Darum gehts
- Tesla-Fahrer distanzieren sich von Elon Musk und tauschen Markenlogos aus
- Musk wird zur Belastung für Tesla durch politische Karriere und Trump-Nähe
- Tesla-Verkäufe in der Schweiz im Februar um 66,6 Prozent eingebrochen
Autofahrerinnen und Autofahrer haben genug von Tesla. In der Schweiz zeigt sich das vor allem in den Verkaufszahlen – die sind im Februar erneut heftig eingebrochen. In den USA noch auf viel extremere Art und Weise. Es gibt Proteste vor Tesla-Garagen, zudem soll es sogar Aufrufe geben, die Fahrzeuge zu beschädigen. Der Unmut gegen den Elektroautobauer veranlasst einige Tesla-Fahrer, die Marke ihres Autos kurzerhand selber umzulabeln.
So tauschen sie das Tesla-Logo mit anderen Auto-Marken aus. In den sozialen Medien kursieren Bilder von Modellen mit Aufschriften von Audi, Honda, Toyota und Mazda. Viele scheinen den Aufwand nicht zu scheuen. So wechseln sie nicht nur das Tesla-Emblem aus, sondern entfernen auch die Modellbezeichnung. Ein Besitzer eines weissen Models 3 des E-Auto-Herstellers fährt nun mit einem Audi A5 auf den amerikanischen Strassen. Stilecht findet sich auf der rechten Seite noch die Motorenkennzeichnung «2.0T».
Hauptproblem Elon Musk
Ob der Markentausch viel zum Schutz vor Vandalismus beiträgt, sei dahingestellt. Ein persönliches Statement ist es aber allemal. Denn viele Tesla-Fahrerinnen und Fahrer wollen sich immer stärker vom CEO Elon Musk (53) distanzieren. Der Chef wird für den US-Autobauer immer mehr zur Belastung. Seine politische Karriere und die Nähe zu Donald Trump (78) wird ihm zum Verhängnis. Viele Tesla-Fahrer wollen nicht mit Musks Haltung in Verbindung gebracht werden. Eher konservative Menschen fahren grundsätzlich aber Benziner. Das ist schlecht fürs Geschäft.
Das zeigt sich auch in der Schweiz. Schon im Januar sind die Verkäufe geschrumpft. Gerade noch 240 Stromer aus den Fabriken von Tesla wurden neu zugelassen. Das ist ein Minus von 26,6 Prozent. Im Februar sind die Verkäufe gar um 66,6 Prozent eingebrochen. Der US-Elektroauto-Bauer hat nur noch 335 Neuwagen verkauft, wie Zahlen von Auto Schweiz zeigen. Im Vorjahr waren es 1003.
Die Lage spitzt sich zu. Dass Elon Musk von der Tesla-Spitze zurücktritt, ist kaum vorstellbar. Da stellt sich eher die Frage, ob Musk mit seinen politischen Eskapaden den Autobauer an die Wand fährt.