Diesen September kündigte die Post den Abbau von 110 Stellen an. Der gelbe Riese muss «Kosten senken und die langfristige Finanzierung des Service public sichern», wie er damals mitteilte. Es ist eine Abbaurunde von vielen in den vergangenen Jahren: 2025 sprach die Post bis zu 100 Kündigungen aus. Später wurde bekannt, dass 200 IT-Jobs in der Schweiz verschwinden sollen. Im Juni 2026 folgten weitere 60 IT-Stellen.
Und aufatmen können die Angestellten noch immer nicht. Post-Chef Pascal Grieder (49) macht im Interview mit der «Schweiz am Wochenende» klar: Mit dem Sparen ist die Post noch nicht fertig. «Insbesondere im Briefgeschäft wird der Abbau weitergehen», sagt der CEO. Kostenoptimierungen seien für den Konzern ein Dauerbrenner. Das mache man nicht einmal «und dann ist es vorbei.»
Zentrale soll noch schlanker werden
Vor allem bei zentralen Konzern- und Verwaltungsjobs setzt die Post vermehrt den Rotstift an. Auch im September waren vor allem Management- und Supportfunktionen betroffen. Da gibts noch Luft, meint Grieder: «Ich glaube, dass wir noch schlanker werden können», sagt er zur «Schweiz am Wochenende».
Hintergrund ist vor allem der Niedergang der klassischen Briefpost: Während Pöstler und Pöstlerinnen mit der Päckliflut kämpfen, werden Briefe immer seltener verschickt. In den vergangenen zehn Jahren hat die Post laut Grieder rund 40 Prozent des Briefvolumens verloren. Gleichzeitig wird das Versenden ab nächstem Jahr erneut teurer: Ein A-Post-Standardbrief kostet dann 1.40 statt 1.20 Franken, B-Post 1.10 statt 1 Franken.
Danach rechnet Grieder nicht mit jährlichen Aufschlägen. Am grundlegenden Problem würden höhere Preise ohnehin wenig ändern. Der Post-Chef hält den Rückgang der Briefpost für kaum aufhaltbar: «Es geht weiter runter – ungebrochen.»
Die Folgen dürften auch die Kunden spüren. Grieder geht davon aus, dass irgendwann nicht mehr täglich Briefe zugestellt werden. Wenn nur noch selten Post im Briefkasten lande, seien die Kosten für eine tägliche Zustellung schlicht zu hoch.