Darum gehts
- Black Friday: Rabattschlacht mit weniger Umsatz und enttäuschten Kunden
- Elektronikhändler verzeichnen trotzdem Umsatzplus bei Spielwaren, Beleuchtung und Elektronikartikeln
- Raiffeisenbank meldet fast 10 Prozent mehr Transaktionen als im Vorjahr
Am Black Friday tobt die Rabattschlacht! Doch können die Angebote die Konsumentinnen und Konsumenten überzeugen? Eine Umfrage von Blick im Glattzentrum in Wallisellen ZH zeigt: Die Schnäppchenjäger sind gar nicht so zufrieden, wie die Umsätze vermuten lassen.
Leart G.* (13) und seine Eltern sind sogar schwer enttäuscht: «Wir gehen oft am Black Friday einkaufen, doch die Aktionen sind kaum spürbar.» Ähnlich sehen es die beiden Gymi-Schülerinnen Janina P. und Seraina H.: «Wir finden, es lohnt sich nicht. Wir hatten uns mehr erhofft.»
Julian Zrotz (38) von der Onlineplattform Blackfridaydeals geht dieses Jahr von etwas weniger Umsatz im Detailhandel aus als im Vorjahr. 2024 betrug dieser 460 Millionen Franken. Der Rückgang hat vor allem zwei Gründe: Die Aktionen konzentrieren sich immer weniger auf einen einzelnen Tag, sondern werden im Verlauf der gesamten Woche lanciert. «Da zudem die absoluten Highlights – also besonders grosszügige Rabatte – fehlen, sehen wir weniger spontane Impulskäufe», so der Experte. Er merke, dass die Händler stärker auf ihre Marge achten müssen.
Keine Flaute bei Elektronikhändlern
Von einer sinkenden Nachfrage spüren die Onlineshops nichts: Digitec Galaxus spricht von einem «deutlichen Umsatzplus». Klassische Spielwaren, Beleuchtung oder Produkte für die Babypflege sind besonders gefragt – aber natürlich auch Elektronikartikel wie Notebooks, Monitore oder Handys.
Auch bei Coop-Tochter Interdiscount toppen die Umsätze die des Vorjahres. Neben Smartphones und Notebooks zählen Saugroboter zu den Verkaufsschlagern. Diese Artikel sind auch bei Media Markt hoch im Kurs.
Zu den beliebtesten Elektronikmarken zählen bei Brack.ch HP, Samsung, Acer und Apple. Die diesjährigen Verkäufe übersteigen jene von 2024 bereits heute. Dabei gelten viele Rabatte im Elektronikhandel noch bis 1. Dezember, dem Cyber Monday.
Zahlen der Raiffeisenbank zeigen, dass es diesen Black Friday fast zehn Prozent mehr Transaktionen gab als im Vorjahr. Auch hier ist also von einer Konsumflaute nichts zu spüren. Vor allem während der Mittagszeit gaben die Raiffeisen-Kunden ihr Geld am stärksten aus.
Manor verlängert Öffnungszeiten
Im Warenhaus Manor decken sich die Kundinnen und Kunden vor allem mit Parfüm-Geschenksets, Adventskalender, Schmuck und Kaschmir-Pullovern ein. Die Warenhäuser bleiben extra länger offen, die Filiale in Pfäffikon ZH gar bis 23 Uhr. Auch die Rückgabefrist wird bis 31. Januar verlängert.
Mit gewöhnlichen Alltagsgegenständen decken sich die Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten beim Onlineriesen Amazon ein, wo die Rabattschlacht ganze zwölf Tage dauert. Die Bandbreite reicht vom Toilettenpapier über Windeln bis zu Deos oder Ersatzköpfen für elektrische Zahnbürsten. Mit den Verkäufen in die Schweiz zeigt sich der US-Riese bisher sehr zufrieden.
Die Käuferinnen und Käufer jagen aber nicht nur Schnäppchen – sie geben auch gern. Beim Buchhändler Orell Füssli können Konsumenten jeweils entscheiden, ob sie 20 Prozent Rabatt wollen oder den Betrag an das Hilfswerk Caritas spenden möchten. Genaue Zahlen zum sogenannten Fair Friday liegen noch keine vor, da auch am Samstag fleissig weiter gesammelt werde. Auf Anfrage heisst es weiter: «Eine erfreuliche Anzahl Kundinnen und Kunden entscheidet sich für die Spendenmöglichkeit.»
* Namen bekannt