Hier fliegt «Eddie the Eagle» (62) über die Skisprung-Schanze
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Rückkehr nach Kandersteg:Hier fliegt «Eddie the Eagle» über die Skisprung-Schanze

Der Adler ist zurück
«Eddie the Eagle» (62) fliegt nochmals über Kandersteg

37 Jahre nach seinem letzten Besuch kehrt Michael «Eddie the Eagle» Edwards nach Kandersteg zurück – und wagt sich mit 62 Jahren tatsächlich noch einmal auf die Skisprungschanze.
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So ist «Eddie the Eagle» der Welt in Erinnerung geblieben.
Foto: imago/Sven Simon

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Michael «Eddie the Eagle» Edwards kehrt für ein Jubiläum nach Kandersteg zurück
  • Vor 39 Jahren hat sich der Aussenseiter hier auf die Olympischen Winterspiele in Calgary vorbereitet
  • Mittlerweile ist der kultige Brite 62 Jahre alt und arbeitet als Motivationsredner
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Benjamin GwerderRedaktor Sport

Genau zehn Jahre ist es her, seit die Skisprungschanzen in Kandersteg BE neu eröffnet wurden. Für die Betreiber der Anlage im Berner Oberland Grund genug, dafür am Nationalfeiertag ein gebührendes Fest zu organisieren. Dieses ist zwar «klein, aber fein» – in der Nordic Arena herrscht eine gemütliche, familiäre Atmosphäre – und doch liegt ein spürbares Knistern in der Luft.

Nachdem der einheimische alt Bundesrat Adolf Ogi (84) am Rednerpult seine Dankesrede abgehalten hat, fällt der Blick der Anwesenden zu den Schanzen hinauf. Denn dort steht ein älterer Herr mit spitzbübischem Lächeln, den hier jeder kennt: Die Rede ist von Michael Edwards, weltweit berühmt als «Eddie the Eagle».

Mit dieser Dicke Brille ist die verrückte Geschichte von «Eddie the Eagle» um die Welt gegangen.

Der Adler fliegt wieder

Für das Jubiläum ist der Brite extra angereist. Und obwohl er seit zehn Jahren nicht mehr auf den langen Skisprung-Latten gestanden hat, wagt er sich hier doch tatsächlich noch einmal über die Schanzen, die ihm damals seine legendäre Teilnahme an den Olympischen Spielen in Calgary 1988 ermöglicht hatten.

Dank Deal mit dem Schanzenmeister: Wie «Eddie the Eagle» in Kandersteg BE das Fliegen erlernte

Wenn ein langjähriger Sportfan an die Olympischen Winterspiele 1988 im kanadischen Calgary denkt, hat er selten einen Goldmedaillengewinner vor Augen. Im Gedächtnis bleibt ihm vor allem ein Mann mit dicker Brille, schiefem Grinsen und viel zu grosser Ausrüstung.

Die Rede ist natürlich von Michael Edwards, weltweit berühmt als «Eddie the Eagle». Obwohl er im Skispringen damals abgeschlagen letzter wurde, stahl Edwards allen die Show und wurde zur Kultfigur. Doch wie kam der gelernte Maurer aus dem Südwesten Englands überhaupt auf die Idee, sich ohne Trainer auf eine Sprungschanze zu wagen?

Dahinter steckte kein ausgefeilter Karriereplan, sondern pure Besessenheit: Edwards wollte auf Biegen und Brechen zu den Olympischen Spielen. Als der Traum im alpinen Skizirkus mangels Geld und Können scheiterte, suchte er nach einer Hintertür – und fand sie auf dem Schanzentisch.

Seine so kühne wie pragmatische Erkenntnis: In ganz Grossbritannien gab es schlicht keinen einzigen aktiven Skispringer. Die Startplatz-Konkurrenz in der Heimat? Gleich null. Kurzerhand brachte sich der Maurer deshalb das Skispringen autodidaktisch bei. Ohne Trainer und mit einer Ausrüstung, die einem internationalen Flickenteppich glich: Die Ski stammten vom österreichischen Team, der Anzug von den Westdeutschen, der Helm von den Italienern. Und weil die geschenkten Skischuhe viel zu gross waren, zog sich Edwards sechs Paar Socken übereinander, um überhaupt ein bisschen Halt zu finden.

