Darum gehts
- Einbrecher stehlen in der Nacht auf Montag den gesamten Tresor aus dem Zürcher Künzli-Store
- Inhaber und Geschäftsführer Roberto Martullo vermutet Profis hinter der Tat
- Er schätzt den Sachschaden auf bis zu 10'000 Franken
Für Roberto Martullo (64) startet die neue Woche mit einem Schock: In der Nacht auf Montag brachen Kriminelle in den Laden seiner Schuhmarke Künzli am noblen Zürcher Paradeplatz ein. Die Einbrecher rissen den gesamten Tresor aus der Wand – und transportieren ihn samt Inhalt ab. Die Stadtpolizei Zürich bestätigt den Einbruch auf Anfrage.
Den Flagship-Store mitten in Zürich eröffnete Martullo im Frühling 2025, einige Monate zuvor hatte der Unternehmer die angeschlagene Traditionsschuhmarke Künzli aus Windisch AG übernommen. Als Blick ihn am Telefon erreicht, ist er gerade dabei, den Schaden zu dokumentieren: «So wie es aussieht, haben die Einbrecher keine Schuhe mitgenommen. Auch Bargeld wurde glücklicherweise keines gestohlen», sagt Martullo. Der abtransportierte Tresor war bis auf ein paar Gutscheine, sogenannte Künzli-Taler, leer. Trotzdem ist der entstandene Schaden gross: Martullo schätzt ihn auf bis zu 10'000 Franken.
«Die wussten genau, was sie wollten»
«Da waren Profis am Werk», ist sich der Ehemann von Ems-Chefin Magdalena Martullo-Blocher (57) sicher. Die Täter seien äusserst gezielt vorgegangen. «Sie haben präzise gebohrt, um den Tresor aus der Wand zu lösen. Da wurde nicht einfach mit einem Brecheisen herumgewerkelt.» Auch sonst hätten die Einbrecher kaum Spuren hinterlassen. «Sie haben nichts durchwühlt, nicht einmal die Kasse aufgebrochen. Die wussten genau, was sie wollten», so Martullo.
Entdeckt wurde der Einbruch erst am Montagmorgen. Kurz vor 10 Uhr wollte ein Angestellter den Laden wie gewohnt öffnen – doch die Haupteingangstür liess sich nicht aufschliessen. «Er versuchte es daraufhin über den Nebeneingang. Dort stellte er fest, dass die Tür aufgebrochen worden war», erzählt der Künzli-Chef. Wann genau die Einbrecher zuschlugen, ist unklar. Martullo geht davon aus, dass sie irgendwann in der Nacht ins Geschäft eindrangen. Einen Alarm ausgelöst haben sie dabei nicht. Eine entsprechende Anlage fehlt in der Filiale. «Jetzt lege ich mir aber definitiv eine Alarmanlage zu», nimmt sich Martullo vor.
Kassensystem down
Als Blick am Montagmittag beim Künzli-Store am Paradeplatz vorbeischaut, wirkt alles wie immer. Von den Spuren des Einbruchs ist nichts mehr zu erkennen. Folgenlos für den Geschäftsbetrieb blieb er aber nicht: «Wir können unsere Kasse derzeit nicht bedienen», erklärt Martullo. «Der Schlüssel für unser Kassensystem lag dummerweise im Safe.» Kunden können ihre Schuhe deshalb vorerst nur mit Twint bezahlen. Spätestens am Dienstag soll der Kassenbetrieb aber wieder normal laufen. Und damit auch der Betrieb in der Zürcher Künzli-Filiale.
Martullo hat bereits Anzeige erstattet. Die Stadtpolizei Zürich bestätigt: «Die Ermittlungen wurden aufgenommen und sind derzeit im Gang.» Wer hinter dem Einbruch steckt, ist noch völlig offen. Videoaufnahmen von den Tätern existieren keine. Denn auch Überwachungskameras gibt es im Künzli-Store bislang nicht.