Darum gehts
- Rindfleischpreise in den USA steigen wegen sinkendem Rinderbestand und hoher Nachfrage
- Trump erlaubt ab 1. September Import von 300'000 Tonnen zollfreies Rindfleisch
- Importe decken nur 2 Prozent des Verbrauchs, Preisentlastung bleibt kaum spürbar
Das Leben in den USA wird immer teurer. Wegen des Angriffs der USA und Israels auf den Iran sind die Benzinpreise gestiegen, auch andere Güter des täglichen Bedarfs sind wegen der Zollpolitik Donald Trumps (80) teurer geworden. Inflation ist in den USA ein grosses Thema.
Das gilt insbesondere auch für Rindfleisch. Ein Lieblingsessen des US-Präsidenten – und der meisten Amerikaner. Ohne Hackfleisch geformt zu Burger-Pattys ist der amerikanische Alltag undenkbar. Aufgrund von Dürren und Waldbränden ist der Rinderbestand in den USA auf das tiefste Niveau seit 75 Jahren gefallen.
Das heisst: Ein sinkendes Angebot trifft auf die ewig gleich hohe Nachfrage nach Rindfleisch. Das Resultat: Die Preise für Burger & Co. steigen. Das schmeckt einem Teil der Wähler überhaupt nicht. Kein gutes Vorzeichen für die Midterm-Wahlen im November.
Billigfleisch aus Argentinien
Also macht Zollzampano Trump kurzerhand Hackfleisch aus Importzöllen für Rindfleisch. Und macht damit erst noch seinem Kumpel Javier Milei (55), dem Präsidenten Argentiniens, eine Freude. Denn vor allem aus Argentinien sollen ab dem 1. September 300'000 Tonnen Rindfleisch zur Produktion von Hackfleisch importiert werden. Der Erlass von Trump gilt für die kommenden 90 Tage.
Allerdings hat er die Rechnung nicht ohne die Rinderfarmer in den USA gemacht – auch sie eine wichtige Wählergruppe. Sie fürchten sich vor dem zollbefreiten Dumping-Hack in einer eh schon schwierigen Zeit. Staatlich begünstigte Billigkonkurrenz aus dem Ausland ist für die gebeutelten Rinderfarmer kein Anreiz, wieder in den Aufbau ihrer Herden zu investieren.
Auch Ökonomen sehen hinter der Massnahme nicht viel mehr als Symbolpolitik. Denn die nun für Importe freigegebene Menge macht gerade mal zwei Prozent des US-Rindfleischverbrauchs aus. Ihre Prognose: An der Fleischtheke wird nicht viel vom Günstig-Hackfleisch zu spüren sein.
Das dürfte Trump egal sein. Wenn es ihm in den Kram passt, macht er Hackfleisch aus Zöllen. Ohne sich über die temporäre Kehrtwende in seiner Zollpolitik den Kopf zu zerbrechen.