Digitalgeschäft erreicht Höchstwert – CEO Marc Walder sagt
«Technologischer Fortschritt als grosse Chance für unsere Gruppe»

Über 83 Prozent des operativen Gewinns der Ringier-Gruppe stammen inzwischen aus dem Digitalgeschäft – ein Spitzenwert. Die Blick-Herausgeberin will weiter ihre KI-Werkzeuge ausbauen, um Usern, Leserinnen und Konsumenten ein noch besseres Angebot bieten zu können.
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Ringier-CEO Marc Walder erläutert das vergangene Geschäftsjahr.
Foto: Raphaël Dupain

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Ringier erzielt 2025 operativen Gewinn von 120 Mio. Franken bei 762 Mio. Umsatz
  • 83 Prozent des Gewinns stammen aus Digitalgeschäft, Ebitda-Marge erreicht 15,8 Prozent
  • Blick+ überschreitet 30'000 Abos, tägliche Reichweite von 1,4 Mio. Nutzern
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Ulrich RotzingerWirtschaftschef

Künstliche Intelligenz (KI) pflügt alles um – auch die Medienlandschaft. Mittendrin: Ringier. Der grösste Schweizer Medienkonzern, der auch den Blick herausgibt, baut auf seine digitalen Kräfte. Schlagkräftiger werden in allen Bereichen, bei allen Tochterunternehmen und in allen 19 Ländern, in denen die Gruppe tätig ist, ist das Ziel.

«KI verändert, wie wir arbeiten, entscheiden und gestalten», sagt CEO Marc Walder (60) bei der Präsentation des Jahresresultats in Zürich. Technologie, Daten und KI sind heute direkt in die Geschäftseinheiten des Medienkonzerns eingebettet. «Wir begreifen technologischen Fortschritt als grosse Chance für unsere Gruppe», so Walder.

Höchstwerte im Digitalgeschäft

Die digitale Schlagkraft zahlt sich aus. Bereits 83 Prozent des operativen Gewinns stammen heute aus digitalen Geschäften. Ein historischer Höchstwert. Ebenfalls ein Rekord in der fast 200-jährigen Geschichte von Ringier: die Gewinn-Marge (Ebitda) von 15,8 Prozent nach 14,8 Prozent im Vorjahr. Den eigentlichen Gewinn, der unter dem Strich für das Familienunternehmen resultiert, gibt Ringier nicht bekannt.

Operativ schaute ein Gewinn von gut 120 Millionen Franken heraus. Das entspricht einer Steigerung von 1,3 Prozent im Vorjahresvergleich. «Das zweitbeste Ergebnis seit zehn Jahren mit Ausnahme von 2021», sagt Walder. «Punkto digitale Transformation gehört Ringier in Europa zu den Rollenmodellen.»

Der Umsatz beläuft sich auf 762 Millionen Franken. Das ist ein Minus von gut 38 Millionen gegenüber dem Vorjahr. Der Rückgang sei zum allergrössten Teil aus der planmässigen Schliessung des Druckereibetriebs der Swissprinters AG in Zofingen AG per Ende 2024. 

Meilenstein SMG-Börsengang

Das «bedeutendste Ereignis» war laut Walder der erfolgreiche Börsengang der Swiss Marketplace Group (SMG) im September 2025 – dem bis dahin grössten IPO in Europa. Ringier ist hier noch immer mit 20 Prozent beteiligt. Doch der Verkauf von 10 Prozent Anteilen hat «ziemlich viel Geld» in die Kasse gespült. Wie viel genau, bleibt geheim. Schätzungen gehen von rund 400 Millionen Franken aus.

Weitere der rund 50 digitalen Marktplätze von Ringier sind die Jobplattformen (Jobcloud-Gruppe) oder Ticketing wie Ticketcorner.ch. 

Was die Regulierung gegenüber KI-Unternehmen wie OpenAI, Google oder Anthropic angeht, fordert Walder ein «griffiges Urheberrecht» in der Schweiz: «Diese Unternehmen haben jahrelang alles im Internet abgegrast – ohne ein Recht darauf zu haben.» Walder verweist auf die Motion von FDP-Ständerätin Petra Gössi (50), die diesen Zugriff nun regeln will.

Blick und Co. auf national 13'000 Bildschirmen

Eine Integration von Tech- und KI-Ressourcen fand auch in den Geschäftseinheiten Media und Sports Media statt. International sticht Ringier Serbia mit seiner 14 Jahre anhaltenden Marktführerschaft von Blic.rs hervor. In Portugal führte die auflagenstärkste Sporttageszeitung A Bola zum 80-Jahr-Jubiläum einen KI-gestützten Newsroom ein. 

Und in der Schweiz? Hier erreicht Ringier Medien Schweiz täglich 1,4 Millionen Nutzerinnen und Nutzer und erzielt 11,4 Millionen Pageviews pro Tag. Drei Jahre nach der Lancierung wurde bei den digitalen Abonnements (Blick+) die 30'000-Marke erreicht. «Blick ist die Nummer eins unter den Schweizer Newsmarken auf allen gängigen Social-Media-Plattformen», sagt Walder.

Ein Meilenstein ist die Partnerschaft mit Livesystems. Mit über 13'000 Bildschirmen an Tankstellen, in Postautos und Co. in der Schweiz erzielt Ringier Medien Schweiz Milliarden von Ausspielungen. Überdurchschnittlich gut sei so die junge Zielgruppe der 15- bis 34-Jährigen zu erreichen. Seit neustem nicht nur mit Blick-Artikeln, sondern auch Inhalten vom «Beobachter», der «Schweizer Illustrierten» und «L'illustré» – und bald auch der «Bilanz».

Im laufenden Jahr will Ringier wiederum viel Geld in KI und die Ausbildung der Mitarbeitenden dafür investieren. Das gilt bei den Medientiteln ebenso wie bei den digitalen Marktplätzen für Jobs, Autos und Immobilien.

Hier geht es zum detaillierten Ringier-Resultat des Geschäftsjahres 2025.


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