Digital Shapers 2026
Diese Köpfe bringen die Schweiz digital vorwärts

Die Schweiz kann Digitalisierung: Nun sind die 100 Digital Shapers 2026 bekannt. Wir präsentieren 10 der 100 Köpfe, die unser Land in diesem Bereich prägen – von KI und Robotik über Fintech bis Quantencomputing.
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Andy Yen ist der Kopf des wohl meistgenutzten Schweizer Tech-Exports: Proton Mail.
Foto: Proton

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Schweiz entwickelt sich zum KI-Hotspot und fördert digitale Talente
  • Andy Yen, CEO von Proton, mit 100 Millionen Nutzerkonten weltweit
  • Cyberkriminalität verursacht 2026 weltweit Schäden von 9,4 Billionen Franken
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Blick Wirtschaftsdesk

Künstliche Intelligenz bringt grosse Veränderungen mit sich. Die Technologie krempelt gerade unsere Gesellschaft und Wirtschaft um. Ganz vorne mit dabei: die Schweiz, die sich zu einem KI-Hotspot entwickelt hat. Aber auch sonst ist unser Land in Sachen Digitalisierung mit viel Kompetenz gesegnet, wie Bilanz, Handelszeitung, PME und digitalswitzerland mit ihrer Wahl der Digital Shapers beweisen. Sie zeichnen damit die 100 wichtigsten Köpfe der digitalen Entwicklung aus – bereits zum achten Mal.

Unter den Digital Shapers 2026 sind namhafte Entscheidungsträger wie etwa Bundeskanzler Viktor Rossi (57), der als oberster Digitalchef des Bundes die Strategie Digitale Schweiz verantwortet. Blick stellt zehn weitere Digital Shapers vor:

Andy Yen (36) – Gründer und CEO Proton

Andy Yen ist der Kopf des wohl meistgenutzten Schweizer Tech-Exports. Er ist Gründer und CEO von Proton mit Sitz in Genf, vor allem für ihren verschlüsselten E-Mail-Dienst Proton Mail bekannt. Yens Wort hat über die Branche hinaus Gewicht. Er gilt als einer der profiliertesten Verfechter von Online-Datenschutz und digitaler Privatsphäre weltweit. Ursprünglich stammt Yen aus Taiwan. Er promovierte an der Harvard University in Teilchenphysik und arbeitete später als Wissenschaftler am Cern. 2013, nach den Enthüllungen von Whistleblower Edward Snowden (42), gründete Yen zusammen mit Kollegen Proton Mail – mit dem Ziel, Datensicherheit für alle Nutzer zugänglich zu machen.

Proton entwickelte sich schnell zu einem der wichtigsten Dienstleister für verschlüsselte Kommunikation. Yen spricht regelmässig bei internationalen Anlässen wie dem Web Summit oder bei den Vereinten Nationen über die Bedeutung von Privatsphäre im digitalen Zeitalter. Unter seiner Führung wuchs Proton zu einem globalen Unternehmen mit über 500 Mitarbeitenden und 100 Millionen Nutzerkonten.

Digital Shapers 2026: Wer die digitale Schweiz wirklich prägt

Die Schweiz hat sich zum KI-Zentrum Europas entwickelt. 100 Digital Shapers zeigen, wie das Land von Tech-Giganten, Unis und Start-ups profitiert. Zum achten Mal küren Bilanz, Handelszeitung, PME und digitalswitzerland Persönlichkeiten, die die digitale Schweiz massgeblich prägen. Hier findest du die komplette Übersicht der 100 prägendsten Köpfe der digitalen Schweiz – von Robotik über Fintech bis hin zu Quantencomputing.

Bilanz

Die Schweiz hat sich zum KI-Zentrum Europas entwickelt. 100 Digital Shapers zeigen, wie das Land von Tech-Giganten, Unis und Start-ups profitiert. Zum achten Mal küren Bilanz, Handelszeitung, PME und digitalswitzerland Persönlichkeiten, die die digitale Schweiz massgeblich prägen. Hier findest du die komplette Übersicht der 100 prägendsten Köpfe der digitalen Schweiz – von Robotik über Fintech bis hin zu Quantencomputing.

