Farmy meldet Konkurs an
Gehypter Schweizer Online-Hofladen ist am Ende

Während der Corona-Pandemie lief es dem Online-Shop Farmy prächtig. In den letzten Jahren brach das Geschäft mit frischen Lebensmitteln vom Bauernhof aber immer mehr ein. Und jetzt hat das Zürcher Unternehmen den Betrieb eingestellt – per sofort.
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Der Online-Hofladen-Betreiber Farmy ist pleite.
Foto: zVg

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Farmy und Pico Lebensmittel haben den Betrieb per sofort eingestellt
  • Fusion 2025 scheiterte, wirtschaftliche Gründe führten zu Konkursverfahren
  • Farmy beschäftigte einst 220 Mitarbeitende, 29 verloren 2024 ihre Jobs
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Michael HotzTeamlead Wirtschafts-Desk

Noch im letzten Sommer schien sich bei Farmy alles zum Guten zu wenden: Der finanziell angeschlagene Zürcher Online-Hofladen Farmy fusionierte Mitte 2025 mit dem Unternehmen Pico Lebensmittel. Man hoffte auf Synergien, um Kosten zu sparen. Und so wieder auf die Beine zu kommen. Doch jetzt ist alles vorbei. Farmy und Pico Lebensmittel haben den Betrieb eingestellt – per sofort.

Der Onlineshop ist bereits offline. «Schweren Herzens verabschieden wir uns von euch, geschätzte Kundinnen und Kunden», heisst es jetzt nur noch auf der Website. Der Verwaltungsrat sieht sich aus «wirtschaftlichen Gründen zum Entscheid gezwungen, für beide Gesellschaften die Konkursverfahren einzuleiten», heisst es in einer Mitteilung. Über 100 Mitarbeitende dürften den Job verlieren.

Nach der Pandemie ging es bergab

Die 2014 gegründete Jungfirma Farmy legte in den Anfangsjahren ein grosses Wachstum hin, entfachte einen Hype. Zu den besten Zeiten beschäftigte das Unternehmen 220 Mitarbeitende. Und während Corona erlebte Farmy gar einen regelrechten Boom. In den letzten Jahren mussten die Zürcher aber hartes Brot essen. 2024 ging Farmy durch einen massiven Restrukturierungsprozess. Das Unternehmen schloss seinen neben Zürich zweiten Standort in Ecublens VD. Es kam zu einer Massenentlassung, 29 Mitarbeitende verloren den Job

«Nach der initialen Covid-Volumen-Explosion hat sich das Volumen wieder deutlich abgeflacht und bis heute nicht erholt», so Farmy-CEO Thomas Zimmermann (40). In den letzten Monaten habe sich der Umsatzeinbruch noch beschleunigt. Deshalb gebe es «keine nachhaltige Perspektive» mehr, so Zimmermann. Und weiter: «Wir haben alle verfügbaren Optionen geprüft und bis zuletzt an die operative Wende durch den Zusammenschluss geglaubt. Dieser Entscheid ist schmerzhaft, aber aus Verantwortung gegenüber Gläubigern, Mitarbeitenden und Partnern unausweichlich und konsequent.»

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