Was rollt denn da über einen chinesischen Flugplatz? Im Internet sind Bilder eines bislang kaum bekannten Flugzeugs aufgetaucht. Die rot-schwarze Maschine trägt den Schriftzug Comac CE-25A und die Kennung B-0EFH. Auffällig: An ihren Tragflächen sitzen gleich zehn kleine Triebwerke! Hinter dem Projekt soll der chinesische Flugzeugbauer Comac stecken, der mit seinen Passagierjets bereits Airbus und Boeing Konkurrenz machen will, wie das Aviatikportal Aerotelegraph berichtet.
Die Bilder des geheimnisvollen Fliegers gehen um die Welt. Denn Comac ist ambitioniert, fordert Airbus und Boeing bereits mit seinem Passagierjet C919 heraus. Und klar ist auch: Die CE-25A ist kein völlig neues Konzept. Bereits 2023 wurde auf einer Luftfahrtmesse in Shanghai ein Modell präsentiert. Die technischen Eckdaten klingen vielversprechend: 19 Passagiere, eine Reisegeschwindigkeit von rund 400 km/h und eine Reichweite von 400 bis 500 Kilometern.
Fünf Triebwerke pro Flügel
Die Fotos zeigen nun erstmals, wie sich die Chinesen die Zukunft der Fliegerei vorstellen: Elektrisch! Statt herkömmlicher Triebwerke setzt das Konzept auf zehn elektrisch angetriebene, ummantelte Rotoren. Je fünf sitzen an einer Tragfläche. Damit könnte die Maschine eines Tages kurze Regionalstrecken bedienen – ohne auch nur einen Liter Kerosin zu verbrennen.
Doch noch bleiben viele Fragen offen. Flugzeugbauer Comac hat die aufgetauchten Bilder bislang nicht offiziell bestätigt. Unklar ist deshalb, ob es sich tatsächlich um einen flugfähigen Prototyp handelt. Auch über mögliche Testflüge gibt es keine gesicherten Informationen. Selbst die Frage, ob die abgebildete Maschine bereits vollständig elektrisch angetrieben wird, bleibt unbeantwortet.
Fest steht aber: Zwischen einem spektakulären Prototypen und einem zugelassenen Passagierflugzeug liegen oft viele Jahre. Auch für chinesische Ingenieure, die derzeit auch im Automobilbau eindrücklich zeigen, was sie draufhaben. Ob die CE-25A tatsächlich abheben und eines Tages zahlende Passagiere transportieren wird, steht vorerst also noch in den Sternen.