Das Wallis hat den Grand Prix du Vin Suisse, den wichtigsten Wettbewerb für Schweizer Weine, fest im Griff. 2021 wurde letztmals ein Betrieb Weingut des Jahres, der nicht aus dem klar grössten Produktionskanton stammt. Damals teilten sich zwei Weingüter aus dem Waadtland den Titel. Seither hiessen die Preisträger Cave du Rhodan aus Salgesch, zweimal Kellerei Leukersonne (heute Weingut Seewer) aus Susten und Cave la Romaine aus Flanthey.
Die Claviens siegen mit zwei fürs Wallis typischen Weinen
Heuer ist es die Domaine Claudy Clavien, welche die Trophäe an der Gala im Berner Kursaal vor 600 Gästen überreicht erhielt. Die Kellerei aus Miège oberhalb von Sierre überzeugte mit zwei Kategoriensiegen, einem zweiten Platz und einem weiteren Finalwein.
Der Betrieb, der heute von Claudy Clavien und seiner Tochter Shadia geleitet wird, gewann die Kategorie Syrah mit dem Encre de la Terre Les Coteaux de Sierre 2024 und die Kategorie weisse Assemblagen mit dem Eclats d’âme Les Coteaux de Sierre 2025, einem Blend aus den drei Quasi-Walliser-Rebsorten Humagne Blanc, Petite Arvine und Païen (Heida).. Dieser ist also typisch für den Kanton. Wie auch ein Syrah, für den die Rhone bis ins Mittelmeer der natürliche Lebensraum ist. Und diese hat ihre Quelle im Rhonegletscher im Wallis.
In dieser Story aus dem Jahr 2016 haben wir den Betrieb schon vor langer Zeit erstmals vorgestellt. Und Shadia spielte eine wichtige Rolle in der Story über Frauenpwer im Walliser Weinbau von 2020. Hier nachzulesen.
20 Jahre Grand Prix – und zweimal ist Diego Mathier die Nummer eins
Der Grand Prix ist heuer 20-jährig geworden, weshalb zum zweiten Mal ein Weingut des Jahrzehnts ausgezeichnet wurde. 2016 hiess der Sieger Adrian & Diego Mathier Nouveau Salquenen AG aus Salgesch. 2026 heisst der Sieger … erneut Diego Mathier. Der vormalige Banker, dessen Önologe Cédric Leyat ein kleines Genie ist, führt den Betrieb mit seiner Gattin Nadia und ist daran seine fünf Töchter nachzuziehen. Leyat ist seit unglaublichen 36 Jahren in der Kellerei und bringt es zusammen mit den Nasen der Mathiers Jahr für Jahr fertig, Weine von höchster Qualität in grossen Quantitäten in die Flaschen zu zaubern. Die Verteidigung des 2016 errungenen ersten Titels ist ein weiterer Meilenstein in der ruhmreichen Vita des Grossbetriebs, der weit über eine Million Flaschen produziert.
