Darum gehts
- BYD ist in der Schweiz innerhalb eines Jahres auf Rang sieben vorgeprescht und kommt inzwischen auf 4,2 Prozent Marktanteil
- Schweiz-Chef Ferdinando D'Apice hat noch grössere Ziele
- BYD soll in die Top drei und damit in die Liga von VW, Mercedes und BMW vorstossen
Was für ein rasanter Aufstieg! Vor einem Jahr war der chinesische Autobauer BYD in der Schweiz noch ein Winzling mit sieben Mitarbeitenden, vier Händlern und weniger als 100 Fahrzeugen. Heute liegt die Marke laut Schweiz-Chef Ferdinando D'Apice bereits auf Rang sieben. BYD hat aktuell einen Marktanteil von 4,2 Prozent. Das ist beachtlich.
Aber nicht genug für die mit grossen Ambitionen angetretenen Chinesen. «Wir wollen auch hier in die Top drei», sagt D'Apice im Interview mit dem Finanzportal finews.ch. Und nennt selbstbewusst gleich auch die Gegner: VW, Mercedes und BMW. Genau in diese Liga wolle BYD in der Schweiz vorstossen. Eine konkrete Frist nennt der Manager nicht. Derzeit sei die Nachfrage jedenfalls grösser als das Angebot: «Wir bekommen mehr Bestellungen, als wir liefern können.»
Schon 31 Händler in der Schweiz
Für die Offensive baut BYD sein Händlernetz kräftig aus. Monat für Monat kommen neue dazu, wie etwa mit der Schlossgarage in Winterthur ZH. Aktuell sind 31 Partner ausgewählt, weitere 15 bis 20 sollen dazukommen. Ziel sind möglichst schnell 55 Standorte. Bemerkenswert: Laut D'Apice müsse BYD die Händler nicht suchen – diese würden von sich aus anklopfen.
Auch beim Laden will BYD künftig Tempo machen. Das Unternehmen wartet derzeit auf die Schweizer Zertifizierung seines sogenannten Flash Charging mit bis zu 1500 Kilowatt. Noch dieses Jahr sollen die ersten 20 Stationen kommen, für 2027 sind bereits 100 Ladestationen geplant, sagt der Schweiz-Chef gegenüber finews.ch. Zunächst sollen sie bei BYD-Partnern stehen, später auch an weiteren Standorten.
D'Apice verspricht extrem kurze Ladezeiten – selbst bei klirrender Kälte. In Tests habe das Laden auf 97 Prozent bei 20 Grad neun Minuten gedauert. Bei minus 30 Grad seien es zwölf Minuten gewesen. «Technologisch ist das eine Revolution», sagt er. Und ein gutes Argument für Schweizer Kundinnen und Kunden.
Erst 40 Prozent Stromer-Anteil
Voll auf Strom setzen viele Schweizer Kunden aber noch nicht. Sie kaufen häufiger einen BYD mit Hybridantrieb: Der Anteil liegt bei 60 Prozent, reine Elektroautos machen 40 Prozent aus. Der neue Schweiz-Chef rechnet damit, dass dieses Verhältnis vorerst bleibt.
Damit nicht genug: BYD greift gleich an zwei Fronten an – und bringt neu auch Edel-Chinesen auf die Strasse. Neben der Hauptmarke soll die neue Premiummarke Denza Mercedes und Co. Kunden abjagen. Vier Modelle stehen zum Start bereit, drei weitere sollen 2027 folgen. Beim 5,2 Meter langen Z9GT wirbt BYD etwa mit einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in nur 2,7 Sekunden.