Darum gehts
- In Südfrankreich wurden am 9. April 2026 31,8 Grad gemessen
- Temperaturen landesweit Anfang April 4 bis 6 Grad über langjährigem Durchschnitt
- Lille verzeichnete 25 Grad, frühester Hitzetag seit Beginn der Aufzeichnungen
Saint-Jean-de-Minervois, ein kleines Weinbauerndorf im Département Hérault, hat Anfang April 2026 Klimageschichte geschrieben. Dort wurden am 9. April unglaubliche 31,8 Grad gemessen – ein Rekordwert, der von der französischen Wetterbehörde Météo-France bestätigt wurde und über den der «Münchner Merkur» aktuell in einer Wetterkolumne berichtet. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Höchsttemperatur im Juli liegt in dieser Region bei knapp 24 Grad. Damit war es in Saint-Jean-de-Minervois an diesem Apriltag deutlich heisser als an einem typischen Hochsommertag.
Auch andernorts in Frankreich wurden alarmierende Spitzenwerte gemessen. Besorgniserregend war auch die Dauer der Hitzewelle. Sechs Tage lang, vom 4. bis 10. April, lagen die Temperaturen in ganz Frankreich 4 bis 6 Grad über dem langjährigen Durchschnitt. Bereits am 6. April wurde erstmals in diesem Jahr die 30-Grad-Marke geknackt – ein meteorologisch aussergewöhnliches Ereignis für diese Jahreszeit. Paris meldete 27 Grad, elf Grad über dem üblichen Aprilwert, während Lille am 6. April mit 25 Grad den frühesten Hitzetag seit Beginn der Aufzeichnungen verzeichnete. In Brest, einer Stadt an der Atlantikküste, sank die Nachttemperatur nicht unter 16 Grad – ein weiterer Rekordwert, der laut Météo-France für April beispiellos ist.
Erst Hitzewelle, dann schlagartiges Ende
Die Ursache? Eine blockierte Grosswetterlage, die warme Luftmassen aus Nordafrika und der iberischen Halbinsel nach Frankreich führte. Die ohnehin hohen Meerestemperaturen im westlichen Mittelmeer und im Atlantik verstärkten den Effekt. Laut Météo-France ist die Grundtemperatur des Klimasystems inzwischen so stark angestiegen, dass extreme Wetterereignisse wie diese häufiger und intensiver auftreten.
Die Hitzewelle endete abrupt: Am 11. und 12. April sanken die Temperaturen schlagartig. Wie sieht es aktuell in den beliebten Urlaubsländern Frankreich, Italien, Spanien und Griechenland aus? Blick liefert dir einen Ausblick auf die nächsten Tage.
Frankreich
Für Frankreich meldet der 7- bis 14-Tage-Trend von «wetter.de» Temperaturen von rund 4 Grad am Morgen bis 25 Grad tagsüber, dazu rund zehn Sonnenstunden pro Tag und insgesamt wenig Niederschlag. Am Samstag und in den nächsten Tagen bleibt es laut Vorhersage überwiegend trocken, die höchsten Werte liegen kurzfristig um 23 Grad.
Italien
Italien präsentiert sich deutlich unbeständiger: In den kommenden drei Tagen werden tagsüber 10 bis 18 Grad erwartet, nachts kann es auf etwa 3 bis 5 Grad abkühlen, dazu kommt Regen. Im 14-Tage-Trend liegen die Temperaturen ungefähr zwischen 0 und 19 Grad, mit zunehmender Niederschlagswahrscheinlichkeit gegen Ende des Zeitraums.
Spanien
Spanien bleibt am freundlichsten und wärmsten: Am Samstag sind bis zu 29 Grad möglich, und für die nächsten 14 Tage werden Werte zwischen 11 und 32 Grad prognostiziert. Gleichzeitig spricht der Trend für viel Sonne und wenig bis keinen Regen.
Griechenland
Griechenland zeigt sich kühler und unbeständiger als Spanien: In den kommenden drei Tagen liegen die Temperaturen tagsüber bei 10 bis 17 Grad, nachts teils nur bei 5 Grad, bei Regen. Im 14-Tage-Ausblick bewegen sich die Werte zwischen 2 Grad nachts und bis zu 20 Grad tagsüber.