Lennig Pedron (47) – CEO Trust Valley

Es sind gewaltige Summen: Das Statistikportal Statista schätzt die weltweit verursachten finanziellen Schäden durch Cyberkriminelle für das Jahr 2026 auf 9,4 Billionen Franken – bis 2030 sollen sie auf 14,9 Billionen klettern. Hier setzen Lennig Pedron und ihr Programm Trust Valley der Technischen Hochschule EPFL in Lausanne an. Die Initiative soll Unternehmen im Bereich des digitalen Vertrauens und der Cybersicherheit beraten und voranbringen. Pedron ist seit Beginn als CEO dabei. 2019 startete das Pilotprojekt Tech4Trust, das sich mittlerweile zum halbprivaten Programm Trust Valley weiterentwickelt hat. Zudem ist Pedron Mitgründerin und Präsidentin der gemeinnützigen Organisation Icon mit Standorten in Genf, Lausanne, London oder Brüssel.

Das Ziel der NGO: Experten zu Cybersicherheit, KI und Blockchain miteinander vernetzen. Zudem wolle man «das Bewusstsein der Zivilbevölkerung für technische Fragen schärfen». Für ihre Leistungen wurde die Unternehmerin 2023 in Paris zur «European Cyber Woman of the Year» gekürt. Auch ist sie dieses Jahr für die «Most Inspiring Women in Cyber» nominiert. Dies sei eine grosse Ehre, so Pedron. Und dankt ihrem Team: «Ich sehe diese Nominierung in erster Linie als Anerkennung für die gemeinsame Arbeit, die wir jeden Tag leisten.»

Markus Pflitsch (54) – Gründer und CEO von Terra Quantum

Markus Pflitsch (54) hat zwei Welten zusammengeführt: Quantenphysik und Investmentbanking. Der Gründer und CEO des St. Galler Start-ups Terra Quantum und seine über 150 Mitarbeitenden entwickeln hybride Algorithmen, Quantencomputing-Anwendungen und abhörsichere Kommunikation für Branchen wie Finanz, Energie und Logistik. Ihn treibt eine grosse Vision an: «Ich will Quantentechnologie industriell nutzbar machen. Und zwar heute, nicht erst in Jahrzehnten», sagt er. Und betont: «Zukunftstechnologien verändern Gesellschaften, ob wir das wollen oder nicht.» Die entscheidende Frage sei nicht, ob, sondern wer sie gestaltet. Und nach welchen Werten. «Technologie ist niemals neutral. Genau deshalb ist Haltung entscheidend», so Pflitsch.

Schon mit 14 Jahren entdeckte der Deutsche seine Begeisterung für Quantenphysik. Er studierte in Aachen, forschte am Cern in Genf und war dann 20 Jahre lang auf Managementstufe und als Finanzchef in der Industrie und der Finanzwelt tätig. Seine freie Zeit verbringt Pflitsch gerne in der Natur. «Ganz bewusst», wie er sagt. «Beim Wandern, oft in den Bergen, schaffe ich Distanz zur technologischen Komplexität.» Diese analogen Momente sind für ihn kein Gegenpol zur Hochtechnologie – sondern eine notwendige Ergänzung. «Sie helfen mir, Komplexität richtig einzuordnen. Und Entscheidungen aus einer inneren Ruhe heraus zu treffen.»

Marcel Meyer (34) – CEO GRdigital und Leiter Fachstelle Tourismus Graubünden

Zum Digitalen fand Marcel Meyer über Umwege. Eine nicht bestandene Masterarbeit im Marketingbereich an der ZHAW wurde für ihn zum Wendepunkt. An der Fachhochschule Graubünden absolvierte er einen Master in Business Administration und fand damit endgültig seinen Platz in der digitalen Welt. Heute gilt der 34-Jährige als «Mr. Digital Graubünden». Seinen beruflichen Antrieb fand er im Tourismus. Schon an früheren Stationen wurde ihm klar: «Digitalisierung ist nur dann gut, wenn sie den Alltag einfacher macht und Menschen konkret unterstützt.»

Heute leitet der ehemalige Grenadier als Geschäftsführer von GRdigital die kantonale Anlauf- und Koordinationsstelle für digitale Transformation, begleitet Projekte von der Idee bis in den Alltag. «Wir sollten eigentlich GReinfach heissen und nicht GRdigital», meint Meyer dazu. Denn für ihn ist klar: Der Kern der digitalen Transformation liegt in der Einfachheit. Parallel dazu baut er als Leiter der Fachstelle Tourismus gezielte Unterstützung für Destinationen auf – mit dem Ziel, die digitale Transformation im Bündner Tourismus zu beschleunigen. Zudem gibt er sein Wissen als Dozent an Fachhochschulen, in Podcasts und als Speaker weiter. Den nötigen Ausgleich findet Meyer bewusst abseits von Bildschirmen – in den Bündner Bergen beim Trailrunning, Skifahren und Wandern oder bei seiner Familie.

