VA Einkaufsvergleich Zürich-Jestetten
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Blick-Reporter testen:Welcher Einkauf ist günstiger?

Jestetten vs. Zürich
Blick macht als Einkaufstourist den Preisvergleich

Für den Wocheneinkauf kurz über die Grenze? Für viele Schweizer gehört der Einkauf in den Nachbarländern dazu. Doch lohnt sich das momentan überhaupt? Blick hat sich unter die Einkaufstouristen begeben.
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Viele Schweizer erledigen ihre Einkäufe in Deutschland.
Foto: Raphaël Dupain

Darum gehts

  • Der Einkaufstourismus boomt, in Grenzgemeinden wie Jestetten wächst der Frust
  • Blick zahlte für gleichen Einkauf 80 Franken in Zürich, 56 Franken in Jestetten
  • Mit Mehrwertsteuer spart man rund ein Drittel

Der Einkaufstourismus boomt. Die steigende Teuerung treibt Schweizerinnen und Schweizer für ihre Lebensmitteleinkäufe ungebremst über die Grenze. In deutschen Grenzstädten wächst der Frust. So in Jestetten in der Nähe von Schaffhausen. Blick hat sich diese Woche ein Bild vor Ort gemacht. Und ist dabei auf Anwohner gestossen, die sich über Vermüllung und Identitätsverlust in ihrem Städtchen beklagen.

Aber lohnt sich das Einkaufen ennet der Grenze für die Schweizer überhaupt? Blick hat den Test gemacht – und denselben Wocheneinkauf mit Alltagsprodukten zweimal getätigt. Einmal in der Stadt Zürich, dann im deutschen Jestetten. Für eine möglichst hohe Vergleichbarkeit in zwei Filialen des Discounters Lidl.

Grosse Unterschiede

Der Blick auf den Kassenzettel zeigt: Der Unterschied ist frappant. Während der Wocheneinkauf in Zürich 80 Franken kostet, müssen für dieselben Produkte in Deutschland nur rund 60 Euro – umgerechnet knapp 56 Franken – berappt werden. Besonders Butter, Rapsöl und Fleisch schlagen in der Schweiz besonders teuer zu Buche. Zum Vergleich: Während 500 Gramm Rinderhackfleisch in der Schweiz 7.79 Franken kosten, beträgt der Preis in Deutschland nur 4.84 Franken – 38 Prozent weniger.

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Und es gibt weitere Sparmöglichkeiten: Schweizerinnen haben die Möglichkeit, für ihren Einkauf die deutsche Mehrwertsteuer zurückzufordern. Diese beträgt beim Testeinkauf in Deutschland umgerechnet 4.25 Franken. Wer diese zurückfordert, zahlt also insgesamt nur knapp 52 Franken für seinen Einkauf – 28 Franken weniger als in der Schweiz. Insgesamt ist der Einkauf in Deutschland so ein Drittel günstiger als hierzulande.

Die Gründe für die Diskrepanz liegen vor allem bei den Kosten, mit denen Supermärkte in der Schweiz konfrontiert sind. Ob Löhne, Ladenflächen oder die Logistik – die Unternehmen haben hierzulande deutlich höhere Ausgaben, die sich auf die Preise niederschlagen. Auch die Schweizer Kaufkraft macht sich am Ende auf dem Kassenzettel bemerkbar.

Auch von weiter weg

Doch lohnt sich der Einkaufstourismus nur für Schweizer, die in unmittelbarer Grenznähe wohnen? Nein! Die Zahlen zeigen: Selbst eine Anfahrt aus dem 40 Kilometer entfernten Zürich nach Jestetten liegt – trotz hoher Benzinpreise – drin. Die 80 Kilometer, die auf dem Hin- und Rückweg mit dem Auto zurückgelegt werden müssen, schlagen bei heutigen Benzinpreisen mit rund 12 Franken zu Buche. Heisst: Selbst bei einer längeren Anfahrt kann sich Einkaufstourismus lohnen.

Das nutzen so viele Schweizer wie noch nie. 2025 kauften sie für 9,26 Milliarden Franken im Ausland ein, wie eine Studie der Universität St. Gallen (HSG) zeigt. Daran änderte auch die per Januar 2025 halbierte Zollfreigrenze nichts. Vielmehr erhöhten sich sowohl die Anzahl als auch die Grösse der Einkäufe.

Der Blick-Vergleich zeigt: Wer bereit ist, den Gang über die Grenze aufzunehmen, kann bares Geld sparen. Was sich bereits bei einem einzigen Einkauf bemerkbar macht, kann über eine längere Zeit eine deutliche Erleichterung im Portemonnaie und für Grenzgemeinden wie Jestetten willkommene Einnahmen, aber auch stressige Wochenenden und vollgestopfte Strassen bedeuten.

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