Die Forderung von Donald Trump (80) war klar: Das Weisse Haus verlangt von der EU, insgesamt 120 Millionen Fässer Diesel aus ihren strategischen Reserven freizugeben. Dies soll den überhitzten Markt beruhigen – und dem unbeliebten US-Präsidenten vor den wichtigen Zwischenwahlen im November einige Pluspunkte einbringen. Sollte sich Europa weigern, will Washington den Diesel-Hahn zudrehen – und die Exporte nach Europa stoppen.
Jetzt ist klar: Die Europäer sind der Forderung des US-Präsidenten nachgekommen. Vertreter der G7-Länder haben sich darauf geeinigt, «innerhalb von vier Monaten bis zu 100 Millionen Barrel unserer strategischen Reserven freizugeben, um die Energiemärkte zu entlasten», wie der französische Präsident Emmanuel Macron (48) mitteilt. Dies bestätigen auch die restlichen Mitglieder des informellen Staatenzusammenschlusses in einer gemeinsamen Mitteilung. Zuvor haben Vertreter der G7-Staaten auf Macrons Wirken in einer Videokonferenz über die Massnahmen beraten.
Freigabe soll sofort beginnen
Auch Trump verkündet den Entscheid auf seiner Plattform Truth Social: «Europa hat soeben der Freigabe einer grossen Menge seiner Dieselvorräte zugestimmt», schreibt der US-Präsident. Der Prozess starte umgehend. Auch dies bestätigt die offizielle G7-Mitteilung.
Weiter heisst es darin, man werde in den kommenden Tagen mit der Internationalen Energieagentur (IEA) zusammenkommen, um die Möglichkeit zusätzlicher Diesel-Freigaben zu erörtern. Sie hat mit ihren 32 Mitgliedstaaten die Entscheidungshoheit über die Freigabe von Notreserven.
Die Schweiz muss hingegen keine Reserven anzapfen. Als Nicht-EU-Mitglied ist sie gemäss dem Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) nicht verpflichtet, sich an Freigaben aus den strategischen Reserven der EU zu beteiligen.