Max Meister (48) – Gründer Koyo Capital AG

Unternehmerisch tätig zu sein, wurde Max Meister quasi in die Wiege gelegt. So hatte sein Grossvater mütterlicherseits einen Gipser- und Malerbetrieb. Doch Handwerk ist nicht seins. Stattdessen verschlug es den gebürtigen Berner nach dem Studium der Betriebswirtschaft in die Beratung. Und gewissermassen ist Meister noch immer Berater. Er sitzt in mehreren Verwaltungsräten und gründete 2023 den in Baar beheimateten Venture Fund Koyo Capital – mit einer gewissen Prise Idealismus: «Wir investieren bewusst in Technologien, die nicht nur wirtschaftliches Wachstum versprechen, sondern fundamental die Stabilität von Wirtschaft, Gesellschaft und Infrastruktur stärken.»

Konkret in die drei Themenkreise Resilienz (Lieferketten- und Cybersicherheit, Web3), Exploration (Weltraumtechnik, Quantencomputing) und Robotik. Seine Erfahrungen teilt der Familienvater gerne mit Gleichgesinnten – und der Jugend. «Neben meiner Rolle als Investor ist mir der Wissens- und Erfahrungstransfer besonders wichtig», sagt Meister. Er ist Dozent für Entrepreneurship an der Hochschule für Wirtschaft Zürich (HWZ). Und vor gut zwei Jahren gründete er mit Kollege Guy Giuffredi den Podcast «Burn Rate», «um analytisch und ehrlich über das Start-up- und Venture-Capital-Ökosystem zu sprechen». Zum Glück ist er Frühaufsteher: «Jeweils um 6 Uhr schwimme ich im Hallenbad meine 2 Kilometer.»

Joanne Sieber (43) – CEO Deep Tech Nation Switzerland Foundation

Joanne Sieber ist CEO der Deep Tech Nation Switzerland Foundation. Die Stiftung, die 2024 von UBS und Swisscom gegründet wurde, will den Innovationsstandort Schweiz stärken. Ihr Ziel ist ambitioniert: Innert zehn Jahren will sie 50 Milliarden Franken an Risikokapital mobilisieren und 100'000 Jobs schaffen. Denn: «Die Schweiz ist exzellent in Forschung, aber zu oft zu schwach in der Kommerzialisierung», sagt Sieber, die an der HSG Internationales Management studiert hat.

Das will sie ändern. «Die Schweiz soll zu den führenden Deep-Tech-Nationen weltweit gehören.» Sieber arbeitet an der Schnittstelle von Technologie, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Sie will Strukturen aufbauen oder gezielt weiterentwickeln, die ein ganzes Ökosystem stärken. «Also dort, wo Entscheidungen echte Hebelwirkung haben. Das ist enorm motivierend», sagt sie.

Serge Gansner (64) – CEO Luware

Die IT-Branche war nicht Serge Gansners Plan A. Zuerst studierte der Basler nämlich Medizin, brach das Studium aber nach zwei Jahren ab – und fand in den 1980er-Jahren als Quereinsteiger beim Schweizerischen Bankverein zur Informatik. Nach jahrzehntelanger Erfahrung steht er heute als CEO an der Spitze von Luware. Das Zürcher Softwareunternehmen ist ein international tätiger Anbieter von Customer-Experience-Plattformen und vereinfacht die Kommunikation in Contact Centern, am Empfang und im Service Desk. Mit zusätzlichen Büros in London, New York, Stuttgart und Warschau betreut Gansner rund 1200 Kunden weltweit.

Seine Motivation: «Ob im Bankverein, im eigenen Unternehmen, später im Unternehmenscoaching oder jetzt als CEO bei Luware – meine Leidenschaft gilt der Team- und Organisationsentwicklung. Menschen weiterbringen zu dürfen, ist mein Antrieb.» Sein Ziel ist es, Luware als globale Customer-Experience-Plattform zu etablieren. Daneben verbringt der FC-Basel-Fan viel Zeit in der Natur und geniesst gemütliche Stunden mit Familie und Freunden beim Kochen.

