Nach dem verheerenden Brand
Das Berghotel Bischofalp blickt trotz bitterem Rückschlag nach vorne

Der Schock sitzt tief nach dem Flammen-Drama im Elmer Berghotel Bischofalp. Doch das Team kämpft: Die Aufräumarbeiten laufen auf Hochtouren, das Dach soll in einem Monat wieder stehen – und auf der Terrasse wird diesen Winter trotz allem serviert.
Kommentieren
1/13
So sieht das Berghotel Bischofalp in Elm GL nach dem Grossbrand aus.
Foto: Berghotel Bischofalp

Darum gehts

  • Brand im Berghotel Bischofalp trifft Team hart
  • Ab 1. Dezember soll ein provisorischer Betrieb möglich sein
  • Dezember 2027 soll der Betrieb wieder im vollen Umfang starten
Bernadette_Hogg_Journalistin Wirtschaftsdesk_Ringier Medien Schweiz_1.jpg
Bernadette HoggRedaktorin Wirtschaft

Der Schmerz ist spürbar, wenn Verwaltungsrat Thomas Stocker (60) mit Blick über die Trümmer auf der Bischofalp spricht. Das Berghotel im Glarner Wintersportgebiet Elm stand am Abend des 30. September in Flammen. Verletzt wurde niemand, die einzige Person, die noch im Gebäude war, konnte sich retten. Doch der Schaden am Gebäude ist riesig.

Für die Betreiber ist die Lage bitter, besonders für Geschäftsführerin Silvia Hefti und für ihren Vater und Gründer des Hotels, Samuel Hefti. «Für das Team von der Bischofalp ist es extrem hart. Es ist ihr Lebenswerk, da haben sie ihr gesamtes Herzblut hineingesteckt», betont Stocker gegenüber Blick.

Wiederaufbau läuft auf Hochtouren

Dazu kommt noch: Das Hotel steckte in der Mitte eines Umbaus. Seit Anfang April schufteten die Handwerker unermüdlich an der Erweiterung des Hotels. «Sie haben extrem hart gearbeitet mit einem sehr knappen Zeitplan. So knapp, wie ich es noch nie gesehen habe», sagt der Verwaltungsrat des Berghotels. «Qualitativ und zeitlich lief alles nach Plan. Deswegen ist vor einer Ruine zu stehen sehr hart.»

Trotz der Katastrophe läuft der Wiederaufbau auf Hochtouren. Die Brandsanierer bringen laut Stocker «extrem viel Kompetenz mit». Und auch das Gebäude selbst hat in Teilen standgehalten: «Die ganze massive Konstruktion mit Beton und Backsteinen ist nur leicht beschädigt; bergseitig ist das Haus fast unversehrt.» Die Panoramaterrasse konnte schon mit einem Belag abgedichtet werden, wie das Berghotel auf Facebook bekanntgab.

Gastrobetrieb schon ab 1. Dezember geplant

Verheerend sieht es dagegen bei der Holzsubstanz aus: «Die Holzfassade auf der Südseite hat einen Komplettschaden erlitten. Auch die Dächer sind stark beschädigt.» Verschont blieben glücklicherweise funktionale Räume: «Einzelne Räume sind unbeschädigt, also besonders die Technik und die Sanitäranlagen im Untergeschoss.»

Der Zeitplan für die kommenden Wochen ist ambitioniert: «Nächste Woche werden die verbrannten Hölzer ausgetauscht, bis in einem Monat soll das Dach wieder fertig werden», so Stocker. Es wird eifrig auf die provisorische Wiedereröffnung hingearbeitet: Der Betrieb soll mit dem Beginn der Wintersaison am 1. Dezember wieder starten. Übernachten kann man vorerst nicht, bedauert der Verwaltungsrat, aber es geht eingeschränkt weiter: «Es wird kein Hotelangebot geben, aber das Gastroangebot auf der Sonnenterrasse kann nächsten Winter und nächsten Sommer trotz der Bauarbeiten weitergehen.»

Volle Wiedereröffnung Ende 2027

Die Lage des Hotels erschwert die Arbeiten: «Zwischen dem 1. Dezember und dem 31. März ist aufgrund des Skibetriebs keine Zufahrt mit Fahrzeugen möglich», sagt Stocker. Weitere Arbeiten können erst starten, sobald der Schnee auf den Strassen geschmolzen ist. Derzeit peilt das Team den 1. Dezember 2027 an, als offizielle Wiedereröffnung an.

Was das Feuer auslöste, ist weiterhin unklar. «Das Forensische Institut hat letzte Woche die Untersuchungen abgeschlossen, die Brandursache steht aber bislang nicht fest. Die Polizei sollte das innerhalb der nächsten Tage kommunizieren», erklärt Stocker.

Externe Inhalte
Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.
Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen