Bei Boni-Verhandlung verzockt
Rieter schmeisst neuen CEO raus – vor dem ersten Arbeitstag

Daniel Lippuner wird nicht CEO bei Rieter. Der Grund: ein Streit um seinen Bonus. Stattdessen übernimmt Georg Stausberg per sofort die Leitung des Winterthurer Textilmaschinenherstellers.
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Der Winterthurer Textilmaschinenkonzern Rieter kommt nicht zur Ruhe.
Foto: Keystone

Darum gehts

  • Rieter-CEO Daniel Lippuner tritt wegen Streit um Bonusforderungen nicht an
  • Nachfolger Georg Stausberg übernimmt per 4. November 2026
  • Rieter verzeichnete 2025 ein Ebit-Minus von 43,9 Millionen Franken
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Patrik BergerRedaktor Wirtschaft

Beim Winterthurer Textilmaschinenhersteller Rieter kommt es zu einem spektakulären Chefwechsel. Der designierte Konzernchef Daniel Lippuner (57) tritt seinen Job überraschend nicht an. Der Grund ist brisant: ein Streit ums Geld. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilt, stellte Lippuner zusätzliche Forderungen bei seiner Vergütung – insbesondere beim Bonus. Der Verwaltungsrat und der künftige CEO konnten sich nicht einigen.

Die Differenzen seien unüberbrückbar gewesen, heisst es in der Mitteilung von Rieter. Damit ist Lippuner bereits Geschichte, bevor er überhaupt seinen ersten Arbeitstag absolviert hat. Wie hoch seine finanziellen Forderungen waren und um welche Bonussummen gestritten wurde, lässt der Industriekonzern offen. Einen Nachfolger hat das Unternehmen bereits gefunden. Georg Stausberg (63) übernimmt per sofort die Führung von Rieter, am Mittwoch ist sein erster Arbeitstag. Der erfahrene Manager war bisher CEO des Textilmaschinenherstellers Barmag, einer Rieter-Tochter mit Sitz in Remscheid (D).

Der Neue bringt 30 Jahre Erfahrung mit

Stausberg ist in der Branche kein Unbekannter. Er verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung in der internationalen Textilmaschinenindustrie. Als Chef von Barmag baute er die Stellung des Unternehmens als weltweit führender Anbieter von Maschinen für die Chemiefaserproduktion aus. Rieter hatte Barmag erst im Februar 2026 übernommen. Dadurch stieg Stausberg bereits in die Konzernleitung des Winterthurer Unternehmens auf. Er kennt die Branche und den Konzern also bestens.

Daniel Lippuner hätte Thomas Oetterli (56) als CEO ersetzen sollen. Rieter hat im vergangenen Jahr beim Ebit tiefrote Zahlen geschrieben; das Minus betrug 43,9 Millionen Franken. Werden einige Effekte ausgeklammert, sind die Zahlen jedoch schwarz – auch dank Lohnverzicht des damaligen Chefs. Er erhielt 2025 einen Lohn von «nur» 1,05 Millionen Franken. Im Jahr davor hatte er noch mehr als doppelt so viel verdient.

Für die tiefroten Zahlen waren laut Rieter – nebst dem schleppenden Geschäftsgang – vor allem hohe Restrukturierungskosten von fast 34 Millionen Franken und Kosten im Zusammenhang mit der Barmag-Übernahme von knapp 9 Millionen Franken verantwortlich.

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