Ryan Luke Johns (38), Gründer und CEO Gründer Gravis Robotics

Ryan Luke Johns ist die Art von Akademiker, die man sich bei der ETH wünscht: schlau, begabt, motiviert – und bereit zu unternehmerischem Risiko. 2022 co-gründete er das Zürcher ETH-Spinoff Gravis Robotics, das schwere voll- und teilautomatisierte Maschinen und Teleoperation-Tools entwickelt. Die Technologien kommen dort zum Einsatz, wo menschliches Urteilsvermögen entscheidend, der Betrieb vor Ort aber lebensgefährlich ist. «Wir nutzen Automatik und Augmentierung, um die Produktivität von Baggern zu verbessern und so den dringenden Bedarf an Wohnraum und erneuerbaren, widerstandsfähigen Infrastruktur zu decken», sagt Johns, der auch CEO des Tech-Start-ups ist.

Seine akademische Laufbahn verlief so gradlinig und effizient, wie die Maschinen von Gravis Robotics arbeiten: Bachelor an der Columbia in New York, Master in Princeton und Doktortitel an der ETH. In Zürich hat er eine Nische für sich gefunden, um Pionierarbeit für robotergestützte Schwermaschinen zu leisten. Das grosse Ziel: «Wir streben eine Zukunft an, in der Bauarbeiten mit wenigen Klicks erledigt werden können.» Die Vision findet in der Baubranche Gehör. Im Dezember sammelte Gravis Robotics bei einer Finanzierungsrunde 23 Millionen Dollar ein, zu den Investoren gehört etwa der Schweizer Baustoffkonzern Holcim.

Beatrice Smit (41) – COO Axpo Systems

Bei der Firma Axpo Systems verfolgt Beatrice Smit nichts Geringeres als das Ziel, «die kritische Infrastruktur unseres Landes zu sichern». Seit 2020 sitzt sie in der Geschäftsleitung der Tochterfirma der Axpo-Gruppe und ist als Chief Operating Officer tätig. Axpo Systems berät Firmen in puncto Cybersicherheit, zur Kundschaft zählen etwa der Flughafen Zürich und mehrere Schweizer Bahnunternehmen. Smit, ausgebildete Ingenieurin, studierte Kommunikations- und Informatik-Ingenieurwesen an der ZHAW.

Ihre Karriere startete sie als Softwareentwicklerin und baute ihre Expertise bei den SBB im Störungsmanagement aus. 2022 schloss sie ihren Management-Master an der Uni Bern ab. Neben digitalen Themen zählt das Fliegen zu Smits grossen Leidenschaften. 2016 erwarb sie die Lizenz zur Berufspilotin. «Die Ausbildung hat mich als Führungskraft wahrscheinlich mehr geprägt als jedes Managementseminar», sagt sie. Denn die Aviatik habe ihr Denken fundamental verändert. «Obwohl ich aktuell nicht fliege, nehme ich die Denkweise aus dem Cockpit jeden Tag mit ins Büro.»

Thomas Landolt (61) – CEO QuantumBasel

Der Weg von Thomas Landolt in die digitale Zukunft begann unspektakulär – mit dem Programmieren von Steuerungschips für eine elektrische Schreibmaschine. Es war sein erster Job nach der Matura. Heute, gut vier Jahrzehnte später, steht der Zürcher als CEO von QuantumBasel an der Schnittstelle einer neuen technologischen Revolution. «Quantum Computing ist the next big thing», sagt Landolt. Sein Unternehmen will Quantencomputing aus der Forschung in die praktische Anwendung bringen – mit dem Ziel, die Leistungsfähigkeit von AI-Projekten deutlich zu steigern.

Dafür bündelt QuantumBasel das Know-how von Quantenphysikern, Data Scientists und Computeringenieuren. Aber alles mit einem klaren kommerziellen Auftrag. Als CEO ist es seine Aufgabe, «das unter einen Hut zu bringen». Den Blick richtet Landolt stets nach vorne. Er ist überzeugt, dass sich mithilfe der Digitalisierung zentrale Herausforderungen unserer Zeit bewältigen lassen. «In der Schweiz haben wir mit unserem Know-how und einem einzigartigen Umfeld alle Möglichkeiten, an der Gestaltung dieser Zukunft substanziell mitzuwirken.» Abseits der Technologie engagiert sich Landolt stark in einer Zürcher Zunft: «Bei all den digitalen Themen spielen am Schluss doch wieder der Mensch, die Gemeinschaft und Freundschaften eine entscheidende Rolle.»

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