Darum gehts
Das Narrativ des E-Commerce lebt unter anderem von grossen Wachstumszahlen. Am liebsten im zweistelligen Prozentbereich, und dies Jahr für Jahr. Da scheint ein Plus im tiefen einstelligen Bereich, wie es Brack Alltron 2025 erreichte, eher enttäuschend. Brack-Alltron-Chef Stefan Fraude aber sieht das dezidiert anders: «Wir kommen aus einer herausfordernden Situation nach der Pandemie und sind mit dem Umsatzwachstum von 1,9 Prozent im vergangenen Jahr zufrieden.»
Besonders in einer mittelfristigen Betrachtung werde klar, dass der kleine Anstieg eine grosse Bedeutung habe: «Nach der Pandemie hatten wir 2023 ein Negativwachstum, 2024 eine Stabilisierung – und 2025 erstmals wieder ein Wachstum.»
Dieser Artikel wurde erstmals im Angebot von handelszeitung.ch veröffentlicht. Weitere spannende Artikel findest du unter www.handelszeitung.ch.
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Umsatz stieg, Angebot schrumpfte
E-Commerce-Profi Fraude erklärt: «Wir haben unser Sortiment im Jahr 2025 strukturell optimiert, weshalb wir eine temporäre Reduktion von rund 5 Prozent unserer lagerführenden Artikel in Kauf genommen haben.» Produkte wie Salzsäcke, Hanteln und Fischerruten, so Fraude, «lösen insbesondere in unserer hoch automatisierten Logistik aufgrund von Abmessungen oder Gewicht eine hohe Komplexität und damit Sonderprozesse aus».
Für das laufende Jahr sei wieder ein Ausbau beim Sortiment angesagt: «Wir haben uns 2025 ein Stück weit gesundgeschrumpft – 2026 möchten wir das Sortiment stark ausbauen, vor allem in Bereichen wie Sport und Freizeit, Beauty, Gesundheit und Do it yourself, aber auch bei Nearfood und haltbaren Lebensmitteln. Am Standort Willisau jedenfalls können wir die Kapazität fast verdreifachen.»
Spielt der Brack-Alltron-Chef auch mit dem Gedanken, einen Onlinemarktplatz mit externen Anbietern einzurichten? Ausschliessen will er das nicht generell: «Die Einführung eines Marktplatzes wird nicht unser nächster strategischer Schritt sein – aber man soll niemals nie sagen und offen bleiben für alle Facetten und Modelle, die unser Business bietet.»
Fotokameras feiern ein Comeback
Wenn Fraude auf 2025 zurückblickt, sieht er einige Top-Performer: «Durch das Update von Windows 10 auf Windows 11 konnten wir im Bereich Computing solide wachsen, aber auch Haushaltskleingeräte wie Kaffeemaschinen oder Airfryer und erstaunlicherweise konventionelle Fotokameras zeigen das grösste relative Umsatzwachstum.» Bei den Kameras sei man über alle Kundentypen im Vergleich zu 2024 etwas über 30 Prozent gewachsen.
Doch es gab auch Kategorien, die lahmten: «Der Fitnesstrend hat sich nach Corona spürbar abgeschwächt, was sich in diesem Produktbereich auch in den Umsätzen niederschlug, und alle Typen von Fernsehern zeigten 2025 insgesamt eine deutlich abgeschwächte Nachfrage.»
Brandschutzprodukte im Januar 2026 mit Umsatzplus von 270 Prozent
Ein trauriges Umsatzplus setzte seit Jahresbeginn 2026 im Nachgang zur Katastrophe von Crans-Montana ein: «Hier kam es in den Bereichen Brandschutz und Brandbekämpfung zu einem Anstieg. Die Onlineanfragen haben sich seit Jahresbeginn verdoppelt; im Vergleich zu Januar 2025 kam es bei Brandschutzprodukten zu einem Wachstum von 270 Prozent.»
Fraude: «Angesichts der tragischen Ursache hätten wir auf diesen Umsatz gerne verzichtet, aber ein Onlineshop ist immer auch ein sehr direkter und unmittelbarer Spiegel der aktuellen Bedürfnisse der Schweizer Bevölkerung.»