Achtung, Türe nicht öffnen!
Polizei warnt vor fiesem Stromzähler-Trick

Diebe geben sich als EBL-Mitarbeitende aus, um Wohnungen zu betreten. Sie wollen aber keine Zähler kontrollieren, sie wollen alles mitnehmen, was Wert hat. Die Elektra empfiehlt, Ausweise zu prüfen und keine Daten preiszugeben. Auch im Aargau warnt die Polizei.
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Im Baselbiet sind falsche Zählerableser unterwegs.
Foto: PD

Darum gehts

  • Betrüger geben sich in Baselland als EBL-Mitarbeitende aus
  • Gauner fordern Zugang zu Häusern, um Wertgegenstände zu stehlen
  • Elektra Baselland warnt nach mehreren Meldungen seit Ende Januar 2026
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Patrik BergerRedaktor Wirtschaft

Im Baselbiet treiben dieser Tage dreiste Betrüger ihr Unwesen. Ihre Masche hat zuletzt im süddeutschen Raum für Schlagzeilen gesorgt. Jetzt sind die Kriminellen in der Schweiz unterwegs: Sie klingeln, geben sich an der Türe als Mitarbeitende der Genossenschaft Elektra Baselland (EBL) aus und behaupten, nur schnell die Zähler für Strom oder Gas ablesen zu wollen. Doch das ist nur ein Vorwand, um sich Zutritt zu Häusern und Wohnungen zu verschaffen – und sich dann Wertgegenstände zu schnappen.

Elektra, die Energieversorgerin mit Sitz in Liestal BL, warnt die Bevölkerung jetzt in den sozialen Medien und auf ihrer Homepage vor den Gaunern. Und mahnt eindringlich zur Vorsicht. Denn: Mehrere Kundinnen und Kunden haben in den vergangenen Tagen verdächtige Vorfälle gemeldet. «Wir nehmen diese Meldungen ernst und steht in engem Austausch mit Betroffenen sowie mit der Kantonspolizei Basel-Landschaft», schreibt die EBL.

«Wir setzen niemanden unter Druck»

Das Unternehmen betont: Seine Mitarbeitenden können eindeutig identifiziert werden. Denn: «Sie tragen beschriftete Berufskleidung mit EBL-Logo und weisen sich immer mit einem Dienstausweis aus, auf dem Name und Firmenbezeichnung stehen.» Zudem würden sie nie Bargeld und auch keine Blanko-Unterschriften verlangen. Und weiter: «Echte Mitarbeitende der EBL setzen niemanden unter Druck, um Zugang zu privaten Räumlichkeiten zu erhalten.»

Bei unerwarteten Besuchen empfiehlt die Elektra besondere Vorsicht: «Lassen Sie niemanden in Haus oder in die Wohnung, wenn Sie unsicher sind», heisst es. «Verlangen Sie einen Dienstausweis und prüfen Sie ihn in Ruhe.» Zudem soll man das Gespräch umgehend beenden, wenn Druck aufgebaut wird. Und ganz wichtig: «Rufen Sie im Zweifel vor dem Zutritt bei der EBL an und geben Sie an der Haustür keine persönlichen, Vertrags- oder Kontodaten bekannt.»

Auch im Aargau gehen falsche Handwerker um

Auch im Kanton Aargau sind Betrüger unterwegs. Die Kantonspolizei Aargau warnt in einer Medienmitteilung «eindringlich» vor falschen Handwerkern. Die Täter würden planmässig und äusserst dreist vorgehen. «Sie klingeln an der Haustür und versuchen unter einem Vorwand, Zugang zur Wohnung zu erlangen. Dabei nutzen sie gezielt das Überraschungsmoment aus und setzen die betroffenen Personen gleichzeitig unter erheblichen Druck.» So würden sie vorgeben, den Stromzähler ablesen zu müssen oder kurz die Toilette benutzen zu wollen.

«Während eine Person die Bewohner in ein Gespräch verwickelt und ablenkt, durchsucht ein Komplize unbemerkt die Räumlichkeiten nach Wertgegenständen», schreibt die Kapo Aargau weiter. Erst wenn die vermeintlichen Handwerker weg sind, stellen die Geschädigten fest, dass Bargeld, Schmuck oder Bankkarten fehlen. «Besonders betroffen sind ältere Menschen, die durch das entschlossene und selbstsichere Auftreten der Täter verunsichert werden und sich dadurch beeinflussen lassen», schreibt die Polizei. Und rät: «Schliessen Sie im Zweifelsfall die Tür und wählen Sie umgehend den Polizeinotruf 117.»

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