Auf der Suche nach günstigen Trainingsmöglichkeiten landete der damals 22-jährige Edwards im Sommer 1986 bei den Schanzen in Kandersteg. Als er mit seinem klapprigen Auto im Berner Oberland ankam, hatte er aber kaum einen Rappen in den Taschen. Ein Hotelzimmer war unerschwinglich. Rettung bot das Pfadiheim am Rande des Dorfes. Für die symbolische Summe von einem Pfund pro Nacht durfte Edwards dort übernachten.

Um das Skispringen zu erlernen, schloss der Überlebenskünstler einen Deal mit dem lokalen Schanzenmeister. Edwards griff zu Besen und Schaufel, fegte die Anlage und pflegte die Matten. Im Gegenzug durfte er sich gratis die Skisprungschanzen hinunterstürzen.

Der Pakt zahlte sich aus: Auf der Lötschberg-Schanze wagte sich der «der Adler» erstmals über eine 90-Meter-Normalschanze und stellte mit 68 Metern einen britischen Rekord auf – der Durchbruch für Calgary.

Nach dem Hype um «Eddie the Eagle» veränderte das Olympische Komitee die Qualifikationsregeln, um Exoten künftig auszubremsen. Edwards blieb so eine erneute Olympia-Teilnahme verwehrt. Daraufhin absolvierte er deshalb ein Jurastudium und arbeitete wieder als Maurer. 2016 wurde Edwards durch einen Hollywood-Kinofilm erneut weltweit gefeiert. Inzwischen arbeitet der 62-Jährige als Motivationsredner.

Wenn ein langjähriger Sportfan an die Olympischen Winterspiele 1988 im kanadischen Calgary denkt, hat er selten einen Goldmedaillengewinner vor Augen. Im Gedächtnis bleibt ihm vor allem ein Mann mit dicker Brille, schiefem Grinsen und viel zu grosser Ausrüstung.

Die Rede ist natürlich von Michael Edwards, weltweit berühmt als «Eddie the Eagle». Obwohl er im Skispringen damals abgeschlagen letzter wurde, stahl Edwards allen die Show und wurde zur Kultfigur. Doch wie kam der gelernte Maurer aus dem Südwesten Englands überhaupt auf die Idee, sich ohne Trainer auf eine Sprungschanze zu wagen?

Dahinter steckte kein ausgefeilter Karriereplan, sondern pure Besessenheit: Edwards wollte auf Biegen und Brechen zu den Olympischen Spielen. Als der Traum im alpinen Skizirkus mangels Geld und Können scheiterte, suchte er nach einer Hintertür – und fand sie auf dem Schanzentisch.

Seine so kühne wie pragmatische Erkenntnis: In ganz Grossbritannien gab es schlicht keinen einzigen aktiven Skispringer. Die Startplatz-Konkurrenz in der Heimat? Gleich null. Kurzerhand brachte sich der Maurer deshalb das Skispringen autodidaktisch bei. Ohne Trainer und mit einer Ausrüstung, die einem internationalen Flickenteppich glich: Die Ski stammten vom österreichischen Team, der Anzug von den Westdeutschen, der Helm von den Italienern. Und weil die geschenkten Skischuhe viel zu gross waren, zog sich Edwards sechs Paar Socken übereinander, um überhaupt ein bisschen Halt zu finden.

Auf der Suche nach günstigen Trainingsmöglichkeiten landete der damals 22-jährige Edwards im Sommer 1986 bei den Schanzen in Kandersteg. Als er mit seinem klapprigen Auto im Berner Oberland ankam, hatte er aber kaum einen Rappen in den Taschen. Ein Hotelzimmer war unerschwinglich. Rettung bot das Pfadiheim am Rande des Dorfes. Für die symbolische Summe von einem Pfund pro Nacht durfte Edwards dort übernachten.

