Darum gehts
Wer wach werden möchte, hat heute die Qual der Wahl. Nicht nur Tees und Mates, sondern auch Chips, Kaugummis und sogar Wasser werden mit Koffein versetzt. Da erstaunt es wenig, dass die Lebensmittelkonzerne auch Kaffee mit einer Extraportion des Stimulans beladen.
Die beliebten «Arpeggio»-Kapseln von Nespresso enthalten in der «Extra»-Version fast 60 Prozent mehr Koffein als die herkömmlichen Kapseln – nämlich 100 Milligramm pro Tasse anstatt 65 Milligramm. In den «Stormio Go»- und «Melozio Go»-Kapseln für die Vertuo-Maschine sind es sogar 200 Milligramm. Das ist mehr als die stärksten Energydrinks im Handel.
Das ist ein Beitrag aus dem «Beobachter». Das Magazin berichtet ohne Scheuklappen – und hilft Ihnen, Zeit, Geld und Nerven zu sparen.
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Bei Erwachsenen gilt eine Dosis von 200 Milligramm Koffein als gesundheitlich unbedenklich. Über den Tag hinweg sollten 400 Milligramm Koffein nicht überschritten werden. Schwangere sollten nicht mehr als 200 Milligramm Koffein am Tag aufnehmen. Eine Kapsel «Stormio Go» enthält also bereits diese Tagesdosis.
Leser erzählen von Herzrasen und Schwindel
Doch auch Konsumentinnen und Konsumenten ohne klares Risikoprofil können auf solch hohe Dosen Koffein reagieren. So berichtet ein Beobachter-Leser von Herzrasen und Schwindel, nachdem er einen Espresso «Arpeggio Extra» getrunken hatte. Dies hielt während einer halben Stunde an. Der Leser trinkt in der Regel ein bis zwei Tassen Espresso am Tag. Ein Espresso enthält 50 bis 70 Milligramm Koffein.
Eine Nespresso-Sprecherin sagt dazu: «Es gibt keine Hinweise darauf, dass mehr als 400 Milligramm Koffein direkt negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben.» Einige Personen könnten «aufgrund von Alter, medizinischer Vorgeschichte und individueller Toleranz» unterschiedlich empfindlich auf Koffein reagieren.
- Koffein: Ist in Kaffee, Tee, Cola, Mate, Guarana, Energydrinks enthalten.
- Teein: Chemisch gesehen ist es dasselbe wie Koffein. Koffein aus Teeblättern wirkt aber verzögert im Vergleich zu jenem aus Kaffeebohnen, und die Wirkung hält länger an.
- Guarana: Aus den Samen der Guarana-Pflanze gewonnen, enthält etwa doppelt so viel Koffein wie Kaffee.
- Mate: Mate-Tee aus den Blättern des Mate-Strauchs, enthält weniger Koffein als Kaffee.
- Energydrinks: Energydrinks enthalten synthetisches Koffein. Es ist chemisch identisch mit natürlichem Koffein, wird aber im Labor hergestellt und entfaltet seine Wirkung schneller.
- Koffein: Ist in Kaffee, Tee, Cola, Mate, Guarana, Energydrinks enthalten.
- Teein: Chemisch gesehen ist es dasselbe wie Koffein. Koffein aus Teeblättern wirkt aber verzögert im Vergleich zu jenem aus Kaffeebohnen, und die Wirkung hält länger an.
- Guarana: Aus den Samen der Guarana-Pflanze gewonnen, enthält etwa doppelt so viel Koffein wie Kaffee.
- Mate: Mate-Tee aus den Blättern des Mate-Strauchs, enthält weniger Koffein als Kaffee.
- Energydrinks: Energydrinks enthalten synthetisches Koffein. Es ist chemisch identisch mit natürlichem Koffein, wird aber im Labor hergestellt und entfaltet seine Wirkung schneller.
Die angereicherten Kapseln seien gesundheitlich wohl unproblematisch, sagt auch Ernährungswissenschaftler David Fäh zum Beobachter. Aber: «Manche Menschen bauen Koffein sehr langsam ab. Diese sollten nicht mehr als 50 Milligramm pro Kaffee zu sich nehmen.»
Unklare Kennzeichnung
Nespresso kennzeichnet den erhöhten Koffeingehalt der angereicherten Produkte nicht klar auf der Verpackung. Beim «Arpeggio Extra» steht auf der Rückseite nur in Kleinbuchstaben eine Warnung an Schwangere und Stillende. Und dass dieser 100 Milligramm Koffein enthält im Gegensatz zum regulären «Arpeggio» mit 65 Milligramm. Bei «Stormio Go» und «Melozio Go» steht etwas kryptisch vorne auf der Verpackung: «Infused with caffeine found naturally in coffee».
Zwar gibt es keine Pflicht, Getränke wie Kaffee oder Tee für Risikogruppen zu kennzeichnen. Doch einige Hersteller machen das freiwillig.
Kommt hinzu: Auf den regulären Nespresso-Kapseln gibt es keinen Hinweis zur Koffeinmenge. Das macht Vergleiche schwierig. Anders als viele Konsumenten annehmen, sagt die Skala von 1 bis 13 auf den Verpackungen nichts über den Koffeingehalt des Kaffees aus. Sie gibt nur Angaben zur Röstung.
Josianne Walpen vom Konsumentenschutz bezeichnet die Kennzeichnung deshalb als mangelhaft. «Wir finden, ein Warnhinweis müsste gut sichtbar vorne auf der Packung stehen», sagt sie zum Beobachter. Vor allem, weil man den erhöhten Koffeingehalt nicht erwarte. Bei einem Testkauf durch den Beobachter in der Nespresso-Boutique in Zürich wies auch vom Personal niemand auf Risiken hin.
Die Nespresso-Sprecherin sagt dazu: «Unsere Verpackungen geben die Zusammensetzung und die Zutaten unserer Kaffees klar an, unabhängig von der Sorte (Standard, aromatisiert, angereichert, entkoffeiniert).» Das Personal sei geschult, um Fragen zu beantworten und individuelle Beratung anzubieten.
Der Beobachter-Leser hat seine Konsequenzen gezogen: Er trinkt nur noch Kaffee aus regulären Kapseln. Die seien berechenbarer.
Hinweis: Dieser Artikel wurde erstmals am 7. Januar 2025 veröffentlicht.