Das sind sie, die besten Weine des frischgebackenen neuen und alten Weinguts des Jahrzehnts:
- L'Ambassadeur de Diego Mathier Pinot Noir 2023: Wunderschön austarierte, natürlich wirkend Nase, ein Hauch Blutorangen, rote Beeren, Kräuter, enorme Frische; Power, Schmelz, explosiv, feinkörnige Tannine, alles im Lot, stimmig in sich, Mundfülle, nie zu viel Fruchtfülle, alles hochpräzis, superlang. WOW! 97/100 (45 Franken)
- Pinot Noir La Folie 2022: Rauchig-holzkohlige Nase, bisschen viel Holzaroma, Espresso, dahinter dunkle Frucht, Kirschen, Würze; Schmelz, nun sehr pinotig, Power, enorm druckvoll, Tiefe, ätherisch, füllt alles aus, enorm langes, weihrauchiges Finale. 96/100 (58 Franken)
- Syrah La Folie 2022: Verhaltene, dunkle Nase, im Moment sleepy, ein Hauch Schwarzfrucht; Tiefe, Spannung, total ausgewogen, elegant, samtene Tannine, kaum merkbares Holz, total animierend, feingliedrig, superlang, macht unmittelbar (heisst während des Trinkgenusses …) Lust auf ein nächstes und übernächstes Glas. 95-96/100 (58 Franken)
- Heida La Folie 2023: 94.95/100 (58 Franken)
- L'Ambassadeur de Diego Mathier Blanc 2023: 94-95/100 (45 Franken)
- Ambassadeur Fumé Gros Rhin 2023: 93-94/100 (29 Franken)
- Merlot Nadia Mathier 2023: 94/100 (34 Franken)
- Syrah Diego Mathier 2023: 94/100 (34 Franken)
- Petite Arvine Les Pyramides 2025: 94/100 (26 Franken)
- Ermitage Nadia Mathier 2024: 93/100 (28 Franken)
- Gemma Ermitage Rubin 2021 (Süsswein): 93/100 (36 Franken. 3,75dl)
(Die Weine gibts unter www.mathier.com)
Das sind sie, die besten Weine des frischgebackenen neuen und alten Weinguts des Jahrzehnts:
- L'Ambassadeur de Diego Mathier Pinot Noir 2023: Wunderschön austarierte, natürlich wirkend Nase, ein Hauch Blutorangen, rote Beeren, Kräuter, enorme Frische; Power, Schmelz, explosiv, feinkörnige Tannine, alles im Lot, stimmig in sich, Mundfülle, nie zu viel Fruchtfülle, alles hochpräzis, superlang. WOW! 97/100 (45 Franken)
- Pinot Noir La Folie 2022: Rauchig-holzkohlige Nase, bisschen viel Holzaroma, Espresso, dahinter dunkle Frucht, Kirschen, Würze; Schmelz, nun sehr pinotig, Power, enorm druckvoll, Tiefe, ätherisch, füllt alles aus, enorm langes, weihrauchiges Finale. 96/100 (58 Franken)
- Syrah La Folie 2022: Verhaltene, dunkle Nase, im Moment sleepy, ein Hauch Schwarzfrucht; Tiefe, Spannung, total ausgewogen, elegant, samtene Tannine, kaum merkbares Holz, total animierend, feingliedrig, superlang, macht unmittelbar (heisst während des Trinkgenusses …) Lust auf ein nächstes und übernächstes Glas. 95-96/100 (58 Franken)
- Heida La Folie 2023: 94.95/100 (58 Franken)
- L'Ambassadeur de Diego Mathier Blanc 2023: 94-95/100 (45 Franken)
- Ambassadeur Fumé Gros Rhin 2023: 93-94/100 (29 Franken)
- Merlot Nadia Mathier 2023: 94/100 (34 Franken)
- Syrah Diego Mathier 2023: 94/100 (34 Franken)
- Petite Arvine Les Pyramides 2025: 94/100 (26 Franken)
- Ermitage Nadia Mathier 2024: 93/100 (28 Franken)
- Gemma Ermitage Rubin 2021 (Süsswein): 93/100 (36 Franken. 3,75dl)
(Die Weine gibts unter www.mathier.com)
Mathier hat beim diesjährigen GP mit seinem Ermitage (Marsanne blanche) Nadia Mathier 2025 die Kategorie mit den meisten eingereichten Weinen gewonnen, jene der sortenreinen Weissweine. Der Ermitage wurde zudem als bester Weisswein des ganzen Wettbewerbs prämiert. Sein rotes Pendant ist die Cuvée Prestige Fernand Cina, ein Bordeaux-Blend aus Merlot, Cabernet Sauvignon und Franc.
Mehr als doppelt so viele Walliser Weine eingereicht als aus dem Waadtland
Dass das Wallis derart abräumt, ist natürlich auch der Quantitätspower des Kantons zu verdanken. Denn es braucht eine Produktionsmenge von 400 Flaschen pro eingereichten Wein. Ganz kleine Betriebe können das nicht stemmen. Weshalb auch die meisten Renommierbetriebe aus der Bündner mit ihren Kleinmengen auf eine Teilnahme verzichten (müssen). So kamen 1202 eingereichte Weine aus dem Wallis, gefolgt von Waadt mit 567 und der Deutschschweiz mit 521. Am Ende der Skala: Zug, Glarus und Nidwalden mit je einem eingereichten Weinchen …