Um das Skispringen zu erlernen, schloss der Überlebenskünstler einen Deal mit dem lokalen Schanzenmeister. Edwards griff zu Besen und Schaufel, fegte die Anlage und pflegte die Matten. Im Gegenzug durfte er sich gratis die Skisprungschanzen hinunterstürzen.

Der Pakt zahlte sich aus: Auf der Lötschberg-Schanze wagte sich der «der Adler» erstmals über eine 90-Meter-Normalschanze und stellte mit 68 Metern einen britischen Rekord auf – der Durchbruch für Calgary.

Nach dem Hype um «Eddie the Eagle» veränderte das Olympische Komitee die Qualifikationsregeln, um Exoten künftig auszubremsen. Edwards blieb so eine erneute Olympia-Teilnahme verwehrt. Daraufhin absolvierte er deshalb ein Jurastudium und arbeitete wieder als Maurer. 2016 wurde Edwards durch einen Hollywood-Kinofilm erneut weltweit gefeiert. Inzwischen arbeitet der 62-Jährige als Motivationsredner.

Seine kultige, dicke Sehbrille braucht Edwards dabei längst nicht mehr – Implantate in den Augen machen es möglich. Was sich in den 38 Jahren dafür definitiv nicht verändert hat, ist Edwards unerschütterliche Furchtlosigkeit. Vor dem ersten Sprung zögert der mittlerweile 62-Jährige keine Sekunde.

Er kennt zwar keine Furcht, aber die schönsten Sprünge hat «Eddie the Eagle» noch nie hingelegt.
Foto: Pius Koller

Hollywood-Film beschert ihm noch heute Aufmerksamkeit

Obwohl «Eddie the Eagle» wie gewohnt nicht sehr weit springt, zücken die Leute sofort ihre Handys, als er unten ankommt. Edwards nimmt sich Zeit für alle. Während er für die Fotos posiert, macht er Witze und lacht ununterbrochen.

Darauf angesprochen sagt Edwards zu Blick: «Es ist schön, dass sich die Leute noch an mich erinnern, obwohl die Olympischen Spiele von Calgary schon fast 40 Jahre zurückliegen. Bei den Jüngeren ist es oft der Hollywood-Film, bei den Älteren die Erinnerung an damals.»

«Ohne Kandersteg hätte ich es nie nach Calgary geschafft»

Edwards selber begleitet diese verrückte Geschichte bis heute täglich. Als Motivationsredner reist er seit der Veröffentlichung des Kinofilms auf der ganzen Welt umher und hält teilweise bis zu fünf Vorträge pro Woche.

Für Kandersteg nimmt er sich trotzdem ein paar Tage Zeit. «Dieser Ort wird immer einen speziellen Platz in meinem Herzen haben», sagt Edwards. Denn: «Ohne die Trainingsmöglichkeit hier, hätte ich es nie nach Calgary geschafft. Zudem habe ich hier extrem viel Hilfe bekommen. Die anderen Teams schenkten mir Material, und nachmittags nach dem Essen brachten sie mir Schinkenbrötchen und Bananen mit und haben mich gefüttert.»

Im Kopf ist «Eddie» noch derselbe wie damals

Als der Regen immer stärker wird und viele bereits Schutz unter den Zelten suchen, zieht Edwards die Skier trotzdem noch einmal an. Und dann gleich noch ein drittes Mal. Mittlerweile völlig durchnässt stapft er den Hang hinauf zu den kleinen Schanzen, um das Gefühl von früher nochmals zu erleben.

Er kennt zwar keine Furcht, aber die schönsten Sprünge hat «Eddie the Eagle» noch nie hingelegt.
Foto: Pius Koller

Der kultige Brite ist zwar älter geworden und trägt keine dicke Brille mehr, aber wenn er oben auf einer Schanze steht, wirkt «Eddie the Eagle» noch immer wie der unbekümmerte Aussenseiter von damals. Genau deshalb fühlt sich seine Rückkehr nach Kandersteg für viele hier nicht wie der Besuch eines Prominenten an, sondern wie die Heimkehr eines alten Freundes.

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