Die laufenden Wohnkosten sind bei Eigentümern oft tiefer. Die Hälfte zahlt weniger als 1500 Franken monatlich, bei Mietern sind es nur 36 Prozent. Allerdings sind dabei gebundenes Eigenkapital und mögliche Renovationskosten zu berücksichtigen.
Für die Umfrage wurden im August 2026 insgesamt 1038 Personen zwischen 18 und 74 Jahren befragt.